Instanzenmodell von Ptolemäus, Der generalisierte Andere bei Mead, Freud und Durkheim, Lacan und der ‚Große Andere‘, Kritische Theorie, Foucaults Diskursanalyse und Konzept der Episteme, Soziologische Systemtheorie von Luhmann, Regelkreise, Comunion und Agency, Dualplaneten, Sechs Kommunikationsebenen (Interaktionssysteme), Big Five, Sinusmilieus, Antike Ordnung, Elementeblitz, Angstformen nach Riemann, Jung’sche Bewusstseinsfunktionen, Alterspunkt, Würden, Quincunxstern, Venus-Projektor und Wertematrix
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Die Astrologische Soziologie ist ein Projekt, dass die gängigen soziologischen und sozialpsychologischen Modelle mit den astrologischen in Übereinstimmung zu bringen versucht.
Besonders die Konzepte der Big Five und der Sinusmilieus bieten sich dazu an, nach entsprechenden Ähnlichkeiten mit den Planetenqualitäten zu suchen. Es sind die beiden am meist verwandten Modelle der Sozialpsychologie und Grundlage von Tausenden Untersuchungen.
Aus der astrologischen Analyse ergab sich auch eine Übereinstimmung der beiden Modelle. Etwas, das in der Soziologie bisher wenig beachtet wurde. Soziotyp und gesellschaftlicher Phänotyp korrelieren miteinander und auch mit anderen Konzepten der Sozialpsychologie wie etwa den Angstformen von Riemann. Und diese wiederum mit dem alten System der Temperamente und Elemente der Klassischen Astrologie. Würde man die Testreihen mit den Horoskopen korrelieren, könnte dies zu einer Verbesserung der Testreihen beitragen und die Kategorien der Sozialpsychologie schärfen.
Wahrscheinlich entstammt die Astrologie dem Wunsch nach einer bildlichen, leicht vorstellbaren Abbildung der physischen Welt. Am Anfang bei den Chaldäern und Babylonieren ging es weniger um die Persönlichkeit ‚einfacher Menschen‘, als um Naturereignisse, Wetterphänomene, das Wachstum der Pflanzen, der Zug der Tiere und die Zyklen der Gewässer. Mit zunehmender Sesshaftigkeit und dem Verlust des direkten Zugangs zur Natur wurde das Erleben um mystische Bilder erweitert, die Erklärungen für das Numinose bereithielten. Je mehr der Mensch die Natur zu kontrollieren versuchte, desto mehr entzog sie sich seinem Erleben.
In der hellenistischen Astrologie wurde das System des Tierkreises erfunden und der 12 Häuser im Horoskop. Sie setzen sich aus den Elementen und ihren zeitlichen Qualitäten (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) zusammen, die die Grunddimensionen bilden. Das Element Feuer entspricht etwa dem Willen und das Element Wasser dem Fühlen. Kardinales Feuer des Widders würde also als der gehemmten Wille vergangener Erinnerungen interpretiert und dem Bild des Vulkans, während fixes Wasser die für die gefrorenen, akuten Gefühle des Skorpions stehen. Jeder einzelne auf diese Weise entstehenden Archetyp trägt einen Bezug zur sinnlich wahrnehmbaren Welt.
| Sternzeichen | Element Qualität | Psychische Bedeutung | Symbol Funktion | Kommunikations – Systeme |
| Widder Mars | Kardinal Feuer | Gehemmter Wille | Vulkan Libido | Sport, Management, Militär, Aktivisten, |
| Krebs Mond | Kardinal Wasser | Gefrorene Gefühle | Eis Es | Psychologie, Soziale Arbeit, Medizin, |
| Waage Lilith | Kardinal Luft | Unterdrückte Intuition | Vakuum Gemüt | Pädagogik, Didaktik Weiterbildung, |
| Steinb. Saturn | Kardinal Erde | Verknöchertes Denken | Fossilien Gewissen | Staaten, Verwaltung, Verbände, Organisation |
| Löwe Sonne | Fixes Feuer | Momentaner Wille | Sonne Persona | Jet-Set, Eliten, Führungseinheiten, |
| Skorpion Pluto | Fixes Wasser | Akute Gefühle | Meer Schatten | Justiz, Controling Versicherungen, Börse, TÜV, |
| Wasserm. Uranus | Fixe Luft | Direkte Intuition | Atmosphäre Individuation | Unternehmen, Genossensch. |
| Stier Venus | Fixe Erde | Aktuelles Denken | Feld Anima | Kunst, Mode, Theater, Musik, Beauty, |
| Schütze Jupiter | Veränderl. Feuer | Wechselnder Wille | Blitz Habitus | Politik, Mentoring, Lobbyismus, NGO |
| Fische Neptun | Veränderl. Wasser | Flüchtige Gefühle | Nebel Glaube | Wertegemeinschaft, Religion, Spiritualität, |
| Zwilling Merkur | Veränderl. Luft | Unstete Intuition | Wind Intellekt | Medien, Philosophie, Sprache, Literatur, |
| Jungfrau Chiron | Veränderl. Erde | Alternierend. Denken | Humus Vernunft | Wissenschaft, Ingenieur, Medizin, |
Protosystemtheorie
Im Mittelalter wurde diese Lehre erweitert und zusammen mit der Ideenlehre Platons zu einer Philosophia Perenis vereint, in der philosophische, religiöse und wissenschaftliche Aspekte zusammenfließen. Diese auch therapeutische Arbeit stand oft entgegen der christlichen Lehre und wurde deshalb unterdrückt. Erst in der Zeit des Humanismus, die eine große Blüte der Astrologie war, gewannen diese gnostischen Weltbilder an Einfluss und führten zu einer Rennaissance nidht nur des antiken Wissens, sondern auch der spirituellen Praktiken.
| 1. Substanz (ousia) | Das „Seiende an sich“, das, was existiert | Das Horoskop als Ganzheit, die Person selbst, die Essenz des Geburtsmoments | |
| 2. Quantität (poson) | Zahl, Ausdehnung, Maß | Gradzahlen, (30°, 60°, 90° etc.) – Geometrie des Himmels | |
| 3. Qualität (poion) | Beschaffenheit, Eigenschaften | Vier Grundqualitäten (warm/kalt, trocken/feucht) → bilden die vier Elemente und Temperamente | |
| 4. Relation (pros ti) | Verhältnis, Beziehung | Aspekte zwischen Planeten (Konjunktion, Trigon, Opposition etc.), | |
| 5. Ort (pou) | Wo etwas ist | Häuser (räumliche Einteilung des Himmels) und Zeichenposition eines Planeten | |
| 6. Zeit (pote) | Wann etwas ist | Transite, Zyklen, Progressionen – die astrologische Zeitdimension | |
| 7. Lage (keisthai) | Stellung, Haltung | Aszendent / MC, Achsenlage im Horoskop (Orientierung des Geburtsmoments) | |
| 8. Haben (echein) | Besitz, Zustand, „Mit etwas versehen sein“ | Planeten in Würden (Domizil, Exil, Erhöhung, Fall) – ob sie „stark ausgestattet“ sind | |
| 9. Tun (poiein) | Aktivität, Handlung | Aktive/yang-Planeten (Sonne, Mars, Jupiter) und Aspekte, die Dynamik erzeugen | |
| 10. Leid | Passivität, Empfangen, Erleiden | Rezeptive/yin-Planeten (Mond, Venus, Saturn) und das Erleben von Aspekten, die von außen wirken. |
Heute nähern sich systemische Arbeitsweisen der Therapie und Aufstellungsarbeit denen der Astrologie an. Narrationsanalyse und Biografiearbeit beruhen auf der Idee eines sich entwickelnden Individuums, das in vielfältiger Weise mit seiner Welt verknüpft ist. Diese Verbindungen lassen sich im Horoskop effizient abbilden, ohne dass man dabei von einem deterministischen Weltbild ausgehen muss. Denn das Horoskop ist nur ein Idealbild im Sinne von Max Weber, von dem aus sich weitere Differenzierungen anstellen lassen.
Die Dynamik der Deutung bezieht immer neue Elemente der Umwelt mit ein, so dass dasselbe Horoskop aus immer anderer Perspektive erscheint. Die Planeten kommunizieren gewissermaßen als eigene Systeme und folgen übergeordneten emergenten Mustern, die helfen, die Komplexität der Erscheinungen zu reduzieren. Dabei gibt es kein teleologisches Ziel. Der Organismus entwickelt sich im Sinne der Autopoiesis aus seinen eigenen Funktionen heraus und strebt eine möglichst breite Ersetzbarkeit seiner Organfunktionen ab. Dabei bildet er zeitliche Eigenwerte aus und orientiert sich an periodischen Abläufen seiner Biografie. Die Begriffe Intuition, Denken, Wollen und Fühlen beziehen sich auf die Jung’schen Bewusstseinsfunktionen, die sich ein wenig anders anordnen, als die Elemente des Tierkreises. (siehe Rubrik).
| Frühling Vata Leptos. | Sommer Pita Athlet | Winter Kapha Pygnik. | Element | |
| Passiv/ weich | Venus Stier | Mond Krebs | Neptun Fische | Wasser, Fühlen, schnelle Bilder |
| Aktiv/ hart | Mars Widder | Sonne Löwe | Uranus Wasserm. | Feuer, Wollen langsame Sprache |
| Aktiv/ weich | Merkur Zwilling | Lilith Waage | Jupiter Schütze | Luft, Intuition, schnelle Sprache |
| Passiv/ hart | Chiron Jungfrau | Pluto Skorpion | Saturn Steinbock | Erde, Denken, langsame Bilder |
Die zwölf Kategorien der Astrologie bieten ein ideales Modell, das komplex genug, um alle Systeme individuelle zu erfassen, aber in sich einigermaßen geschlossen ist. Planet, Sternzeichen und Haus sind dabei Äquivalente, die füreinander ersetzbar sind. Sonne und Mond bilden zwei Ausnahmen, gewissermaßen Joker, die für besondere Situationen stehen. Jede der anderen 12 Kategorien steht für jeweils ein psychisches System, ein soziales System, eine Leitdifferenz, (sowie eine entsprechende Rolle, eine bürgerliche Schicht und eine bestimmte Entwicklungsphase), auf der die spezifische Kommunikation aufbaut. Die Formel lautet also: Merkur = Zwilling = 3. Haus = psychische Funktion der Mentalisierung = Abwehrmechanismus der Intellektualisierung = soziales System der Philosophie (Medien, Literatur…) = Rolle des Boten = liberal-intellektuelles Milieu = Entwicklungsphase von 3 bis 5 Jahren = Unterscheidung von interessant/langweilig oder intelligent/dumm usw.
Grundsätzlich sollten sich alle Kommunikationssysteme in diese zwölf Kategorien einordnen lassen. Um kommunizieren zu können, muss man Teil eines Systems sein und um sich dauerhaft seines speziellen Mediums bedienen zu können in seiner Sprache ausdrücken, um verstanden zu werden. Man könnte auch von zwölf Wissenschaften sprechen, die sich mit zunehmender Ausdifferenzierung der Gesellschaft ihr eigenes Feld geschaffen haben und damit verbunden Rollen und Sprechweisen entwickelten. Deren Idealformen können wiederum von den Sozialwissenschaften mit der Unterscheidung sozial/unsozial beobachtet werden und die Herausbildung der verschiedenen Typen nachvollzogen.
Astrosoziologie
Astrologie mit Soziologie zu verbinden, sieht auf den ersten Blick merkwürdig aus. Zu sehr sind wir gewohnt, eher die Verbindungen zur Psychologie oder auch Anthropologie zu ziehen. Doch die Methoden der Soziologie erlauben uns, die Arbeit des Astrologen systematisch zu untersuchen. Aus ethnographischer Sicht können wir die unterschiedlichen kosmologischen Modelle der Völker betrachten. Und ihre Erzählungen analysieren und in ein Verhältnis zu ihrer Gesellschaftsordnung setzen.
Auch moderne astrologische Praxis lässt sich durch biographische und narrative Techniken beschreiben. Wir könnten beispielsweise die These untersuchen, ob Astrologen allgemein ein offeneres Weltbild haben als andere Menschen. Oder ob die Besprechung eines Horoskops das Leben eines Menschen verändert hat. Oder die Frage, welchen Stellenwert Astrologie innerhalb der esoterischen Szene einnimmt. Das bedingt allerdings eine längere Beobachtungsdauer, für die bisher wenig Interesse vorhanden ist. Bis heute wissen wir nicht genau, was Astrologen eigentlich genau machen. Dies ist umso trauriger, als die Beobachtung der Sterne eine der ältesten und global umfassendsten kulturellen Praktiken des Menschen war.
| Es | Trieb, Lust, Körper, Natur, Affekte | „Tierische Seele“ (epithymetikon) – Sitz der Begierden und Instinkte | 🌙 Mond, ♂ Mars |
| Ich | Vermittlung, Realitätsprüfung, bewusste Steuerung | „Vernunftseele“ (logistikon) – der ordnende Geist, der Maß hält | ☿ Merkur ☉ Sonne |
| Über-Ich | Moral, Gewissen, Ideal, innere Autorität | „Göttlicher Nous“ – Anteil des Kosmos, der den Mensch zur Harmonie führt | ♃ Jupiter ♄ Saturn |
Die alten Modelle der Astrologie sind in die modernen Sozialwissenschaften eingeflossen, ohne dass diese Tatsache bisher ausreichend gewürdigt wurde. Die Dreiheit von Sonne, Mond und Erde (Jupiter/Saturn) als Vertreter bewussten, überbewussten und instinktiven Handelns wurden etwa schon von Ptolemäus beschrieben und ähnelt dem Instanzenmodell Freuds wie ein Ei dem anderen. Ptolemäus betonte die Wichtigkeit der vereinenden ‚überirdischen‘ Kräfte von Jupiter und Saturn, um im Menschen die individuelle Sonnenhafte Vernunft hervorzubringen und ihn von den ‚tierhaften‘ Anteilen der Seele (ES, Mond, Mars) zu befreien.
Ein Horoskop mit starkem Mars und schwachem Saturn neigt nach Ptolemäus zu triebhafter Durchsetzung und hat eine ‚schwache Hemmung‘ (das Es überwiegt). Ein Horoskop mit starkem Saturn und starker Sonne hingegen hat gute Kontrolle, Selbstdisziplin (das Über-Ich dominiert). Ein ausgewogenes Verhältnis mit Merkur in guter Stellung führt zu reflektierender Vermittlung (das Ich ist im Gleichgewicht). Das ist fast 1:1 die energetische Logik Freuds, die später auch in Konzepte von Wilhelm Reich einfließen, der seinen Schwerpunkt auf die Befreiung körperliche Blockaden legte oder Fritz Pearls, in dessen Gestaltübungen ein Top-Dog gegen einen Under-Dog kämpft, um schließlich auf eine vermittelnde Ebene zu gelangen, von der aus die Widersprüchlichkeit des ‚Spiels der Gegensätze‘ erkannte werden kann. Auch die Transaktionsanalyse von Eric Bourne greift auf diese drei Ebenen zurück.
Der generalisierte Andere
Um die Jahrhundertwende 1900 griffen verschiedene Soziologen dieses Konzept einer ‚organisierten Gemeinschaft‘ auf, die dem Einzelnen die Findung der Einheit seines Ichs gestattet. George Herbert Mead bezeichnete es als das ‚Generalisierte Andere‘ (bei Freud Über-Ich). Die Handlungen des einzelnen Gruppenmitglieds werden dadurch ‚kontrolliert‘, dass er zugleich er selbst ist und sich mit den Einstellungen der anderen Mitglieder konform weiß. Jeder ist damit zugleich Teil einer Gefühlsgemeinschaft (Mond), Repräsentant des Gruppenbildes (Sonne) und Vertreter ihrer Gesetze (Saturn), die auch bei dem EhepaarHuber als eine der ersten Schulen der Psychologischen Astrologie eine große Rolle spielen. Zwischen diesen Polen entsteht die unverwechselbare Identität. Mead unterschied dieses ‚Self‘ (Sonnen-Ich) in Abgrenzung zum ‚Me‘ (Jupiter/Saturn/Über-Ich) und zum ‚I‘ (Mond/Mars/Unterbewusstes).
Die Soziologen Schütz, Simmel und Durkheim haben sich in der Folge viele Gedanken um die Bedeutung von Rollen gemacht, die Individualität erst ermöglicht. Jede Kommunikation ist als Versuch erfassbar, die unterschiedlichen Auslegungen der gesellschaftlichen Verhältnisse zu integrieren. In der Interaktion zwischen Ego und Alter (Aszendent und Deszendent) schwingt immer etwas Drittes mit als gesellschaftliche Regeln und Konvention, auf die sich der Austausch bezieht.
Eine der Formeln von Luhmanns Soziologischer Systemtheorie ist die ‚Reduktion der Komplexität‘, die auf Arnold Gehlens Konzept der Entlastung zurückgeht. Menschen ordnen sich in Systeme der Gesellschaft ein, um ihr Erleben der Welt einfacher zu machen. Im Beruf des Frisörs bin ich für Frisuren zuständig. Ich brauche mich nicht um die passende Krawatte zu kümmern. Oder Entscheidungen darüber treffen, dass die Haare nicht in die Kanalisation gelangen. Dafür sind andere zuständig. Das Einnehmen einer gesellschaftlichen Rolle erleichtert mein Dasein. Gehlen war ein wichtiger Vertreter der ‚Philosophischen Anthropologie‘ und sein Kollege Ernst Cassirer der kongeniale Gegenspieler von Martin Heidegger in den Davoser Dialogen. Er bezeichnete die Astrologie sogar als das erhabenste Symbolsystem, das der Mensch je entworfen hat.
Denn auch die Astrologie bot dem Menschen Entlastung. Es brauchte mit größer werdenden Stammesgruppen Erzählungen, um das Individuum in den unüberschaubar werdenden Gesellschaften als Einheit zu beschreiben. Die ältesten Schriften handeln von der Unvollkommenheit irdischer Ordnung, die durch die himmlische Matrix eine moralische Ausrichtung erfährt. Alle frühen Religionen waren von Sternenmysterien begleitet. Der Mensch lernte, sich auf seinen Wanderungen und Seereisen nach dem Lauf der Sterne zu orientieren. Zeitgleich richtete er aber auch seine soziale Ordnung nach dem Vorbild der Astralgottheiten aus und akzeptierte ihre Macht, wie wir heute die demokratischen Institutionen der Gesellschaft, weil sie ihn von der Verantwortung entlastete, sich den ganzen Tag Gedanken über die Richtigkeit seines Handelns zu machen. Begriffe und Erzählungen wandelten sich durch die Jahrtausende – aber die Grundstruktur blieb immer dieselbe.
Lacan und die Ebenen des Bewusstseins
Später hat der französische Psychoanalytiker Jaques Lacan die drei Grundebenen des Daseins als das Symbolische, Imaginäre und Reale ausdekliniert. Er plädierte für eine Rückkehr zu ursprünglichen Theorie Freuds und der Bedeutung der unbewussten Triebe auf die menschliche Entwicklung. Die Psychoanalyse spielte fortan als soziologische Theorie eine viel größere Rolle als in der Psychologie, wo sie so gut wie vergessen ist. Vor allem als Teil der ‚Kritischen Theorie‘, die von Adorno und Habermas formuliert wurde, bildet sie eine Grundlage psychohistorischer Betrachtungen.
Wenn sich heute eine Allianz aus amerikanischen religiösen Fundamentalisten, europäischen Populisten und Tec-Milliardären bildet, dann mag das für manchen überraschend sein. Wer sich allerdings mit der Kritischen Theorie beschäftigt hat, der weiß, dass der Kapitalismus die Ursache für den Faschismus bildet und jede Form gesellschaftlicher Ungerechtigkeit in Extremismus enden muss. Jede Form von Mangel erzeugt den Wunsch nach dem ‚großen Übervater‘, der die Ungerechtigkeit beseitigt, sich dann aber im Machtrausch für die einzige Lösung hält.
In Wikipedia finden wir: „Grundvoraussetzung zum Verständnis des Objekts klein a ist Lacans Konzeption des Subjekts als Träger eines irreduziblen Mangels. Dieser Mangel beginnt mit der Geburt, die das Kind aus der alle Bedürfnisse automatisch befriedigenden, vorbewussten Vollkommenheit seines embryonalen Daseins herauswirft (Lacan spricht deshalb auch von einer „Vorzeitigkeit der Geburt“ beim Menschen), und verstärkt sich noch durch seine zweite große Trennung, die Trennung aus der Symbiose mit der Mutter(brust). Auch von seinem Spiegelbild, dem es sich im Spiegelstadium gegenübersieht, ist es getrennt und entfremdet. Das Subjekt ist seitdem unvollständig, weshalb es stets danach begehrt, vollständig zu werden und seinen Mangel, seine Lücke im Subjekt durch Objekte aufzufüllen. Das Objekt klein a als der „Grund des Begehrens“ fungiert als Antrieb und Auslöser der Handlungen des Subjekts. Aber der Mangel ist letztlich nicht aufhebbar, das Objekt bleibt unerreichbar (Objekt klein a – Wikipedia).“
Lacan warb so mit Freud für eine Rückkehr des Verständnisses vom Primat der libidinösen Kräfte auf unsere Psyche. Dies entspricht dem Planeten Mars und dem Sternzeichen Widder, mit dem der Tierkreis beginnt. Darauf folgt der Stier und die kulturellen Errungenschaften des Planeten Venus. Freuds Theorie der Sublimierung besagte ja, dass die Hauptleistung des Ich darin besteht, den blinden Instinkten (Mars) zu widerstehen, und die Energie in gesellschaftlich anerkannte Leistungen zu ‚sublimieren‘ (umzuwandeln, Venus).
In meinem Buch ‚Astrologie und Psychoanalyse‘ bin ich auf die vielen Überschneidungen früher psychoanalytischer Theorien zu denen der Astrologie eingegangen. Nach meinen Untersuchungen erscheint die Venus und das Zeichen Stier auch besonders häufig in den Horoskopen der Psychoanalytiker der ersten Stunde. Freud selber war Stiergeborener (sowie Merkur, Uranus und Pluto in Stier) mit einer Widdervenus in Haus 6, die beständig ihre sexuellen Kräfte, bzw. ihr Fehlen analysierte. Sein erster Schüler Karl Abraham hatte Sonne, Venus, Neptun und Pluto in Stier. Alfred Adler, C.G. Jung und Fritz Perls und Arthur Janov besitzen den Mond im Stier, und Wilhelm Reich und Erich Fromm die Venus. Dementsprechend betonten alle die Wichtigkeit der Venus und die Integrierung kultureller Leistungen. Venus hilft dem Ich, die rohen Triebe des Es in sozialverträgliche Formen zu überführen. Statt impulsiver Triebbefriedigung des Es mit Mond und Mars, wartet Venus auf den richtigen Moment oder verwandelt die ‚unlauteren‘ Wünsche in Kunst, Ästhetik und Beziehungspflege.
Wenn Venus von Saturn oder Jupiter beeinflusst wird, kann sie Werte, Moral und soziale Konventionen in Beziehungen oder Schönheitskonzepte integrieren. Mit Uranus wird sie sich in moderne Beziehungsmuster wagen und mit Neptun auf romantische Ideale oder spirituelle Liebe konzentrieren. Die Kunst liegt darin, eine Balance zwischen persönlichem Genuss und sozialer Erwartung zu finden. Eine blockierte oder überkompensierende Venus wird sich mit Neptun in romantische Illusionen verlieren, mit Uranus eine ungesunde Wechselhaftigkeit an den Tag legen, mit Saturn eine allgemeine Angst vor Nähe entwickeln, mit Jupiter die Liebe als Ansehensgewinn missbrauchen, mit Mars vielleicht zur Sexsucht neigen und mit Merkur die Gefühle zerreden und sich auf intellektuelle Weise von der Notwendigkeit der Integration abschneiden. Die Lösung liegt bei allen Symptomen darin, sich bewusst zu erlauben, Freude zu empfinden und auf die innere Stimme zu hören, die im echten Kontakt mit den Mitmenschen anwesend ist. Die Venus-Qualitäten erkennt man daran, dass sie eine Brücke zwischen Es und Über-Ich bilden und nicht eine Flucht vor beidem bewirken.
Der ‚Große Andere‘ (groß A), durch den die Konventionen sprechen, die uns zu Ausweichhandlungen verführen, begegnet uns für Lacan in Form von übergeordneten Symbolen und Gesetzen. Der kleine Andere ist hingegen der andere, der nicht wirklich anders ist, sondern eine Projektion des Ich. Es ist gleichzeitig das Gegenstück von ‚groß A‘ und das Spiegelbild und vollständig in die imaginäre Ordnung von Jupiter und Saturn eingeschrieben. Der große Andere bezeichnet radikale Alterität, eine Andersheit, die die illusorische Andersartigkeit des Imaginären von Mars und Mond übersteigt, weil sie nicht durch Identifikation assimiliert werden kann. Lacan setzt diese radikale Veränderung mit symbolischer Sprache und Gesetz gleich. Der Andere ist also sowohl ein anderes Subjekt in seiner radikalen Alterität und unverträglichen Einzigartigkeit, als auch die symbolische Ordnung, die die Beziehung zu diesem anderen Subjekt vermittelt.
Foucault und Luhmann
Der Soziologe Michel Foucault ging davon aus, dass Wissen nie neutral ist, sondern immer an Machtverhältnisse gebunden. Jede Epoche zeigt dabei für ihn bestimmte Denkrichtung (Episteme) auf, denen sie den Vorzug gibt. Vorgeblich, um ‚unterdrückten‘ Wissensgebieten im Sinne von Aufklärung mehr Raum zu geben. Leider kommen mit solchen ‚Gerechtigkeitsschüben‘ auch immer andere Fächer unter die Räder, die mit der Sache überhaupt nichts zu tun haben.
Auch die Astrologie ist in den ersten beiden Jahrzehnten des eigentlich vielversprechenden neuen Jahrtausends in den Bannstrahl der ‚normatischen Säuberungen‘ geraten und von Volkshochschulen und öffentlichen Diskursen meist ohne Begründung entfernt worden. Dieser Versuch ihrer Bloßstellung passierte viele Male in der Geschichte und hat immer nur dazu geführt, dass sie umso stärker aus der Verfolgung wieder hervorgegangen ist.
Diese Glaubenssätze entstehen für Foucault aus dem Widerstreit von Denkrichtungen, die versuchen, die Ideen ihrer Zeit in ideologischer Weise zu untermauern und ihre Sichtweise als die ‚Menschlichere‘ anzupreisen, während sich ihre Paradigmen gleichzeitig in der Wiederholung des Abgelehnten zu einer Art Zensur verabsolutieren und pervertieren. Was als ‚wahr‘ gilt, hängt nicht nur von Fakten ab, sondern von den Regeln, nach denen in einer bestimmten Epoche gesprochen und gedacht werden darf. Wir erleben das heute wieder in Form von Cancel Culture und dem Bemühen um gendergerechte Sprache, das auf die Emanzipationsbestrebungen der 68er zurückgeht, aber weit über das Ziel hinausschießt.
Eine derartige ‚Archäologie‘ und ‚Genealogie‘ der Moral, wie sie schon Nietzsche beschrieben hat, kann mit dem Lauf der äußeren Planeten und deren ‚großen Figurationen‘ identifiziert werden, wie ich das in einem Artikel in der ‚Sternzeit‘ von 2012 aufgezeigt habe. Besonders der ‚Große Zyklus‘ der Planeten Saturn, Uranus und Pluto leitet alle 30-50 Jahre eine Änderung der Paradigmen ein.[1] Aber auch der Winzling Chiron prägt mit seinem Durchlauf durch das Zeichen Widder alle 50 Jahre einen Abschnitt, an dem abwechselnd die extremen Pole des politischen Diskurses erscheinen. Auch der Eintritt Plutos in den Wassermann alle 250 Jahre markiert den Beginn einer neuen Epoche. In den letzten Jahren wurden alle drei Anzeiger für Paradigmenwechsel gleichzeitig aktiviert und dazu kamen noch Saturn und Neptun in eine Konjunktion auf 0 Grad Widder. Mehr Neuanfang kann astrologisch nicht symbolisiert werden.
Leider kommen mit solchen ‚Gerechtigkeitsschüben‘, die in solche Wendezeiten auftreten, auch immer andere Fächer unter die Räder, die mit der Sache überhaupt nichts zu tun haben. Auch die Astrologie ist in ersten beiden Jahrzehnten des eigentlich vielversprechenden neuen Jahrtausends in den Bannstrahl der moralischen Säuberung geraten und von Volkshochschulen und öffentlichen Diskursen meist ohne Begründung entfernt worden. Dieser Versuch ihrer Bloßstellung passierte viele Male in der Geschichte und hat immer nur dazu geführt, dass sie umso stärker aus der Verfolgung wieder hervorgegangen ist.
Das interessante an Foucault ist, wie er die Machtsphären vor allem mit Techniken der Beherrschung von Körpern und deren sexuellen ‚Dispositiven‘ in Verbindung bringt. Es ist nicht verwunderlich, dass sich auch die moderne Astrologie aus Fragen der Studentenrevolution entwickelte und sich zum größten Teil um Themen der Partnerschaft drehte und das Ausleben einer befreiten Sexualität. Millionen von Menschen haben sich in den 80er und 90er Jahren mit dieser neuen Astrologie beschäftigt und sie als Teil eines Diskurses über ‚alternative Gesundheitsmodelle‘, ‚Kreativen Coachingmethoden‘ und Erkenntnisse über eine ‚säkularisierte Spiritualität‘ durchaus ernstgenommen. Der Rollback der 00er Jahre führte dann zu einem Rückgang dieser ‚neuen Denkfreiheiten‘ – aber nicht zu ihrem Verschwinden.[2]
Foucaults Analysen bilden eine Differenztheorie, genauso wie Niklas Luhmanns Soziologische Systemtheorie. Beide gehören zu den meist zitierten Gesellschaftsmodellen der Soziologie. Eine Differenztheorie ist eine Theorie, die die Welt nicht aus Substanzen, Dingen oder Identitäten erklärt, sondern aus Unterschieden, Grenzen und Relationen. Etwas existiert nur, indem es sich von etwas anderem unterscheidet. Es gibt nach Luhmann z.B. kein System ohne Umwelt. Jedes System existiert nur, indem es eine Grenze zieht. Und nach Foucault gibt es keinen Diskurs ohne ein Machtfeld, das für Ausgrenzung sorgt. Realität, Bedeutung, Identität und Wissen entstehen für beide also nicht von innen heraus, sondern durch die Bezeichnung von Unterschieden.
| Aspekt | Foucault (Diskursanalyse) | Luhmann (Systemtheorie) |
| Zentraler Fokus | Wissen, Macht, Sprache | Kommunikation, Gesellschaft |
| Grundprinzip | Diskurse produzieren Wahrheit durch Differenzen | Systeme reproduzieren sich durch Differenzen |
| Art der Differenz | Sagbares / Unsagbares, Normal / Abweichend | System / Umwelt, Code-Differenzen (z. B. wahr/falsch) |
| Erkenntnisinteresse | Archäologie und Genealogie von Macht/Wissen | Beschreibung der Funktions-weise sozialer Systeme |
| Anthropologische Position | Der Mensch ist Produkt des Diskurses | Der Mensch ist Umwelt der Gesellschaft |
| Form der Differenz | historisch, diskursiv, selbstermächtigend | formal, systemisch, autopoietisch |
Welche Unterscheidungen erlaubt sind und welche nicht, entscheidet über die zu befindende ‚Wahrheit‘. Abweichung und ‚Unwahrheit‘ wird jeweils durch die Feststellung der Norm in jeder Epoche neu produziert. Ausgangspunkt von Foucaults Überlegungen war die erstmalige Bezeichnung psychischer Symptome in der Zeit des letzten Wechsels von Pluto in den Wassermann und von Napoleons perfektionierten Armeen, in denen alles in Hinsicht auf den optimierten Soldaten vermessen wurde. Danach wurden ‚psychisch kranke‘ Menschen weggesperrt, zwangsbehandelt und zu Versuchszwecken für die Pharmaindustrie benutzt. Die Industrialisierung tat ihr Übriges. Jeder kämpfte um sein Überleben und so wurden die Menschen aus Angst vor ‚Normabweichung‘ leichte Beute für totalitäres Gedankengut.
Heute sind die Schatten absolutistischer Herrschaftsformen wieder aufgezogen. Sündenböcke werden gesucht, die für die falschen Entscheidungen von Politik und Wirtschaft herhalten sollen. Dinge sind nicht mehr so leicht sagbar und Positionen verwischen. Diskurse werden wieder durch Lautstärke und Gewaltandrohung beeinflusst. Dazu kommt die KI und die Unklarheit über den Besitz von Daten, Medien und Kommunikationsplattformen. Eine schwierige Gemengelage, die in der Digitalen Postmoderne aufgezogen ist. Aber auch eine Chance, Fehlentwicklungen zu korrigieren und zu einer wirklichen Gleichberechtigung aller Menschen, aller Religionen und Glaubensrichtungen und aller Nationen zu kommen.
Ein Diskurs funktioniert nur, indem er Unterscheidungen stabilisiert. Und bestrebt ist, dass Ausgeschlossene immer wieder über ‚Beobachtungen 2. Ordnung‘ in den Diskurs zurückzuholen. Die Astrologie schaffte es, entgegen aller Unkenrufe eines ‚13. Sternzeichens‘, ‚energetisierten Sternzeichenpullovern‘ und ‚mysteriösen Planeten, die unsichtbar hinter der Sonne lauern‘, ihre Kommunikationen seit Jahrtausenden auf einem konstanten Level zu halten. Der Mars war schon vor 3000 Jahren ein Krieger und der Nicht-Mars ein Schlappschwanz. Egal, ob bei den Babylonieren, Atzteken, frühen Griechen, Han-Chinesen oder Persern. Wo auch immer ich mir auf der Welt ein Horoskop erstellen lasse: Mein Mars wird entweder als ‚gute Impulsaktivität‘ oder ‚Schwächung durch Gehemmtheit‘ beschrieben werden.
Gesellschaft erhält sich über die Kommunikation ihrer Werte und Grenzen. Darin sind sich Foucault und Luhmann einig. Systeme und Diskurse existieren über längere Zeit nur, weil sie die Differenzen stabil halten können und Konflikte durch Anschlusskommunikationen handhaben lernen. Dabei spielen auch das Unterbewusste, Symbole und ‚Gefühlsgeladene Geschichten (Big Story) eine große Rolle. Für Foucault in seiner Nähe zu Lacan und den anderen französischen Poststrukturalisten waren Freud und Marx wichtige Vorreiter. Aber auch Luhmann ist gar nicht so weit von Freud entfernt, wie man vielleicht denken würde. Für Luhmann ist das Unbewusste kein Ort, sondern eine Funktionsweise psychischer Systeme: „Das Unbewusste ist das, was das Bewusstsein nicht thematisieren kann, ohne seine eigene Operation zu unterbrechen.“
Differenz
Das Unbewusste beschreibt Begrenzungen der Selbstbeobachtung des Bewusstseins. In diesem Sinne sind Psychoanalyse, Psychotherapie und auch Astrologie eine soziale Praxis, die sich sowohl systemtheoretisch als auch diskursiv beschreiben lässt und von sich aus durchaus kenntnisreiche Urteile über die soziale Welt trifft. Luhmann würdigt Freud auch explizit als einen der ersten Denker, der Selbstreferenz erkannt hat: Das Bewusstsein kann sich nur über sich selbst verstehen. Der Mensch ist nicht transparent für sich selbst.
Aus der Kenntnis über die Differenz des Unbewussten für das Bewusste ergibt sich psychische Gesundheit. Psychologie ist die ‚Wissenschaft des Bewusstseins‘, die allerdings nicht sehen kann, was sie an ‚unbewussten Fehlfunktionen‘ ausgrenzt. Genausowenig wie der Recht je ‚Unrecht‘ gesehen hat, die Wirtschaft ‚Unproduktivität‘ und die Politik ‚Ohnmacht‘. Diese Dinge entstehen dialektisch in dem Bemühen um ihr Gegenteil. Sie lauern gegenüber der Grenze, die die Systeme ziehen, und ziehen müssen. Denn ohne diese Leitunterscheidungen können sie keine konkreten Operationen vollziehen, die ihr System stabil hält. Damit produziert jedes System automatisch aber auch Ungerechtigkeit und Ausschluss. Selbst die Kunst, die doch für ‚Jedermann‘ da sein sollte, muss sich vom vermeintlich Hässlichen und Uninspirierenden abgrenzen, um das vermeintlich Schöne zu erschaffen. Und so produziert sie seit Jahrtausenden auch Vorurteile über ästethische Fragen, Schönheitswahn und Körperkult.
| Kopp-lung | Psychische Funktion | Modus | System Zeitqualität | Leitdiffer. |
| Mars Widder | Libido Ausagierung | Bewegung Lähmung | Sport, Pioniere, Militär, Aktivisten, Abenteurer, Ballerspiele, | impulsiv gehemmt |
| Venus Stier | Anima Sublimierung | Genuss Verderb | Kunst, Mode, Theater, Musik, Beauty, Heilkunde, Wellness | Schön hässlich |
| Merkur Zwilling | Gedächtnis Fantasieren | Kommunikation Schweigen | Philosophie, Medien, Sprache, Literatur, Wissen, Rhetorik, Post | Sinnhaft beliebig |
| Mond Krebs | Unterbewusst.Regression | Fürsorge Vernachlässigung | Sicherungssysteme, Psychologie, Soziale Hilfe, Sozialarbeit, Hüter | Sozial asozial |
| Sonne Löwe | Über-Ich Idealisierung | Repräsentation Abweichung | Jet-Set, High Society Eliten, Führungseinheit, Leitung, Adel, | In out |
| Chiron Jungfrau | Intellekt Rationalisier. | Verstehen Ignoranz | Wissenschaft, Ingenieurswesen, Medizin, Programmierung, | Logisch irrational |
| Lilith Waage | Gemüt Projektion | Gespür Abstumpfung | Pädagogik, Mediation, Didaktik, Weiterbildung, Nachhilfe, Lernsys. | Anschaulich kompliziert |
| Pluto Skorpion | Schatten Abspaltung | Kontrolle Vergehen | Justiz, Versicherungen, Polizei, Börse, TÜV, Geheimdienst | Legitim illegal |
| Jupiter Schütze | Habitus Kompensation | Common Sense Einzelmeinung | Politik, Mentoring, Lobbyismus, Fundraising, Genossenschaften | Zeitgemäß old fashion |
| Saturn Steinbock | Gewissen Introjektion | Rechtschaffen gewissenlos | Staaten, Verwaltung, Verbände, Organisationen, Gesell.-Strukturen | Geordnet chaotisch |
| Uranus Wasserm. | Komplexe Reaktionsbild | Expertise Laientum | Unternehmen, Gründervereine, Expertengrup., Forschung, Internet | Innovativ ideenlos |
| Neptun Fische | Höheres Selbst Symbiose | Transzendenz Profanität | Wertegemeinschaft, Religion, Spiritualität, Gemeinschaftsszene | Berührend gewöhnlich |
Astrologie gibt Idealbilder vor (dort meist ‚Archetypen‘ genannt), die in der Deutungsarbeit mit immer neuen Inhalten gefüllt werden, wie ich im Band II der ‚Astrologischen Soziologie gezeigt habe. Der Löwe kann majestätisch und selbstbewusst zu sein, die Jungfrau fleißig und penibel. Sie muss es aber nicht. Es ist ein Vorschlag zur gesellschaftlichen Einigung. Determinierend ist nicht das Bild, sondern dessen Erfüllung in der Rolle. Die jeweilige Rolle orientiert sich an einem Idealtypus, wie er auch von Max Weber definiert worden ist, der dabei auf die Arbeit von Ferdinand Tönnies zurückgreift. Er beschreibt in idealisierter Form Gattungsbegriffe der Gesellschaft, Ideen von Bildungs-Geschichten, sowie personale Relationen, die sich historisch systematisieren lassen. Diesen Ansatz möchte ich für die moderne Astrologie übernehmen, die sich um eine realitätsgetreue Abbildung der jeweiligen Gesellschaft bemühen sollte, in der sie tätig ist. Das heißt, Abstand nehmen von nicht belegbaren Modellen des Unbewussten und Idealisierung einer angeblich besseren Vorzeit und Orientierung an aktuellen Gesellschaftsmodellen, die Persönlichkeit des Menschen sowohl in einen Bezug zu den neuen Identitätstheorien der Neuro- und Sozialwissenschaften stellen, als auch zu seiner evolutionären Entwicklung.
Weber belegte, dass das westliche Vorbild von Recht, Bürokratie und kulturellem Austausch wegweisend für das Denken der Neuzeit und die Bildung von Staaten war. Als Jurist und Geschichtsforscher sieht er deren Idealbilder als methodisches Mittel an, um zum Wesentlichen sozialer Beobachtung zu gelangen. m Bauhaus wurden derartige Vorstellungen auch in der künstlerischen Umsetzung versucht, etwa in den Bildern von Oskar Schlemmer, die stilisierte seltsam puppenhaft wirkende Figuren in Treppenhäusern und Fabriken zeigen. Vom Kindergarten über die Schule und Ausbildung, über die Gründung einer Familie und Eingliederung in die Arbeitswelt bis zur Ausbildung von differenzierten politischen, religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen orientieren wir uns an Idealtypen, die im Ringen um eine moderne Gesellschaft und eine friedlich organisierte Kultur entstanden sind. Rolle und Idealtypus verhalten sich wie Signifikat und Signifikant aus der Theorie von Ferdinand Saussure. Der Signifikant ist dabei der ‘Inhalt’ des Signifikanten, auf den dieser verweist. Der Idealtypus gibt der Rolle ihre Bedeutung; in ihm wird symbolisch schon angelegt, was wir später durch Erwerb von Sprache als Rolle individuell ausdifferenzieren. Für Lacan ist das Symbol beliebig, es wird durch die kulturelle Praxis geformt und durch diese allein begründet.
Die dazugehörigen Rollen, etwa des mutigen Bloggers, des bürokratischen Erbsenzählers, des belesenen Bürgerrechtlers usw., dienen als Orientierung und Einstiegshilfe in die Strukturen der modernen Gesellschaft und damit der Entlastung und Orientierung; sie erlauben aber auch Variation und eigenständige Interpretation. Inzwischen sind die Schattenseiten dieser Organisationsform deutlich geworden und werden durch Vorbilder anderer Kulturen ergänzt und erweitert. Die Vorgabe eine Rolle hilft, der Totalität und Anonymität der Institutionen und den Auswirkungen des Kapitalismus zu begegnen und die zugewiesene Aufgabe mit individuellen und damit das System zu ‘vermenschlichen’. Es geht dabei nicht um einen Ethnozentrismus, der die Überlegenheit der westlichen Welt gegenüber ‘wilden Völkern’ beweisen will. Im Gegenteil; diese sind längst nicht so korrumpiert und naturverachtend wie der Westen. Es geht um eine realistische Beschreibung der Idealbilder, mit denen wir aufwachsen und ein Verstehen der westlichen Organisationen, wie sie unser Leben beeinflussen; mit all ihren Übeln, aber auch Möglichkeiten. Der Klient selbst kann dann die Wahl treffen, was er davon annehmen will und was nicht.
Da die Astrologie nach wie vor eine gesellschaftliche Institution ist, ist die Weber‘sche Vorgehensweise der Bildung eines Idealtypus, von dem man weiter abstrahiert, natürlich auch auf sie anwendbar. Der Astrologe kommt meiner ersten Einschätzung nach häufig aus einem Milieu, das auf einfache Weise Toleranz und Mitgefühl lebt, nicht zu verbildet, aber auch nicht ohne Anreize der kreativen Erziehung und der humanistischen Aufklärung. Die wäre allerdings zu untersuchen. Für mich nimmt die Astrologie eine sehr spezielle Rolle zwischen dem was wir nur ungefähr als ‘Volksglauben’ beschreiben können und den psychologischen Entscheidungsfunktionen der Eliten ein, (wobei auch die Definition von Eliten soziologisch alles andere als einfach ist). Um diese Zwischenposition spielen zu können, muss man in einem gefestigten Selbstbild aufgewachsen sein und von klein auf gelernt haben, die Grenzen der Welt in Frage zu stellen. Es geschieht meiner Beobachtung nach häufiger, dass ein Mensch aus einem solchen offenen Elternhaus die Astrologie als Fach für sich wählt, weil er dort ein noch unvoreingenommenes Spielfeld für seine Kreativität findet. Wenn er denn die Rolle als verbohrter Exzentriker und seltsamer Esoteriker annehmen kann.
Wenn wir das Gedankenexperiment wagen und uns die Bilder der Astrologie vor das geistige Auge führen, dann erscheinen die von ihr gebildeten Typen gar nicht so weit entfernt von den modernen Kategorien der Sozialforschung. Der Idealtypus sollte als Ausgangspunkt konkreter Vorstellungen nach Weber sowieso historische Bezüge haben und sodann in der Analyse von Ideologien, Utopien, usw. den Bezug zu einer sachlichen Ausgangsfrage herleiten. „Historisch, weil Weber das weltgeschichtliche Material idealtypisch ordnet und soziologisch auf den Begriff bringt; systematisch, wie er auf diese Weise – nolens volens – einen Beitrag zur Gesellschaftsgeschichte der okzidentalen Modernisierung leistet.
Soziales Handeln, soziale Beziehung und soziale Ordnung bilden sich für Weber nicht nur an rationalen und zweckorientierten Handlungs-Systemen ab, sondern an allen modernen Ordnungsgefügen, die Menschen Sinn und Halt geben. Als Astrologe sollte man beachten, dass die Konstruktion des Idealtypus nur ein Zwischenschritt zur Auflösung von Stereotypen ist. Es wird niemals einen Löwen oder eine Jungfrau in Reinform geben. Die Sternzeichen sind eine Hilfe, um komplexe psychische Zusammenhänge einfacher zu beschreiben und die dahinterstehenden problematischen Sachverhalte zu verstehen.
„Wo wir als Erfahrungswissenschaftler auf Sinnhaftes stoßen, sollen wir verstehen, weil uns dies zu einem besseren Erklären verhilft. Denn Verstehen steht nicht im Gegensatz zum Erklären, sondern in dessen Diensten: Es schafft, so Weber, eine Mehr an Erklärung. Weil Menschen regelorientiert handeln können, lässt sich ihr Handeln ‘berechnen’ und Wahlfreiheit ist die Voraussetzung für die Fähigkeit der Regelbefolgung.“ Um über Nominaldefinition etwa wie Sozialismus und Kapitalismus, Klassifikationen von Milieus und Schichten, aber auch von Esoterik und Religion hinauszukommen, entwirft Weber die Vorstellung vom Idealtypus. „Der Idealtypus wird gewonnen durch einseitige Steigerung eines oder einiger Gesichtspunkte und durch Zusammenschluss einer Fülle von diffus und diskret, hier mehr oder weniger, stellenweise gar nicht vorhandenen Einzelerscheinungen, die sich jenen einseitig herausgehobenen Gesichtspunkten fügen, zu einem in sich einheitlichen Gedankengebilde. In seiner begrifflichen Reinheit ist dieses Gedankengebäude nirgends in der Wirklichkeit empirisch vorfindbar, es ist eine Utopie, und für die historische Arbeit erwächst die Aufgabe, in jedem einzelnen Falle festzustellen, wie nahe oder wie fern die Wirklichkeit jenem Idealbild steht.“
Astrologische Deutungen basieren allgemein auf dem Verständnis der 12 Urprinzipien der Planeten, die sich in den 12 Tierkreiszeichen als auch den 12 Häusern finden lassen. Der Planet Mars etwa entspricht der Qualität des Sternzeichens Widder und dem 1. Haus. Sein Ur-Prinzip ist als das der impulsiven Durchsetzung und des ersten Schritts bekannt, durch den sich der Geborene sichtbar macht und seine wichtigsten persönlichen Anliegen Aufmerksamkeit verschafft. Mars besitzt in der Differenz aber auch die Schatten der Unbeherrschtheit und Aggressivität.
Ur-Prinzipien, oder auch Archetypen genannt, gibt es auch bei C.G. Jung. Er sprach von ‚Ur-Ideen des Lebens‘, die sich in den Mythen und Symbolen der Menschheit überall wiederfinden lassen. Der archetypische Mars muss z.B. kämpfen, um sein Anliegen deutlich zu machen. Das tut er auf den Feldern des Sports, beim Militär, bei Abenteurern und dem Ausüben von aggressiven Computerpielen. In jedem von uns wirkt sein Prinzip auf verschiedene Weise und das Horoskop zeigt an, wie er es tut.
In dem Ur-Prinzip des Aktivisten und Pioniers soll die männliche Energie besonders gut zum Ausdruck kommen. Genau durch diese Festlegung aber wird eine Grenze gezogen, hinter der wiederum der Ausschluss und das falsche Werturteil lauert. Auch Frauen besitzen einen Mars im Horoskop und können bei Transiten und Progressionen ihre ursprünglichen Instinkte ausleben lernen und Kräfte in den entsprechenden Berufsfeldern, beispielsweise im Sport oder in der Pionierarbeit der Projektplanung mobilisieren. Ihnen wird aber aus gesellschaftlich en Konventionen heraus und körperlicher Unterlegenheit seltener zugetraut, sich auch mal aggressiv durchzusetzen.
Dazu kommt die Frage, ob sich das Item Männlichkeit an rein biologischen Tatsachen überhaupt festmachen lässt. Jede Bildung eines Idealbildes produziert automatischen Ausschuss und muss deshalb auch hinterfragbar und dekonstruierbar sein. Ansonsten würde auch die Astrologie in einer Art totalitärer Psychodiktatur enden. Ihre Stärke ist das Spielen mit den Kategorien und das Auflösen von überholten Werturteilen im Sinne eines offenen Ideal-Diskurses, der es auch Laien erlaubt, teilzunehmen. Dann kann uns die Erkenntnis von verborgenen Qualitäten unserer Persönlichkeit an erinnern, dass wir keine statischen Roboter sind, sondern Teilnehmer an einem lebendigen Prozess des Lebens, von dem aus immer neue Differenzierungen von Identität erscheinen dürfen.
78 Gesellschaftssysteme
Luhmanns- Soziologische Systemtheorie baut auf der Prämisse auf, dass sich Psyche und Gesellschaft im Laufe der Zivilisation gleichermaßen immer weiter ausdifferenziert haben. Die Gesellschaft ist nur ein Abbild der inneren Verfasstheit des Menschen und ihre Teilsysteme erfüllen Funktionen, die sich gegenseitig zunehmend auch ersetzen können und somit eine hohe Redundanz und Unanfälligkeit für Störungen besitzen. Waren es früher Fürsten und Bischöfe, die über die Ordnung der Gesellschaft bestimmten, so bildete sich ab dem 16. Jahrhundert eine eigenständige Form von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Justiz und Medienlandschaft aus, die zunehmend unabhängig operierte und auch operieren musste, um Effizienz zu entwickeln und sich gegenüber der Konkurrenz autokratischer Systeme zu behaupten.
Heute würde wohl die Mehrheit der Menschen es bevorzugen, in einem demokratischen System mit breiter Ausdifferenzierung zu leben, auch wenn das eine hohe Anforderung an jedes Individuum stellt. Die gewonnen Freiheit wiegt die Anstrengung der Selbstverantwortung auf. Und in diesem Sinne hat sich ja auch die Astrologie in den letzten 50 Jahren stark verändert von einer deterministischen und zukunftspessimistischen Warnerin vor Unheil hin zu einer systemischen Methode, sanft die Prozesse des Unterbewussten sichtbar zu machen und Kommunikationstools für lösungsorientierte Beratungsarbeit bereitzustellen.
Die Astrologie ist im Grunde eine Art Protosystemtheorie, die gesellschaftlicher Systembildung schon vor 5000 Jahren begleitet hat und geholfen hat, immer neue Begriffe für unbeachtete Strömungen zu finden, die durch die ‚Mainstreamwissenschaften‘ und deren Leitunterscheidungen jeweils nicht ausdrückbar waren. Besonders in den Zeiten großer Veränderungen, wie sie mit dem Eintritt Plutos in den Wassermann verknüpft sind, wie 1287 die Entstehung der Bauhütten und Gilden, 1533 das Protestantentum und der Humanismus und 1777 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die französische Revolution, war die Astrologie immer auch in ihrer Blüte und gesellschaftliche hochgeachtet. Ähnliches ist also wieder zu erwarten, da Pluto 2023 in den Wassermann wechselte und die rationale Wissenschaft allein die Fragen im Zusammenhang mit KI, Genomtechnologie und Widererstarken des Populismus nicht allein beantworten kann.
Wenn man die Planeten miteinander kombiniert, erhält man Wortpaare wie etwa Mars ‚Aktion‘ und Venus ‚Kunst‘, die sich zu einem Begriff wie ‚Aktionskunst‘ verbinden lassen. Alle Verbindungen in der folgenden Aufzählung bezeichnen ein gesellschaftlich relevantes Feld, wie etwa auch ‚Erotik im Sport‘ oder ‚Pioniere der Musik‘. Die Urformen derartiger Betätigungsfelder finden wir schon in Astrologiebüchern der Antike. Den ersten und zweiten Begriff der hier gegebenen acht Paar kann man natürlich beliebig noch weiter vertauschen, um alle existierenden Gesellschaftssysteme abzubilden. Am Ende lassen sich wahrscheinlich sinnvoll 12x12x12 Einheiten gut voneinander unterscheiden. Diese Differenzierzung ist wichtig, um weitere Wissensvertiefungen und Anregungen anzuregen und jedes Individuum an seinen geeigneten Platz zu bringen. Viele junge Menschen sind von der Vielfalt überfordert und haben Schwierigkeiten, sich einzuordnen und das für sie geeignete Studium auszuwählen.
Nach systemischen Gesichtspunkten ist die freie Gesellschaft ein offenes Feld, dass von der Individualisierung ihrer Spezialisten lebt, die alle miteinander in Verbindung stehen, ohne dass es eine zentrale anordnende Macht geben muss. Der Mensch aber tendiert in Krisenzeiten dazu, sich eine zentrale Autorität zu wünschen, die ihm Sicherheit und auch Einfluss verspricht. Es ist aber eine Illusion zu glauben, dass ein Zentralcomputer alle Lösungen für die Menschheit bereithält, nur weil er scheinbar so groß ist und ein starker Mann ihn für uns beschützend einsetzt. Es ist gerade die Stärke von intelligenten Netzwerksystemen, dass sie dezentral und hochredundant sind und auftretende Fehler an vielen Stellschrauben ausbessern können.
78 Gesellschaftssysteme
Stier/Widder: Kunst der Aktivistenszene, Ästhetik der Computerspiele, Erotik des Sports, spielerische Gestaltung von Freizeitparks = Mars/Venus: Aktionskunst, Pioniere der Musik, Rivalitäten des Theaters, Initiativen der Körperkultur und Mode
Zwilling/Widder: Philosophie des Gründerunternehmen, Sprache des Wettbewerbs, Rhetorik des Militärs, Literatur des Sports = Mars/Merkur: Begründer der Sprachwissenschaft, Empowerment der Philosophie, Rivalität in der Literaturforschung, Pionierarbeit der Kurierdienste
Krebs/Widder: Hilfsangebote für Start-Ups, Soziologie des Computerspiels, Sicherungssysteme des Militärs, Förderung des Sports = Mars/Mond: Aktionsradius der Sozialhilfe, Initiativen der sozialen Arbeit, Pionierleistungen der Pflege, Proaktivität basisdemokratischer Bewegungen
Löwe/Widder: Eliten der Pionierarbeit, Führungseinheiten des Wettbewerbs, Leitung des Militärs, Hierarchien im Sport = Mars/Sonne: Empowerment von Managements, Aktionismus des Jet-Sets, Rivalitäten hierarchischer Organisationen, Aktivposten der Leitung
Jungfrau/Widder: Theorie des Start-Ups, Technische Fragen des Freizeitparkkonzepts, Wissenschaft des Militärs, Forschung des Sports = Mars/Chiron: Proaktivität der Wissenschaft, Rivalität der Medizin, Pionierleistungen der Ingenieure, Empowerment der Logistik
Waage/Widder: Weiterbildung des Gründerunternehmen, Pädagogik des Computerspiels, Lernsysteme des Militärs, Didaktik des Sports = Mars/Lilith: Proaktivität pädagogischer Einrichtungen, Rivalität der Lernsysteme, Pionierleistungen der Mediation, Empowerment der Weiterbildung
Skorpion/Widder: Underground der Aktivistenszene, Controling im Wettbewerbs, Geheimdienste des Militärs, Justiz des Sports = Mars/Pluto: Selbstinitiative in der Versicherung, Proaktivität der Justiz, Pionierleistungen der Polizei, Empowerment der Sicherheitsdienste
Schütze/Widder: Mentoring des Gründerunternehmen, Vermarktung des Computerspiels, Politische Einflussnahme des Militärs, Lobbyismus des Sports = Mars/Jupiter: Aktionspotential der Politik, Rivalität von Genossenschaften, Pionierleistungen der Vereine, Empowerment der Logistik
Steinbock/Widder: Strukturierungsmaßnahmen von Start-Ups, Verbände des Wettbewerbs, Verwaltung des Militärs, Organisationen des Sports = Mars/Saturn: Proaktivität der Staatenbündnisse, Rivalität von Verbänden, Pionierleistungen Organisationen, Empowerment der Regierung
Wassermann/Widder: Expertensysteme und Abenteuertum, Initiativen der Kampfspielindustrie, Unternehmertum des Militärs, Vereine des Sports = Mars/Uranus: Aktionspotential vom Internet, Proaktivität in Unternehmen, Pionierleistungen von Aktivisten, Empowerment von Gründergruppen
Fische/Widder: Wertvorstellungen von Pionieren, Religion im Computerspiel, Glauben im Militär, Soziales Netz des Sports = Mars/Neptun: Initiativen der Sozialhilfearbeit, Rivalität der Religionen, Pionierleistungen von Ethikkommission, Empowerment der Gemeinschaftsarbeit
Stier:
Zwilling/Stier: Philosophie der Kunst, Sprache der Musik, Rhetorik des Theaters, Literatur der Körperkultur und Mode = Venus/Merkur: Ästhetik der Literatur, Erotik in der Philosophie, Schönheit der Sprache, Kunst der Spieleprogrammierung
Krebs/Stier: Förderung der Kunst, Soziale Projekte der Musik, Randgruppen des Theaters (Laienspielhaus), Psychologie der Körperkultur und Mode = Venus/Mond: spielerische Elemente in der Therapie, künstlerische Elemente in der sozialen Arbeit, Ästhetik in der Pflege, Darstellungsformen von Sozialhilfe
Löwe/Stier: Jet-Set der Kunst, Elitenbildung in der Musik, Führungseinheiten des Theaters, Leitbilder der Körperkultur und Mode = Venus/Sonne: spielerische Elemente von Führungseinheiten, ästhetische Momente im Jet-Set, künstlerische Ausgestaltung hierarchischer Organisationen, Sinnelemente von Leitung
Jungfrau/Stier: Technische Fragen der Kunst, Forschung der Musik, Wissenschaft des Theaters, Kritik der Körperkultur und Mode = Venus/Chiron: spielerische Elemente in der Wissenschaft, künstlerische Ausgestaltung der Ingenieurskunst, Ästhetik der Programmierung, Design von Medizinischen Apparaten
Waage/Stier: Lernsysteme der Kunst, Pädagogik der Musik, Weiterbildung des Theaters, Erziehung der Körperkultur und Mode = Venus/Lilith: spielerische Elemente in der Weiterbildung, künstlerische Ausgestaltung der Mediation, Ästhetik der Pädagogik, Design von Lernsystemen
Skorpion/Stier: Underground der Kunst, Rechtsmittel der Musik, juristische Aspekte des Theaters, Controling von Körperkultur und Mode = Venus/Pluto: spielerische Elemente in der Versicherung, künstlerische Ausgestaltung der Justiz, Ästhetik der Polizei, Darstellungsformen von Sicherheitsdiensten
Schütze/Stier: Genossenschaften der Kunst, Lobbyismus der Musikindustrie, Fundraising des Theaters, Vermarktung der Körperkultur und Mode = Venus/Jupiter: Erotik in der Politik, künstlerische Freiheit der Ingenieurskunst, Ästhetik der Vereinsarbeit, Darstellungsformen von Stiftungen
Steinbock/Stier: Strukturierungsmaßnahmen des Kunstgewerbes, Verwaltung in der Theater- und Musikbranche, Institutionalisierung von Freizeitangeboten, Regulierung der Körperkultur und Mode = Venus/Saturn: spielerische Elemente in der Staatenbildung, künstlerische Ausgestaltung der Organisationsarbeit, Darstellungsformen von Regierungsangelegenheiten
Wassermann/Stier: Gründergruppen der Kunst, Expertensysteme der Musik und des Theaters, Genossenschaften der Körperkultur und Mode = Venus/Uranus: Erotik und Innovation, künstlerische Ausgestaltung von Unternehmen, Ästhetik der Forschungskultur, Design des Internets
Fische/Stier: Wertvorstellungen der Kunst, Glaubensgemeinschaften der Körperkultur, Soziales Netz des Theaters und der Musik, Spirituelle Einflüsse in der Modeindustrie = Venus/Neptun: Sinnlichkeit in Sozialen Netzwerken, Ästhetik von Religion, Darstellungsformen von Ethischen Grundfragen, künstlerische Ausstattung von Gemeinschaftsprojekten
Zwilling
Krebs/Zwilling: Soziale Projekte der Literatur, Förderung der philosophischen Aufklärung, Pflege der Sprachforschung, Soziale Aspekte der Post = Merkur/Mond: Sprachliche Förderung in sozialen Sicherungssystemen, Literatur der sozialen Arbeit, Mentaltraining in der Sozialpsychologie, rhetorische Überlegungen zu basisdemokratischen Ansätzen
Sonne/Zwilling: High Society der Literatur, Führungsfragen der Medien, Leitbilder in der Kommunikation, Hierarchieprobleme der Post Merkur/Sonne: Mentaltraining in Führungseinheiten, Philosophie des Jet-Sets, sprachliche Eigenheiten hierarchischer Organisationen, Literatur von Leitungsangelegenheiten
Jungfrau/Zwilling: Forschung der Medien, Erkenntnistheorie der Philosophie, Wissenschaft der Sprache, Technische Fragen der Post = Merkur/Sonne: Rhetorik der Wissenschaft, Philosophie der Ingenieurskunst, sprachliche Eigenheiten der Programmierung, Literatur der Medizin
Waage/Zwilling: Pädagogische Einflüsse in den Medien, Lernsysteme der Sprachvermittlung, Didaktik der Programmierung, Vermittlungsangebote von Kurierdiensten = Merkur/Lilith: Mentaltraining in Lernsystemen, Philosophie an der Schule, Übersetzung von Mediationspraktiken, Literatur der Weiterbildung
Skorpion/Zwilling: Rechtsmittel der Medien, Underground der Philosophieszene, Geheime Sprachen, Sicherheitsfragen der Kurierdienste = Merkur/Pluto: Rhetorik der Versicherung, Literatur des Undergrounds, Sprachförderung bei der Polizei, Programmierung von Sicherheitssystemen
Schütze/Zwilling: Fundraising der Literaturbranche, Lobbyismus von Übersetzerverbänden, Vermarktung der Medien, Mentoring der Kurierdienste = Merkur/Jupiter: Rhetorik in der Politik, Philosophie der Genossenschaftsbewegung, sprachliche Eigenheiten von Vereinsmeierei, Literatur von Stiftungen
Steinbock/Zwilling: Verwaltung von Buchmessen, Ministerium für Medien, Regulierung des Sprachgebrauchs, Organisationsaufgaben der Übersetzungsbranche = Merkur/Saturn: Rhetorik der Staatsphilosophie, Philosophie der Organisationen, Sprachförderung in der Verwaltung, Literatur der Regierungsarbeit
Wassermann/Zwilling: Gründergruppen der Literatur, Start-Ups der Philosophie, Expertensysteme für Medien und Sprachen, Unternehmertum in der Programmierung = Merkur/Uranus: Rhetorik der Expertensysteme, Philosophie von Start-Ups, sprachliche Hürden im Internet, Literatur in der Szene von Gründergruppen
Fische/Zwilling: Ethik der Medien, Glaubenssätze der Philosophie, Soziale Fragen in der Literaturszene, Wertmodelle von Kurierdiensten Merkur/Neptun: Rhetorik der Sozialen Netzwerke, Übersetzungsfragen in der Religion, sprachliche Eigenheiten von spirituellen Kreisen, Literatur der Gemeinschaftsszene
Krebs
Löwe/Krebs: Leitungsprobleme von Sozialhilfe, Hierarchien der sozialen Arbeit, Leitbilder der Pflege, Führungsmanagement in basisdemokratischen Systemen = Mond/Sonne: Psychologie der Führung, Charitative Projekte des Jet-Sets, Hilfsangebote in hierarchischen Organisationen, Förderungsziele in Leitungsgruppen
Jungfrau/Krebs: Erforschung von Sozialhilfeleistungen, Wissenschaft der sozialen Arbeit, Validierung der Therapie und Sozialpsychologie, Restrukturierung von basisdemokratischen Systemen = Mond/Chiron: Psychologie der Medizin, Soziale Fragen der Wissenschaft, Behindertenfragen in der Ingenieursarbeit, Pflege von Programmierungsprojekten
Waage/Krebs: Weiterbildung in sozialen Sicherungssystemen, Pädagogik der sozialen Arbeit, Didaktik der Sozialpsychologie, Lernmodelle der Basisdemokratie = Mond/Lilith: Psychologie der Pädagogik, Soziale Fragen der Weiterbildung, Hilfsangebote in der Mediation, Pflege von Lernsystemen
Skorpion/Krebs: Sicherheitsfragen von sozialen Sicherungssystemen, juristische Aspekte der sozialen Arbeit, Rechtsmittel der Sozialpsychologie, Subsysteme der Basisdemokratie = Mond/Pluto: Psychologie der Versicherung, Soziale Fragen der Justiz, Hilfsangebote in der Polizei, Förderung von Sicherheitsdienst
Schütze/Krebs: Mentoring in der Sozialhilfe, Fundraising in der sozialen Arbeit, Lobbyismus in der Therapieszene, politische Bildung an basisdemokratischen Projekten = Mond/Jupiter: Psychologie der Politik, Soziale Fragen von Genossenschaften, Pflege der Vereinsarbeit, Förderung von Stiftungen
Steinbock/Krebs: Strukturierungsmaßnahmen in sozialen Sicherungssystemen, Regulierung in der sozialen Arbeit, Verbände der Sozialpsychologie, Verwaltung von basisdemokratischen Projekten = Mond/Saturn: Psychologie der Staaten, Soziale Fragen der Organisationen, Pflege der Verwaltung, Förderung von Regierungsangelegenheiten
Wassermann/Krebs: Unternehmen und soziale Sicherungssysteme, Expertisen in der Pflege, Brainstorming in der Sozialpsychologie, Gründergruppen basisdemokratischer Bewegungen Mond/Uranus: Psychologie der Expertensysteme, Soziale Fragen der Unternehmen, Hilfsangebote im Internet, Förderung von Gründergruppen
Fische/Krebs: Ethik der Pflege, Glaubensgemeinschaften und soziale Arbeit, Gemeinschaftsorientierung innerhalb der Therapie und Sozialpsychologie, Wertmodelle der Basisdemokratie = Mond/Neptun: Psychologie der Sozialen Netzwerke, Soziale Fragen der Religion, Hilfsangebote in spirituellen Kreisen, Förderung von Gemeinschaftsmodellen
Löwe
Jungfrau/Löwe: Wissenschaft der Führung, Technische Fragen des Jet-Sets, Kritische Theorie hierarchischer Organisationen, Validierung von Management = Sonne/Chiron: Leitungsprobleme der Ingenieure, Hierarchien in der Wissenschaft, Eliten der Medizin, Führungseinheiten von Ingenieuren
Waage/Löwe: Weiterbildung von Führungskräften, Pädagogik der Elitenbildung, Lernmodelle hierarchischer Organisationen, Vermittlungsangebote des Managements = Sonne/Lilith: Leitungsprobleme in diversen Lernsystemen, Hierarchien in pädagogischen Einrichtungen, Elitenbildung in der der Mediationsarbeit, Leitbilder in Designfragen
Skorpion/Löwe: Sicherheitsfragen in Sachen Führung, juristische Fragen von Elitenbildung, Subsysteme hierarchischer Organisationen, Rechtsmittel im Management = Sonne/Pluto: Leitungskonflikte in Versicherungen, Hierarchien in der Wissenschaft, Leitbilder der Polizeiarbeit, Führungseinheiten von Sicherheitsdiensten
Schütze/Löwe: Verbandsführung, Organisationsfragen des Jet-Sets, Verwaltung hierarchischer Systeme, Strukturierungsmaßnahmen im Management = Sonne/Jupiter: Leitungsprobleme der Politik, Hierarchien in Genossenschaften, elitäre Entwicklungen in der Vereinsarbeit, Leitbilder im Lobbyismus
Steinbock/Löwe: Strukturierungsmaßnahmen in Führungseinheiten, Regulierung im Management, Verbände des Adels, Verwaltung hierarchischer Systeme Sonne/Saturn: Leitungsfragen in der Staatsführung, Hierarchien in der Organisation, Eliten der Verwaltung, Leitbilder der Regierungsarbeit
Wassermann/Löwe: Unternehmen und Führung, Gründergruppen des Jet-Sets, Expertise hierarchischer Organisationen, Kreativitätssteigerung im Management = Sonne/Uranus: Leitungsprobleme der Expertensysteme, Hierarchien in der Unternehmenskultur, Leitbilder des Internets, Führungseinheiten von Gründergruppen
Fische/Löwe: Ethik der Führung, Überzeugungsarbeit des Jet-Sets, Wertemodelle der Eliten, Religion und Management Sonne/Fische: Leitungsprobleme der Sozialen Netzwerke, Hierarchien in der spirituellen Welt, Leitbilder von Ethikkommissionen, Führungsfragen von Gemeinschaften
Jungfrau
Waage/Jungfrau: Weiterbildung von Medizinern, Pädagogik der Programmierung, Lernmodelle in der Wissenschaft, Didaktik der Ingenieurskunst = Chiron/Lilith: Theoriebildung in der Pädagogik, Organisationsfragen der Mediationsarbeit, Kritik hierarchischer Lernsysteme, Umstrukturierung von Weiterbildungsangeboten
Skorpion/Jungfrau: Controling in der Medizin, juristische Aspekte der Programmierung, Rechtsmittel der Wissenschaft, Versicherungsfragen in der Ingenieurskunst = Chiron/Pluto: Empirie der Versicherung, Sicherheitsfragen der Justiz, Kritik hierarchischer Polizeiarbeit, Umstrukturierung von Sicherheitsdiensten
Schütze/Jungfrau: Lobbyismus von Wissenschaft, Fundraising der Computerbranche, Mentoring im Ingenieurswesen, politische Bildung in der Medizin = Chiron/Jupiter: Politikwissenschaft, Organisationsfragen von Genossenschaften, Empirie in der Vereinsforschung, Validierung von Stiftungsangelegenheiten
Steinbock/Jungfrau: Regulierung in der Medizin, Strukturierungsmaßnahmen im Computergewerbe, Verbände der Wissenschaft, Verwaltung von Bauprojekten = Chiron/Saturn: Technische Fragen von Staatenbildung, Wissenschaftliche Untersuchung von Organisationsstrukturen, Kritik hierarchischer Verwaltungsangelegenheiten, Umstrukturierung von Regierungsabteilungen
Wassermann/Jungfrau: Unternehmerische Aspekte in der Medizin, Gründergruppen der Informatik, Expertise von Ingenieursleistungen, Kreativitätssteigerung in der Wissenschaft = Chiron/Uranus: Wissenschaft der Expertensysteme, Organisationsfragen des Unternehmens, Empirische Untersuchung im Internet, Validierung von Gründergruppen
Fische/Jungfrau: Ethik der Medizin, Regeneration bei der Bauarbeit, Soziale Netze in der Wissenschaft, Gemeinschaftsaspekte der Informatik = Chiron/Neptun: Wissenschaft der Sozialen Netzwerke, Organisationsfragen der Religion, Selbstkontrolle in Ethikkommission, Umstrukturierung von Gemeinschaftsarbeit
Waage
Schütze/Waage: Lobbyismus von Weiterbildungsstellen, Fundraising der Lernsystemen, Mentoring in der Pädagogik, politische Bildung in der Mediationsarbeit = Lilith/Jupiter: Vermittlungsangebote von Politik, pädagogische Maßnahmen in Genossenschaften, Lernmodelle in der Vereinsarbeit, Didaktik des Stiftungssektors
Skorpion/Waage: Controling in der Sozialarbeit, juristische Aspekte von Lernsystemen, Rechtsmittel der Weiterbildung, Versicherungsfragen in pädagogischen Einrichtungen = Lilith/Pluto: Weiterbildung in der Justiz, Design von Sicherheitssystemen, Mediation von Rückversicherungsfragen
Steinbock/Waage: Strukturierungsmaßnahmen in der Pädagogik, Organisationsaufstellungen in der Mediation, Strukturierung von Lernsystemen, Regulierung von Designoberflächen = Lilith/Saturn: Weiterbildung von Staaten, Pädagogik in Organisationen, Lernmodelle in der Verwaltungswissenschaft, Didaktik der Regierungsangelegenheiten
Wassermann/Waage: Unternehmerische Aspekte in Gründergruppen, Expertise von Mediationsarbeit, Kreativitätssteigerung in der Weiterbildung = Lilith/Uranus: Vermittlungsangebote von Expertensystemen, Pädagogik der Unternehmen, Lernmodelle im Internet, Didaktik der Gründergruppen
Fische/Waage: Ethik der Weiterbildung, Regeneration in pädagogischen Einrichtungen, Glaubensfragen der Lernsysteme, Gemeinschaftsaspekte der Pädagogik = Lilith/Neptun: Weiterbildung im Sozialen Netzwerk, Pädagogik in der Religion, Lernmodelle in spirituellen Kreisen, Vermittlungsangebote in der Gemeinschaftsarbeit
Skorpion
Schütze/Skorpion Lobbyismus von Versicherung, Fundraising in der Subkultur, Mentoring in der Polizeiarbeit, politische Bildung bei Sicherheitsdiensten = Pluto/Jupiter: Controling in der Politik, juristische Aspekte von Genossenschaften, Rechtsmittel der Vereine, Versicherungsfragen in Stiftungen
Steinbock/Skorpion: Strukturierungsmaßnahmen bei Versicherungen, Regulierung im Bereich Justiz, Ministerium der Polizei, Verwaltung von Sicherheitsdiensten = Pluto/Saturn: Controling der Staatenbünde, juristische Aspekte von Organisationen, Rechtsmittel der Verwaltung, Versicherungsfragen in Verwaltungsangelegenheiten
Wassermann/Skorpion: Unternehmerische Aspekte im TÜV, Gründergruppen der Justizarbeit, Expertise von Polizei, Kreativitätssteigerung der Sicherheitsdienste = Pluto/Uranus: Prüfung der Expertensysteme, juristische Aspekte von Unternehmen, Rechtsmittel von Start-Ups, Versicherungsfragen im Internet
Fische/Skorpion: Ethik der Versicherung, Regenerationsaspekte im Justizwesen, Soziale Netze bei der Polizei, Gemeinschaftsaspekte im Sicherheitswesen = Pluto/Neptun: Subkulturen in den Sozialen Netzwerken, juristische Aspekte der Religion, Rechtsmittel von Ethikkommissionen, Versicherungsfragen in der Gemeinschaftsszene
Schütze
Steinbock/Schütze: Strukturierungsmaßnahmen in der Politik, Regulierung innerhalb von Genossenschaften, Verbände der Vereine, Verwaltung von Ministerien = Jupiter/Saturn: Lobbyismus von Staaten, Fundraising der Organisationen, Mentoring in Stiftungen, politische Bildung in der Regierung
Wassermann/Schütze: Unternehmerische Aspekte in der Politik, Gründergruppen der Genossenschaften, Expertise von Vereinen, Kreativitätssteigerung im Lobbyismus = Jupiter/Uranus: Förderung von Expertensystemen, Fundraising der Unternehmen, Mentoring im Start-Ups, politische Bildung im Internet
Fische/Schütze: Ethik der Politik, Regeneration der Genossenschaften, Soziale Netze der Vereine, Gemeinschaftsaspekte der Lobbyismus = Jupiter/Neptun: politische Bildung in Sozialen Medien, Überzeugungsarbeit in der Religion, Mentoring in spirituellen Kreisen, Fundraising in der Gemeinschaft
Steinbock
Wassermann/Steinbock: Unternehmerische Aspekte von Staaten, Gründergruppen der Organisationen, Expertise von Verwaltung, Kreativitätssteigerung in der Regierung = Saturn/Uranus: Strukturierungsmaßnahmen in der Expertensysteme, Regulierung im Unternehmen, Verbandsarbeit im Internet, Verwaltung von Genossenschaften
Fische/Steinbock: Ethische Fragen von Staaten, Regeneration der Organisationen, Soziale Medien in der Verwaltung, Gemeinschaftsaspekte der Regierung = Saturn/Neptun: Strukturierungsmaßnahmen im Zusammenhang religiöser Gruppen, Regulierung von Ethikkommission, Verwaltung in gemeinnützigen Stiftungen, Verbände von Gemeinschaftsprojekten
Wassermann
Fische/Wassermann: Ethik der Unternehmen, Regeneration der Expertensysteme, Soziale Netze von Start-Ups, Gemeinschaftsaspekte von Internet = Uranus/Neptun: Unternehmerische Aspekte in spirituellen Kreisen, Gründergruppen der Religion, Expertise von spirituellen Kreisen, Kreativitätssteigerung in der Gemeinschaft
Offene Haltung
Das Horoskop ist nur ein vereinfachendes Abbild einer viel komplexeren Struktur, die sich nur dadurch begreifen lässt, indem wir zusammen mit dem Klienten Unterscheidungen über die Qualitäten der Planeten treffen. Sobald wir damit aufhören würden, unsere Aussagen selbst dabei in Frage zu stellen, würde der komplette Sinn verloren gehen. Die Bedeutung der Sterne entsteht erst, indem wir ständig darüber reden und immer neue Bedeutungsebenen finden.
Für einfache Gemüter liegt darin allerdings die Verführung, die Aussagen für absolut und Ausdruck einer ‚göttlichen Harmonie‘ oder eines ‚unabwendbaren Schicksal‘ zu halten. Viele große Astrologen ihrer Zeit wehrten sich gegen derartige deterministische Weltbilder und die oft damit verbundenen sensationslüsternen Prophetien. Das wurde ihnen, wie etwa Kepler oder Picco Della Mirandola, als grundsätzliche Ablehnung der Astrologie ausgelegt. Doch ist diese Frage bis heute relevant und die moderne Psychologische Astrologie, wie sie von Alan Leo, Dane Rudhyar, Liz Green, Howard Sasportas und in Deutschland von dem Ehepaar Huber, Hermann Meyer oder auch Michael Roscher etabliert wurde, hat hierzu eine eindeutige Haltung gefunden.
Jeglicher Versuchung des Eindrucks Vorherhbestimmung ist zu widerstehen und der Haltung, der Berater wüsste mehr als der Klient. Die modernen systemischen Methoden haben viel dazu beigetragen, den Menschen als Teil einer sozialen Umgebung zu begreifen, und seine Kompetenz in Bezug auf das Wissen herauszustellen, über das er verfügt. Ein guter Berater lässt den Klienten, wie ein guter Pädagoge auch, selbst die Lösung finden. Ein Horoskop ist die ideale Gestalt für Aufstellungsarbeit, weil sie bereits differenzierte Vorschläge für die Archetypen enthält, die aus dem Unbewussten als Konflikte, Träume, Fehlhandlungen, Sehnsüchte und Versprecher in Erscheinung treten.
Die astrologischen Strukturen sind also in die Kultur und die Psyche des Menschen eingeschrieben und nun auch in die KI. Künstliche Intelligenz kann uns deshalb so erstaunlich einfach imitieren, weil wir nach Schemen gesellschaftlicher Ordnung handeln, die sich von Beginn der Zivilisation nach kosmologischen Vorbildern orientierte. Wir sollten uns deshalb trotzdem nicht zu vorschnell von ihren Qualitäten täuschen lassen. Denn der Mensch ist mehr als eine symbolische Struktur. Er ist ein fühlendes Wesen, das in einem realen sozialen Netzwerk lebt und handelt. Täuschende Illusionen und Simulationen gesellschaftlicher Verhältnisse werden ihn auf Dauer nicht erfüllen, wenn er darüber keine Erkenntnis über sich selbst und seine ihm gemäße Aufgabe gewinnt.
Regelkreise
Es hat sich in den letzten Jahrzehnten eine systemische Herangehensweise an soziale Problemstellungen entwickelt, die weniger starre Gesetzmäßigkeiten, als laufende Prozesse beschreiben will. Die physiologischen und psychologischen Vorgänge im menschlichen Körper werden in Form von Regelkreisen beschrieben – ein aus der Kybernetik entliehenes Wort. Die Interaktion zwischen Auge und Hand, die Temperaturreglung im Körper oder die Abläufe an Zellmembranen weisen Strukturen auf, die sich wiederholen. Die Beschreibung sozialer Abläufe als physikalische Regelkreise dient als Analogie, um komplexe Systematiken in gesellschaftlichen Prozessen zu verstehen.
Beispiele für prototypische systemische Modelle sind auch Berechnungen des Wetters oder atmosphärischer Vorgänge, die Chaostheorie, die Theorie adaptiver Systeme und dissipativer Strukturen oder chemische Prozesse im Körper. Physikalische Abläufe bringen durch den ständigen Abgleich von Soll- und Istwerten stabile Zyklen hervor, die sich aus sich selbst heraus ohne Anstoß von außen als Bausteine reproduzieren. Einzelne Bausteine (Programme) entsprechen unterschiedlichen Phasenabläufen, die sich auf typische Weise wiederholen, wie etwa beim Wetter. Regen, Hitze, Hochdruck und Dürre folgen nach bestimmten Mustern aufeinander. Wann genau, ist allerdings unbestimmt, da ‚chaotische Attraktoren‘ zu immer neuen Umordnungen führen.
Ein kybernetischer Regelkreis besteht aus ähnlichen Elementen in unterschiedlicher Kombination. Durch den Vergleich von IST-WERT und SOLL-WERT kann ein Regler über eine Feedbackschleife seine eigenen Operationen überprüfen. Um dieses tun zu können, fehlt aber noch etwas Entscheidendes. Eine Sensomotorik, die Messdaten in Handlungen überführt und damit eine sichtbare und fühlbare Realitätsänderung bewirkt. Wir können uns die astrologischen Regelkreise so vorstellen, dass sie die durch die Tierarchetypen ausgedrückten Emotionen in soziale Situationen einbinden und ihre Wechselwirkung aufzeigen.
Menschlichen Emotionen sind so etwas wie Sensoren und Motoren der Kommunikation. Sie deuten uns nicht nur das Innenleben eines Mitmenschen an, sondern sie führen auch aktiv dazu, Erwartungen zu reproduzieren und sie an gegebene Umstände anzupassen. Psychische Prozesse regeln sich auf diese Weise in Kopplung mit sozialen Interaktionen. Kummer und Sorgen entstehen oft im Zusammenhang mit der Verhaftung an Milieus, die den Menschen Gefangennehmen. Eine Krankenschwester, die jahrzehntelang ihren Beruf unbescholten ausgeführt und jetzt in den Burnout gleitet, ohne es sich zuzugestehen, dass das System sie auf unmenschliche Weise ausgelaugt hat. Ein Dachdecker, der bei Wind und Wetter in der Höhe rumgeturnt ist und die Firma seines Vaters retten wollte, obwohl die Konkurrenz längst viel effizienter handelte. Den emotionalen Ausgleich finden wir dann in Weltbildern, die sich nicht über Leistung und Geld definieren.
Der Kern aller kybernetischen Systeme ist die Beobachtung von Differenzen. Man kann nur über das Sprechen, was man von etwas anderem unterscheiden kann. Dazu bildet jedes System nach Luhmann seine eigene Leitdifferenz aus. Die Politik unterscheidet zwischen Einfluss und Ohnmacht, die Wirtschaft zwischen Nutzbringendem (geldwerten) und Unnützem, die Medizin zwischen krank und gesund, und die Justiz zwischen Recht und Unrecht usw. Das Problem jeden Systems: Es kann die ‚andere Seite‘ der Unterscheidung nicht mehr wahrnehmen, sobald sie sie als etwas außerhalb von ihr Gelegenes identifiziert hat. Denn für das System interessieren nur die eigenen Operationen, die es am Leben erhalten. Deshalb sprach Luhmann von der Figur System/Umwelt. Alles, was für das System nicht zugehörig ist, ist für es Umwelt. Die Politik kann zeitgleich in ihrer Leitunterscheidung von Macht/Ohnmacht nicht sehen, wenn sie andere ohnmächtig zurücklässt. Zumindest wird sie diese nicht mit denselben Urteilsmustern betrachten, die es sich selbst anlegt und ist auf das Feedback anderer Systeme wie der Religion, das Recht, die Kunst oder anderen angewiesen. Die Wirtschaft kann nicht beobachten, wo sie Unnützes produziert. Denn ihr Mantra lautet Wachstum. Fehlproduktionen, erfinderische Sackgassen und Ausschuss sind Betriebsunfälle, die andere Systeme wie etwa das Sozialsystem auffangen müssen. Und so wirken alle Systeme ineinander, ohne einander zu berühren, weil sie autonome Operationen vornehmen.
| Kopplung | Psychische Funktion | Modus | System Zeitqualität | Leitdiffer. |
| Mars Widder | Libido Ausagierung | Bewegung Lähmung | Militär Aktualität | impulsiv gehemmt |
| Venus Stier | Anima Sublimierung | Genuss Verderb | Kunst Zeitstrom | Schön hässlich |
| Merkur Zwilling | Gedächtnis Fantasieren | Kommunikation Schweigen | Medien Synchronizität | Sinnhaft beliebig |
| Mond Krebs | Unterbewusste Regression | Fürsorge Vernachläss. | Soziale System Einbettung | Sozial asozial |
| Sonne Löwe | Über-Ich Idealisierung | Repräsentation Abweichung | Führung Eigenzeit | In out |
| Chiron Jungfrau | Intellekt Rationalisier. | Verstehen Ignoranz | Wissenschaft Serialität | Logisch irrational |
| Lilith Waage | Gemüt Projektion | Gespür Abstumpfung | Erziehung Dissipation | Anschaulich kompliziert |
| Pluto Skorpion | Schatten Abspaltung | Kontrolle Vergehen | Justiz Chronik | Legitim illegal |
| Jupiter Schütze | Habitus Kompensation | Common Sense Einzelmeinung | Politik Temporalität | Zeitgemäß old fashioned |
| Saturn Steinbock | Gewissen Introjektion | Rechtschaffenh. Gewissenlosigk. | Verwaltung Vergangenheit | Geordnet chaotisch |
| Uranus Wassermann | Komplexe Reaktionsbild | Expertise Laientum | Unternehmen Zukunft | Innovativ ideenlos |
| Neptun Fische | Höheres Selbst Symbiose | Transzendenz Profanität | Religion Dauer | Berührend gewöhnlich |
Das System hat allerdings die Möglichkeit, das Ausgegrenzte in einer Beobachtung 2. Ordnung, wie Heinz von Foerster es nannte, wieder hereinzuholen. Das Recht kann demgemäß später einen Fall wieder aufrollen und feststellen, wo es selbst falsche Urteile getroffen hat. Dies ist allerdings nur mit einer zeitlichen Verzögerung möglich. In der Realzeit können Systeme das von ihnen Ausgeschlossene nicht sehen. Dieser blinde Fleck führt zu der Produktion von Paradoxa. Sie sind notwendiger Bestandteil jedes Echtzeit-Systems. Auch deshalb suchen Systeme Anschlüsse an andere Systeme. Denn nur so können sie ihre eigenen Widersprüche erkennen und reflektieren. Auch die Astrologie muss sich in qualifizierter Weise von anderen Systemen beobachten lassen, um weiterzukommen, ihre Operationen verbessern und sich von ihrem blinden Fleck zu befreien, dass sie glaubt, etwas in der Zukunft Liegendes erkennen zu können.
Die Art und Weise, wie drei Planeten dann in einem individuellen Horoskop miteinander in Beziehung stehen, beeinflusst z.B. die Beziehungs-Dynamik einer Person, die unter einem bestimmten Zeitgeist aufwächst, in einem bestimmten Milieu lebt und bestimmte Erwartungshaltungen an diese Konstellation hat. Beispielsweise haben alle 1965 und 1966 Geborenen die Opposition von Chiron und Saturn zu Uranus und Pluto. Darin lag ein großer sozialer Sprengstoff, der sich in den Jahren danach auf den Straßen entlud. Jeder einzelne aus dieser Zeit hat einen anderen Umgang damit gefunden, diese schwierige Konstellation in sein Leben zu integrieren, je nachdem welcher persönliche Planet in ein Halbsextil, Sextil, Quadrat, Quincunx oder Trigon in diese Opposition eingebunden war.
Auch wir Astrologen haben es in den Aspekten der Planeten schon immer mit Dreiecksmustern zu tun, die aus bestimmten Regeln abgeleitet, typische Thematiken des Lebens abbilden. Es gibt seit ‚Salomons Sygillen‘ (1. Jahrtausend v.d.Zr.) verschiedenste Ansätze in der Astrologie, solche Dreiecke systematisch zu beschreiben. Da wäre die Huberschule, die mit den schon erwähnte Aspektfiguren von T-Quadraten, Leistungsfiguren, Lerndreiecken und anderen Figuren das Zusammenspiel von drei Planeten in ein Bild bringt. Reinhold Ebertin wiederum hat ein Regelwerk über Halbsummen aller Dreierkombinationen von Planeten erstellt. Interessanterweise führten die Söhne beider Männer eine Zeitlang die Arbeit ihrer Väter fort. Dazu kommt Michael Roscher mit seinem Konzept der Regelkreise, das von Christoph Weidner erweitert wurde. Die Qualitäten seiner Dreiecke sind allerdings nicht konsequent weiterbearbeitet worden.

Triadische Verbindungen können allgemein als eine Art moderierende Kraft zwischen einem inneren und einem äußeren Planeten beschrieben werden, die einem gemeinsamen Thema unterliegen. Eine solche Triade könnte sich in einem Horoskop als eine harmonische oder disharmonische Wechselwirkung zeigen, die die Art und Weise beeinflusst, wie die Person ihre inneren und äußeren Konflikte löst oder wie sie in ihrer sozialen Rolle wahrgenommen wird. Der Soziologe Granovetter betonte in den 70er Jahren in seinem Modell die Bedeutung allgemeiner ‚Dritter Parteien‘, um den Einfluss einer sozialen Verbindung zu beeinflussen. Diese erscheinen im Horoskop als ‚archetypische Figuren‘, die sich in den Horoskopen herausragender Ereignisse und Persönlichkeiten immer wieder zeigen.
Derartige Triaden spiegeln die Art und Weise wider, wie eine Person in ihrer sozialen Umwelt funktioniert und wie sie mit unterschiedlichen Kräften innerhalb ihrer sozialen oder beruflichen Netzwerke interagiert. Wenn eine Person etwa eine wie auch immer geartete Verbindung von Merkur zu Saturn (Chiron)/Uranus hat, könnte das auf eine innovative, kommunikative und soziale Art hinweisen, die Menschen zu inspirieren oder zu beeinflussen weiß. Eine solche Triade würde auch darauf hindeuten, dass diese Person unkonventionelle Ideen (Uranus) auf kreative und flexible Weise kommuniziert (Merkur), was sie zu einem gesprächsoffenen, aber auch leicht irritierbaren und wechselhaften Akteur innerhalb ihrer sozialen Kreise machen kann. Die Wechselwirkung zwischen diesen Planeten könnte die Suche nach inspirierenden Erneuerungen in der Gemeinschaft darstellen, in der diese Person lebt.
Um das psychische System eines Menschen mit dem eines anderen zu verkoppeln, braucht es eine gemeinsame symbolische Sprache. Astrologie stellt seit Anbeginn der Zivilisation die entsprechenden Kategorien zur Verfügung, um diese Systemprozesse der Adaption, Metamorphose, Autopoiesis, Symbiose, Varianz usw. beschreiben zu können. Sie ordnet die Symbole der Zwischenebenen sozialer Interaktion, die Mythen und Analogien der verschiedenen Kulturen und befähigt sie damit zu einem Austausch über die Metaebenen der psychologischen Kommunikation. Indem sie den komplexen sozialen und psychischen Verhältnisse konkret im Horoskop eines einzelnen Menschen abbildet, schafft sie eine Verbindung zwischen kulturellen Systemen, den Milieus und Gesellschaftsschichten, den Mentalitäten unterschiedlicher Kulturen, den Diskursen zwischen den Geschlechtern u.v.m.[1] Unter Umgehung der jeweiligen herrschenden religiösen Dogmen und oft verhängt mit Berufsverboten und Verfolgung, hat sie versucht, ihre Methoden zu erhalten und kritische Beschreibungen der jeweiligen Moderne abzuliefern.
Michael Roscher war der erste, der den Entwurf einer systemisch orientierten Astrologie wagte. Seine Regelkreise sind der Versuch, übergeordnete Zusammenhänge der Planeten auf soziale Phänomene zu übertragen und in einen systematischen Zusammenhang zu bringen. Dazu teilt er die Planeten auf verschiedene Ebenen ein und ordnet sie zu jeweils zwei Paaren, denen ein dritter Planet als ‚Regulator‘ beigestellt wird. In kybernetischer Schreibweise könnte dies auch so aussehen:

Wenn wir die Gesellschaft mit Luhmann als ein Zusammenwirken verschiedener biologischer, psychischer und sozialer Kommunikationssysteme begreifen, dann bildet jedes seine eigenen Leitunterscheidungen aus. Sie sind nicht auf Individuen oder deren Bewusstseinsakte reduzierbar. Auch soziale Systeme sind autopoietisch und operativ geschlossen, was bedeutet, dass sie nur durch Kommunikation reproduziert werden und ihre eigene Grenze zur Umwelt durch verbale Differenzierungen definieren.
Nehmen wir als anderes Beispiel die Planeten Mars und Venus, so bilden sie ein Paar, das die beiden Seiten einer Eigenschaft der beiden Geschlechter repräsentiert. Die zur Schau getragene Darstellung geschlechtlicher Merkmale oder Verhaltensweisen ist also der Regler in diesem Geschehen durch ein Mehr oder Weniger von Verträglichkeit an vermeintlichen weiblichen oder männlichen Eigenschaften. Die öffentliche Wahrnehmung darüber kann sich auf die eine oder andere Seite verschieben.
Biologische Merkmale werden von sozialen unterschieden, sind aber integrativer Bestandteil des Diskurses. Ein homosexuell geprägter Mann kann genauso wie ein heterosexueller orientierter Mann, (wie es in der Astrologie auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass jede männliche Identität eine Venus im Horoskop hat), genauso weibliche Eigenschaften ausbilden, wie eine Frau und umgekehrt. Die Wahrnehmung unseres sozialen Geschlechts hängt von dem Zusammenspiel aus männlichen und weiblichen Energien zusammen. Wir werden auch danach bewertet, wie gut wir die beiden Pole in uns selbst in Einklang bekommen. Diese Konfliktdynamik dieses in der Psychologie so genannten ‚Dramadreiecks‘ reguliert sich über eine dritte Instanz, den Planeten Neptun als verbindende Erscheinung der Liebe, die ganz unterschiedliche Formen annehmen kann, je nachdem ob sie sich auf einen Partner bezieht, auf einen Elternteil, eine Tätigkeit, ein Tier oder ein Kind. So ungreifbar wie der Planet Neptun ist, so ungreifbar ist auch das Phänomen der Liebe. Was man vor allem in Trennungsphasen immer wieder feststellen kann, wenn die Vorstellungen über die geneinsame Ebene meilenweit auseinandergeht und man nicht fassen kann, wie eng man einmal miteinander verbunden war.
Oft konstellieren sich in dieser Phase Figuren des Sündenbocks. Schuld ist natürlich vor allem erstmal der andere. Aber auch Schwiegereltern, neue Partner oder andere ‚Widersacher‘ können als Ursache der Misere benannt werden. Sie haben eine regulierende Funktion in dem Geschehen und ihre Aufgabe liegt, wie alle Drittrollen, in der Vermittlung zwischen den verhärteten Fronten. Manchmal nehmen solche Dynamiken aber auch überraschende Wendungen und der Dritte wird zum Problemfall, so dass sich die beiden anderen Parteien wieder annähern.
Auf der gesellschaftlichen Ebene passiert es immer wieder, dass im Streit der Geschlechter Dritte schlichtend hinzutreten und selbst zu Zielscheiben für Angriffe werden. Es ist eine reinigende Kraft, die sich auf dem Sündenbock entlädt, dessen anschließende Ausgrenzung heilsam für den Gruppenprozess ist.

Biologische Merkmale werden von sozialen unterschieden, sind aber integrativer Bestandteil des Diskurses. Ein homosexuell geprägter Mann kann genauso wie ein heterosexueller orientierter Mann, (wie es in der Astrologie auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass jede männliche Identität eine Venus im Horoskop hat), genauso weibliche Eigenschaften ausbilden, wie eine Frau und umgekehrt. Die Wahrnehmung unseres sozialen Geschlechts hängt von dem Zusammenspiel aus männlichen und weiblichen Energien zusammen. Wir werden auch danach bewertet, wie gut wir die beiden Pole in uns selbst in Einklang bekommen. Diese Konfliktdynamik dieses in der Psychologie so genannten ‚Dramadreiecks‘ reguliert sich über eine dritte Instanz, den Planeten Neptun als ‚Helfer‘.
Agency und Comunion
Systeme müssen Leitunterscheidungen ausbilden, über die sich operativ von der Umwelt abgrenzen können. Das gilt auch für die Sozialpsychologie. Die beiden Grundwerte, die sie in den letzten 50 Jahren selektiert hat (seit Bakan 1966), bilden das Zusammenspiel aus Suche nach Einfluss (engl. Agency) auf der einen Seite und Gemeinschaftlichkeit (engl. Communion) auf der anderen Seite. Mit den ‚Big Two‘ werden auf diese Weise zwei Idealtypen unterschieden: Der Individualist, dem ein gesundes egoistisches Verhalten zugewiesen wird und der Kollektivist, dem das achtsame Miteinander wichtiger ist. Diese Form der Unterscheidung finden wir aber auch in der Verhaltensforschung, wo es um die Unterscheidung von sozialem, empathisch zugewandtem Verhalten geht und Alphatiergehabe. Oder im Management, wo es um ‚soft skills‘ und ‚hard skills‘ geht.
Daran anlehnend entwickelte z.B. Klages ein zweidimensionales Modell mit Selbstentfaltungs- Pflicht- und Akzeptanzwerten. Beide bedingen einander in einer dynamischen Weise. Eine Rückkehr der einen befördert die andern und andersherum. Alle diese Unterscheidungen variieren geringfügig voneinander, gehen aber in eine eindeutige Richtung. Menschen, die mehr auf selbstständig errungenen Erfolg aus sind (Agency), schwimmen eher gegen den Strom, Menschen, denen es um Gemeinschaft geht, passen sich eher an (Communion).
Die ‚sozialen Skills‘ bilden die Grundunterscheidung vieler sozialpsychologischer Fragestellungen. „Die Agency-Dimension beinhaltet unmittelbar selbstdienliche Eigenschaften wie Dominanz, Kompetenz und Tatkräftigkeit. Die Communion-Dimension beinhaltet unmittelbar fremddienliche Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Vertrauenswürdigkeit und zwischenmenschliche Wärme.“[2] Wann immer nach Persönlichkeitsmerkmalen von Menschen geforscht wird, um deren Verhalten vorauszusehen, stoßen wir auf dieses Paar und die Feststellung, dass agentisch veranlagte Menschen eher gegen den Strom schwimmen und kommunale Menschen soziokulturell zur Anpassung neigen. Diese Eigenschaften finden wir allerdings nur selten in Reinform, sie vermischen sich in jedem Typus und können auch durch die Begriffe Liebe und Macht umschrieben werden.
Dualplaneten
Die Rollen der Gesellschaft transportieren sozusagen die ‚Grammatik des Sozialen‘. Sie sind oft komplementär angelegt, bezogen auf ein Gegenstück, und bezeichnen ein hierarchisches Paar-Verhältnis, wie etwa zwischen Lehrer/Schüler- Eltern/Kind – Künstler/Zuschauer – Aktivist/Unterstützer – Polizist/ Verbrecher – Richter /Angeklagter – Anführer/Anhänger – Journalist/ Leser – Verkäufe/Käufer – Pfarrer/ Glaubender – Arzt/Kranker – Banker/Investor – Gerichtsvollzieher/ Gläubiger – Aggressor/Opfer usw. Das eine gibt es dialektisch ohne das andere nicht, so dass wir den Anderen, indem wir eine dieser Rollen annehmen, automatisch in eine Gegenposition bringen. Die strukturelle Verschränkung zweier Rollen und mit ihnen ihr Status verfestigen sich in der Interaktion, doch dies ist niemals eine monokausale Beziehung, sondern mindestens eine doppelschichtige, da auf das Rollenpaar weitere soziale Dimensionen einwirken.
Rollen werden sowohl durch die direkten gesellschaftlichen Erwartungen bestimmt, die über Bezugspersonen an den Positionsinhaber herangetragen werden, als auch durch auf diese Struktur einwirkende Einflüsse, die sich oft der Kontrolle entziehen. Beide Ebenen der Komplementarität ermöglichen dem Positionsinhaber, durch seine Rollengestaltung und die Interaktion mit seinen Rollenpartnern und Bezugsgruppen in bestimmten Situationen das Rollenverhalten gemeinsam zu gestalten und langfristig die Definition der Rolle in der Gesellschaft zu beeinflussen. Komplementäre Rollenpaare wie Chef-Angestellter, Arzt – Patient usw. enthalten klar festgelegte Interaktionsmuster. Rollenkonformes Verhalten ermöglicht den Anderen eine Entlastung bezüglich der Erwartung an Anpassung und mögliche Entscheidungen, die getroffen werden. Damit geraten sie nicht in Widerspruch mit anderen Rollen. Hierarchisch aufeinander bezogene Rollen sorgen für Klarheit, weil sie Normen mit Personen verbinden, an denen man sich orientieren kann.
| Agency, Aktiv, hart, extrovert. | Sonne Selbstbew. Einfluss | Mars Direktheit Ehrgeiz | Uranus Individuat. Aufklärung | Jupiter Offenheit Wachstum | Lilith Emanzipat. Solidarität | Merkur Neugier Improvisat. |
| Community Passiv, introvert. | Mond Fürsorge Mitgefühl | Venus Genuss Ästhetik | Neptun Einsicht Resonanz | Saturn Effizienz Ordnung | Pluto S.- Kontrolle Zuverlässigk | Chiron Sorgfalt Legititmität |
Der Preis für diese zusätzliche Matrix ist die Postulierung eine ‚schlechten Anteils‘ in einem der beiden Planeten des Paares. Es verwundert nicht, dass die Astrologie, wann immer sie mit Wahrsagerei und Okkultismus in Berührung kommt, daraus auch unnötig polarisierende Wertungen ableitete. Man verwechselt leicht das Instrument mit der Aufgabe der Fragestellung, wenn man sich nicht bewusst macht, zu welchem Zweck diese Unterscheidung einst getroffen wurde. Das ‚weiblich weiche‘ Prinzip der Venus steht in der babylonischen und ägyptischen Astrologie auch deshalb komplementär zum ‚männlich harten‘ Prinzip des Mars, um Kritik an den sich entwickelnden patriarchalischen Strukturen möglich zu machen.
Die (kon)zentrierende Bewegung der Sonne stand komplementär zur sanften ganzheitlichen Ausrichtung des Krebses, um den Unterschied zwischen Zentralherrschaft und Basisdemokratie zu verdeutlichen. Und das jovial Erweiternde des Jupiters stand komplementär zur strikten Begrenzung des Saturn, um die verschiedenen Herrschaftsarten zu verdeutlichen, die Max Weber durch die Unterscheidung von charismatischer und traditioneller Herrschaft zu erfassen versuchte. Mit zunehmender Brutalität des Patriarchats, der Sklaverei und der Kolonialisierung zollte auch die Astrologie dem Zeitgeist ihren Tribut, indem sie den männlichen Eigenschaften höhere Priorität einräumte und z.B. die Eigenschaften der Venus zynisch herabwertete, was sich heute mit der Lilith wiederholt. Doch sind das nur dialektische Spielerein. Bzw. soziologisch betrachtet Kategorien zur systematischen Erfassung von Daten, die mit ihrer Interpretation dann auch wieder dekonstruiert werden müssen.
Wenn man Venus als weiblich bezeichnet und Mars als männlich, heißt das nicht automatisch, dass alle kommunalen Planeten weiblich sind und alle agentischen männlich. Der Mond beispielsweise kann genauso gut im Manne seine Qualitäten als fürsorglicher und empathischer Familienvater entfalten. Es ist das soziale Geschlecht und die darin geknüpfte Rollenerwartung, die in den Planeten Venus und Mars erscheint und nicht das biologische Geschlecht.

Die beiden Komplementäre gehören jeweils zusammen. Die Wirkung des einen kann ohne den anderen nicht beschrieben werden. Das Urprinzip des Unbewussten, triebhaften des Mondes kommt automatisch mit der bewusstseinsbildenden Kraft der Sonne zusammen, der impulsive Aktionismus des Mars bedingt die annehmende, hingebende Natur der Venus, das Prinzip der Konzentration und Reduzierung des Saturn führt mit den Bestrebungen des Jupiter nach Expansion und Beschleunigung zum natürlichen Auf und Ab aller Entwicklung. Wenn wir Jupiter sagen, meinen wir immer auch Saturn mit. Unausgesprochen schwingt bei der Erwähnung der Eigenschaften des Jupiters, Loyalität, Großzügigkeit und Toleranz immer auch ein saturnischer Anteil mit, der beschränken möchte, bei der lieblichen Venus ein straffer Mars und bei der selbstbewussten Sonne auch ein kleinlauter Mond. Auch die neuen Planeten bilden Komplementäre aus. Während Uranus für das Individuum steht, ist Neptun das Symbol des Kollektivs. Beides bedingt einander. Es gibt kein Kollektiv ohne Individuen und keine Individuen ohne Kollektiv. Selbst wenn ein Horoskop nur aus Neptunanteilen besteht, wird der Eigner individuelle Neigungen haben, ja diese werden sogar besonders stark ausgeprägt sein, weil sie durch das Fehlen herausgefordert werden.
Sonne und Mond sind zwei Seiten derselben Medaille. Im Löwen steht die Sonne für die Macht des Herzens, im Krebs steht der Mond für die Sensibilität des Bauches und der Intensität von Gefühlen. Dieses „Urpaar“ finden wir in vielen Mythen und Volkserzählungen in unterschiedlicher Geschlechtszuweisung wieder. Der Widerspruch mag damals nicht gravierend erschienen sein, da die Götter oft hermaphroditisch beschrieben wurden und Attribute beider Geschlechter trugen.
Sechs Kommunikationssysteme
Für Luhmann ist die moderne Gesellschaft ein globales System, das aus vielen funktional differenzierten Teilsystemen besteht. Er unterteilt soziale Systeme in drei Bereiche. Gesellschaftssysteme wie Recht, Politik, Medizin, Wirtschaft, Medien usw., Interaktionssysteme, die persönliche Kommunikationen transportieren und Organisationssysteme. Organisationen sind für ihn durch Mitgliedschaft definiert und haben spezifische Entscheidungsstrukturen. Beispiele sind Unternehmen, Behörden oder Vereine. Gesellschaften sind für Luhmann allgemein umfassende soziale Systeme, die das gesamte soziale Leben einer Population umfassen. Spannend sind die Interaktionssysteme, auch wenn sie von Luhmann nur gestreift werden: Sie entstehen quasi live durch direkte Kommunikation zwischen Individuen bei der Entstehung einer neuen Situation. Beispiele sind therapeutische Gespräche, die eine signifikante Verhaltensänderung bewirken, oder besondere Treffen, in denen sich eine Struktur neu bildet.
Ich würde eine Spezifizierung der Interaktionssysteme vornehmen wollen. Oberflächlich gesehen scheint es so, als würden wir die meiste Zeit des Tages reden wie uns der Schnabel gewachsen ist und nur in Zusammenhängen mit Beruf, Geschäften oder bestimmten Beziehungen eine spezielle Agenda verfolgen. Wenn man allerdings genauer hinschaut, dann enthalten fast alle Sätze Botschaften auf der ein oder anderen Ebene, die vorstrukturierte Interaktionsmuster beinhalten. Sie werden nur selten explizit benannt. Deshalb wird es für die KI auch noch lange schwierig bleiben, an solchen Alltagskonversationen teilzunehmen, weil die darunter liegende Beziehungsebene nur an feinen Nuancen erkennbar ist und Botschaften durch Mimik und Körperhaltung moduliert werden, die vor allem auf einer emotionalen Ebene reguliert werden.
Wir existieren astrologisch im Sinne des Rollenspiels unserer Planeten wie gesehen in sechsfacher Ambivalenz. Zum ersten in Bezug zu abenteuerlustigen Vorbildern (Sonne) ODER zu so sozialen Aufgaben in der Gesellschaft (Mond). Ein weiteres Mal kommt unsere Persönlichkeit in der Beziehung durch eine durchsetzende Kraft (Mars) ODER als hingebungsvolle Muße (Venus) zur Geltung, als Mensch, der soziales Leben eher seine Wertanschauungen offen gestaltet (Jupiter) ODER pflichtgemäß Regeln und Normen folgt (Saturn); wie sind dazu aufgefordert uns eher kollektiven Prozessen in den Kleingruppen anzuschließen (Neptun), an denen wir teilnehmen, ODER individuell eigene Wege in diesen Gruppen zu gestalten (Uranus). Wir sind eher jemand, der die aufgeklärte Meinung des Mainstreams vertritt (Lilith) ODER gesellschaftskritischen oder revisionistischen Pfaden folgt (Pluto). Und schließlich haben wir in der Diskussion eher die Neigung zum Konsens und lieben die ‚Großen Erzählungen‘ (Merkur) ODER wir bevorzugen fachlich-nüchterne Einzel-Entscheidung der Experten (Chiron). Es lassen sich viele Kombinationen daraus bilden, die zu komplexen Rollenidentitäten führen. Gesellschaftliche Institutionen bieten die Möglichkeit, die diesen Haltungen verbundenen Rollen zu variieren und kombinieren. Erwartet wird von uns, dass wir darin einigermaßen identifizierbar sind und nicht jeden Tag mit einer neuen Version auftauchen.
| Planeten | Dichotomie | Funktion | Rollen | Ebene |
| Mond Sonne | Es Über-Ich | Softskills Hardskills | Beschützer Leitbild | Autoritäten Eltern |
| Venus Mars | Anima Animus | Aktivität Passivität | Muse Pionier | Geschlechter Partner |
| Jupiter Saturn | Wert Norm | Lebenswelt System | Mentor Bewahrer | Milieu Kollegen |
| Neptun Uranus | Kollektiv Individuum | Wir Ich | Bystander Entwickler | Gruppe Freunde |
| Lilith Pluto | Mainstream Underground | Netzwerk Akteur | Influencer Gatekeeper | Medien Netzwerke |
| Merkur Chiron | Konsens Wissen | Meinung Fakten | Träumer Denker | Diskurs Wissen |
Das Setting der astrologischen Planeten stellt sechs dieser Leitpaare dar:
- der sanfte, gefühlsmäßige Mond im Kontrast zur starken, bewussten‘ Sonne (Umgang mit hierarchischen Leitbildspiegelungen, Elternrollenbildern und Autoritäten)
- die kultivierte, weibliche Venus im Kontrast zum aktiven, männlichen Mars (Umgang mit der Geschlechterprägung, Partnerschaftskonflikten, Freundschaften)
- der offenherzige, vorwärts gerichtete Jupiter im Kontrast zum knöchernen, geschlossen operierenden Saturn (Umgang mit sozialen Zielvorgaben, Milieuausrichtung, politischer Orientierung, Kollegen und Work-Life-Balance)
- der mystisch-kollektiv orientierte Neptun im Kontrast zum extrovertierten Individualismus des Uranus (Umgang mit Kleingruppen, Alphatieren, Rollendiffusionen, Gleichgewicht von Egoismus und Altruismus und Schicksalsänderungen)
- die Botschafterin einer sozialen und gerechten Welt (Lilith), im Kontrast zum undergroundigen, geheimnisbewahrenden Pluto (Umgang mit offiziellen und informellen Sachverhalten, Medientheorie, Akteur/Netzwerkmodelle, soziale Konstruktionen)
- die debatierfreudige und ergebnisoffene Art Merkurs, der seine Meinung zum Ausdruck bringt, im Kontrast zum verstandesorientierten, wortkargen Chiron, der faktenorientiert nach Vermehrung von Wissen sucht (Umgang mit Konflikten in der Kommunikation, Einübung von Diskursen, Hoheit über Deutungsmacht (Luhmann, Foucault, Habermas)
Diese Leitbilder sind von ihrer Anlage her unerfüllbare Suchbilder, die keine direkte Auflösung erlauben und somit grundsätzlich entwicklungsfähig. Das heißt, sie bilden keinen ‚Archetyp‘ im Sinne einer unveränderlichen Prägung, sondern einen dialektischen Pol, auf dessen unterschiedlichen Seiten wir uns in unterschiedlichen Situationen wiederfinden. Sie bilden zwei Seiten derselben Medaille dieser Arbeitsfelder ab, deren wechselseitige Symbolik für die Konstitution von Gesellschaft unumgänglich ist. Wenn der eine aufgerufen wird, steht der andere als zu ergänzender Kontrast mit im Raum und sie können immer nur zusammen mit dem Anderen ein Verhältnis zu einem Gegenpaar eingehen. Dies ist ein anderer Zustand als der der Opposition, wo zwei Planeten einen Gegensatz bilden (entsprechend der Zeichengegenüberstellung), die von der kreativen Spannung lebt. Wenn wir die Komplementärplanten als Leitbilder bezeichnen, dann meinen wir damit eine dialektische Unvereinbarkeit der Prinzipien, die durch den gesellschaftlichen Diskurs vorgegeben ist. Ein Mann kann keine Frau sein, ein linksliberaler kein konservativer, ein diskursorientierter Mensch kein Prinzipienreiter. Das muss so sein, um eine Differenzierung zu definieren
Big Five
Die Einteilung der Big Five in fünf oder sechs Persönlichkeitskategorien der Extraversion, Verträglichkeit, Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus (Emotionalität) und einem sechsten unterschiedlich benannten Item hat eine lange Geschichte. Sie werden seit nunmehr über 90 Jahren erforscht. Astrologie kann dazu beitragen, ein genaueres Verständnis dieser Merkmale zu gewinnen und sie mit anderen Systemen wie etwa den vier Grundformen der Angst von Fritz Riemann in Einklang zu bringen. Ich möchte hier aus einer Kette von Zuordnungen eine neue Bestimmung der sechs grundlegenden Dimensionen der Persönlichkeitspsychologie vorschlagen. Es ist ein Vorschlag, der an der Praxis gemessen werden muss und nur durch eine größere Untersuchung von Horoskopen bestätigt werden könnte.
Lewis Goldberg reduzierte in den 1960er Jahren die Ausgangsliste von Eigenschaften in mehreren Schritten der Klassifikation zu 339 Adjektiven, die in 100 Gruppen fast synonymer Worte klassifiziert wurden.[3] Die erste systematische Zusammenstellung lexikalischer Ausgangsdaten stammt von 1936 von Allport und Oudbert, die die ca. 550.000 Worte von Webster‘s New International Dictionary nach Adjektiven, Partizipien und Substantiven durchsuchten, die Persönlichkeitsdispositionen bezeichneten. An dieser Liste setzten verschiedene Reduktionsverfahren zur Gewinnung von Eingangsdaten für Faktorenanalyse an.[4] Die Ergebnisse beruhen nicht nur auf Fremdeinschätzungen, sondern auch auf Selbstbeurteilungen. Zur Findung wird ein Normwert jeder der fünf Eigenschaften gebildet und die Abweichung von diesem nach oben oder unten gemessen. Personen mit einer hohen oder niedrigen Ausprägung in einem der Faktoren weisen aber nicht zwingend alle Merkmale auf, welche für die Skala charakterisierend sind.
Verträglichkeit (Agreeableness): Diese Dimension zeichnet das zwischenmenschliche Verhalten einer Person nach und die Tatsache, wie kooperativ und kompromissbereit jemand ist. Personen mit hohen Verträglichkeitswerten sind meist mitfühlend und hilfsbereit. Sie erwarten das Beste von ihren Mitmenschen und streben Kooperationen an. In Konflikten geben sie eher nach. Personen mit niedrigen Verträglichkeitswerten sind egozentrisch und misstrauisch anderen gegenüber. Sie setzen auf Wettbewerb und kämpfen für ihre Ideen. Venus/Neptun
Offenheit für Erfahrungen (Openness): Personen mit stark ausgeprägter Offenheit sind wissbegierig, neugierig, phantasievoll und experimentierfreudig. Sie verhalten sich unkonventionell, suchen Abwechslung und sind aufgeschlossen Personen gegenüber Neuem. Personen mit schwach ausgeprägter Offenheit sind vorsichtig und eher konservativ. Sie bevorzugen das Bekannte und Bewährte. Lilith/Jupiter
Gewissenhaftigkeit (Concientiousness): Diese Skala sagt etwas über die Selbstkontrolle, Genauigkeit und Disziplin eines Menschen aus. Sie ist am wichtigsten für beruflichen Erfolg. Gewissenhafte Personen sind sorgfältig, gut organisiert und vorausschauend. Sie übernehmen Verantwortung und planen genau. Wenig gewissenhafte Menschen sind unbekümmert, handeln unüberlegt spontan und sind wenig sorgfältig. Chiron/Saturn
Extraversion: Hier geht es um zur Schau gestellte Aktivität und zwischenmenschliches Verhalten. Extrovertierte Personen sind gesellig, aktiv und gesprächig und tragen oft eine Maske, in der sie herzlich auf ihre Mitmenschen zugehen können. Introvertierte Personen sind gern allein und arbeiten am liebsten unabhängig von anderen. Sie sind im sozialen Kontakt eher schüchtern und zurückhaltend. Merkur/Uranus
Neurotizismus (Emotionality): Dieser Faktor befasst sich damit, wie ein Mensch mit negativen Erlebnissen umgeht und wie emotional stabil er ist. Personen mit hohen Werten in Neurotizismus sind oft ängstlich, nervös, unsicher und traurig. Sie sind stressanfälliger und negative Gefühle bleiben länger bestehen. Dafür besitzen sie aber auch eine besondere Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Personen mit niedrigen Neurotizismus-Werten sind ruhig, zufrieden und selbstsicher. Sie erleben seltener negative Emotionen, sind aber auch nicht besonders interessiert an den Gefühlen ihrer Mitmenschen und schotten sich emotional ab. Mond/Pluto

Erweitert wurde diese Persönlichkeitsstruktur im HEXACO-Modell zu einer sechsten Dimension. Es wurde von Ashton und Lee erstellt und in ihrem Buch „The H Factor of Personality“ auf der Grundlage von Erkenntnissen aus einer Reihe von lexikalischen Studien mit mehreren europäischen und asiatischen Sprachen vorgestellt. Es sind ähnliche Dimensionen wie bei den Big Five. Als sechstes kommt in diesem Modell der Faktor Ehrlichkeit/Bescheidenheit hinzu.[5] Darüber hinaus wird der Faktor Neurotizismus positiv als Emotionalität und Sensibilität beschrieben. In weiteren Untersuchungen gibt es auch eine Unterscheidung des Items ‚Streben nach Macht‘. Dem würde ich mich anschließen wollen, wobei ich den Ausdruck Zielstrebigkeit als sechstes Item bevorzuge (das dann auch den übrig gebliebenen Planeten Sonne und Mars entspricht). Damit bekommen wir auch drei agentische Merkmale (Offenheit, Extraversion und Zielstrebigkeit) und drei kommunale Merkmale (Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Emotionalität). Jeweils zwei stehen sich dann anders als im HEXAKO-Modell ergänzend auf eine Weise gegenüber, wie wir sehen werden, die der Zuordnung der Planeten zu den Riemannschen Angsttypen, sowie zu den Wochentagen und Rudolf Steiners daraus abgeleiteten ‚Prinzip des Gegenpols‘ entspricht.
Die Bedeutung der Tierkreisbilder ist durch den Wechsel von aktiven und passiven Zeichen auf bimodale Strukturen ausgelegt. Die Planeten bilden wie in Band I der Astrologischen Soziologie beschrieben Verwandtschaften, wo in jedem Planetenpaar einer der beiden entsprechen der Zuordnung zu einem Tierkreiszeichen jeweils den aktiven Pol einnimmt (Feuer/Luft-Zeichen) und der anderen den passiven (Erde/Wasser-Zeichen. Die Regenten der aktiven Zeichen entsprechen den agentischen Merkmalen der Big Five Extrovertiertheit (Sonne, Mars), Offenheit (Lilith/Jupiter) und Zielstrebigkeit (Merkur/Uranus). Die kommunalen Eigenschaften werden vertreten durch: Gewissenhaftigkeit (Chiron/Saturn), Verträglichkeit (Venus/Neptun) und Neurotizismus/Sensibilität (Mond/Pluto). Diese Planetenpaare stellen so etwas wie die höhere Oktave füreinander dar. Mars und Sonne, Venus und Neptun, Mond und Pluto usw. haben also grundsätzlich dieselben Qualitäten nur auf einer feineren, oktavierten Schwingungsebene.

Auf der oberen Hälfte befinden sich also die aktiven Zeichen und auf der unteren Hälfte des Hexagramms die passiven Zeichen. Jedem Paar kann auch eine Bewusstseinsfunktion zugewiesen werden. (siehe Jung‘sche Bewusstseinsfunktionen) Sie entsprechen den Vertretern der jeweiligen Elemente. Durch den Gegenpol kann die negative Qualität ausgeglichen werden.
- Zwilling (Merkur) und Wassermann (Uranus) stehen für die Intuition und das Zeichen Luft. Ihr Hang zu Arroganz und Besserwisserei wird durch den Gegenpol von Steinbock und Jungfrau und der Fähigkeit zu gewissenhaftem Denken ausgeglichen (Gegenpol Erde).
- Waage (Lilith) und Schütze (Jupiter) sind Vertreter des Handelns. Sie sind offen und neugierig. Wenn die dunklen Seiten der Gier und des Neids in ihnen erscheinen, können sie versuchen, in das Spüren und Empfinden zu gehen und sich für die Mitwelt mehr zu sensibilisieren.
- Stier (Venus) und Fische (Neptun) sind Zeichen, die ganz im Fühlen veranlagt sind. Venus und Stier als Paradoxplanet- und Zeichen gehören ja zu den Wassertypen. Wenn sie durch Scham und Schuldgefühle beherrscht sind, und in ihren Gefühlen zu versinken drohen, können sie versuchen, auf die aktive Seite des Wollens und des zielstrebigen Feuers zu wechseln.
- Steinbock (Saturn) und Jungfrau (Chiron) sind Vertreter des Erdelements und des Denkens. Manchmal sind sie zu zwanghaft oder geizig und verrennen sich in ständiges Kalkulieren und Bewerten. Dann ist es hilfreich, mehr Luft zu entwickeln und in den Gegenpol der Intuition und Extrovertiertheit zu gehen.
- Skorpion (Pluto) und Krebs (Mond) bilden den Gegenpol zu Waage und Schütze. Sie sind sensibel für ihre Mitwelt, was auch in dem Item des Neurotizismus bei den Big Five ausgedrückt wird. Wenn sie zu sehr in Kummer und Sorge sind hilft es, und von dem starken Spüren ihrer Umgebung sich selbst nicht mehr wahrnehmen, hilft es, die Offenheit ihrer Gegenzeichen zu kultivieren und sich von der schwerelosen Neugier auf die Welt anstecken zu lassen.
- Und schließlich bilden Löwe (Sonne) und Widder (Mars) das Paar, das am stärksten von Willensimpulsen geleitet ist. In der Kompensation treten Tendenzen zu Hass und Verachtung gegenüber der Welt auf. Der eigene Wille wird zum einzigen Maßstab. Dann ist der Gegenpol des Wassers hilfreich und ein Eintauchen in Gefühle und vertraute und verträgliche Umgebungen, wo man sich nicht ständig glaubt, durchsetzen zu müssen.
Sinusmilieus
Schichtungsmodelle, wie sie seit den 1970er Jahren entwickelt werden, teilen die Gesellschaft in eine bestimmte Zahl von sozialen Schichten oder Gruppen, die nach Merkmalen wie Bildung, Konsumbedürfnis, ideelle Werte, Normen, Art der Kleidung, politische Einstellungen, Genre oder ritueller Organisation festgelegt werden.[6] Methodisch hat jede Schichtenanalyse mit dem Problem der Statusinkonsistenz zu kämpfen, weil die Einteilungsmerkmale einander widersprechen können: Eine untersuchte Person kann bezüglich eines Merkmals einer oberen Schicht angehören, bezüglich eines anderen aber einer unteren Schicht.
Das persönliche Verhalten muss auftretende Ungleichgewichte ausgleichen können und für andere nachvollziehbar machen. Ein Hippie, der anfängt, bei einem Investmentfonds zu arbeiten, wird in beiden ‘Welten’ nur dann Probleme bekommen, wenn er seine Rollenbilder nicht entsprechend anpassen kann. Ansonsten bleibt er unter der Beobachtungsgrenze der Soziologen. Ein entsprechendes Problem kannte auch die klassische Astrologie. Der Mensch muss sich nicht nach den Kategorien seines Horoskops verhalten. Sobald er von diesen weiß, kann er sich aktiv entscheiden, gerade deshalb gegenteilige Verhaltensweisen hervorzubringen, um der Stereotypisierung zu entgehen.
Bourdieu vermeidet wie Luhmann rein strukturelle und funktionalistische Einteilungen. Für ihn entsteht das Milieu aus der jeweiligen Praxis und nicht aus vorgegebenen Kategorien, sondern aus dem Beziehungsgefecht der Beteiligten. „Eine soziale Klasse ist definiert durch ein Merkmal (nicht einmal das am stärksten determinierende wie Umfang und Struktur des Kapitals) noch durch eine Summe von Merkmal (Geschlecht, Alter, soziale und ethnische Herkunft) …, noch auch durch eine Kette von Merkmalen, welche von einem Hauptmerkmal (der Stellung innerhalb der Produktionsverhältnisse) kausal abgeleitet sind. Eine soziale Klasse ist vielmehr definiert durch die Struktur der Beziehungen zwischen allen relevanten Merkmalen, die jeder derselben wie den Wirkungen, welche sie auf die Praxisform ausübt, ihren spezifischen Wert verleiht“ (Bourdieu 1987: 182).
Für Bourdieu bezeichnet der Habitus im Äußeren eine Kategorisierung von Angehörigen bestimmter sozialer Klassen und im Inneren eine Verinnerlichung von kollektiven Dispositionen. Handeln entsteht für ihn in Bezug auf diese äußeren Wertmaßstäbe und die innere Einstellung zu diesen. Daraus entsteht ein ‘Klassenhabitus’, der gewissermaßen imstande ist, ‘soziales Kapital’ zu erzeugen. Wenn eine Gruppe von sozialen Subjekten ähnliche Vorlieben aufweist und sich außerdem in ähnlichen sozialen Verhältnissen befindet, beobachtet man gewisse Gemeinsamkeiten. Diese habituellen Strukturen sind nach Bourdieu für eine bestimmte soziale Klasse dann typisch.
Man ‘erkennt’ sich als seinesgleichen und wird damit in seinem Verhalten wiederum für den Anderen in reziproker Weise besser nachvollziehbar. Der spezielle Habitus drückt sich auch durch eine sprachliche Reflexion aus, die Bourdieu in Anlehnung an Chomsky als ‘generative Grammatik’ bezeichnet, weil ihr polarisierender Aufbau in der jeweiligen sozialen Schicht tief verwurzelt ist. Als Beispiel nennt Bourdieu typisch geschlechtliche Verhaltensformen; Machismus, Anpassung, Unterwerfung, Aggressivität etc. (entsprechend dem Rollenpaar Venus/Mars), der Unterschied zwischen egoistischen und altruistischen Verhaltensformen (Uranus/Neptun), Konsens- und Faktenorientierung (Lilith/Pluto) oder wertkonservative und freiheitlich orientierte Haltungen (Saturn/Jupiter).
Bourdieu verband auch das Konzept objektiver sozialer Klassifizierung mit dem der subjektiven Klassifizierung. Seine empirischen Studien beschäftigten sich auch mit den Machtverhältnissen zwischen den Schichten. Ständig entstehen sie in diesem Prozess neue soziale Formationen und müssen neu austariert werden. Wenn sich diese Strukturen zu sehr in das Individuum einbrennen, dann ist es nicht mehr so gut zu Veränderungen möglich und die Anpassung an neue Herausforderungen muss neu justiert werden. Deshalb ändern sich die Milieus und die Identifizierung mit einzelnen Verhaltensmerkmalen auch mit der Zeit. Sie sind auch von Land zu Land unterschiedlich.

In meiner Graphik des Sinusinstituts ist die Verteilung aus einem Mix sozialer Milieus in Deutschland und der Schweiz benannt worden. Verglichen wird damit z.B. Konsumverhalten, Wahlbeteiligung, politische Einstellung, gesundheitliche Dispositionen, Bildungsniveau u.ä. Die zehn Kategorien zeigen das Ineinanderfließen der Schichtungen (vertikale) und die Ordnung nach politischen Idealen (horizontale) und die sich daraus bildenden ‘Wolken’. Die Einteilung entspricht auch anderen Schichtungsmodellen der Soziologie, so dass wir uns die astrologischen Zuordnungen als Bindeglied nützlich sein könnten.
Die Milieubeschreibungen des Sinusinstituts lassen sich mit den sechs Grundarchetypen der Persönlichkeitspsychologie in Einklang bringen, die als Big Five oder Big Six bezeichnet werden (Zielstrebigkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Extrovertiertheit, Verträglichkeit und Offenheit). Die durch sie beschriebenen Charaktereigenschaften sind im Grunde nur die Blaupause Weberscher Idealformen, die durch Normen und Werte der Gesellschaft geformt werden. Hedonisten müssten demnach mehr Zielstrebigkeit (Sonne/Mars), Konservative mehr Gewissenhaftigkeit (Chiron/Saturn), die Materialisten mehr Neurotizismus und Emotionalität (Mond/Pluto), die Performer und Expeditiven mehr Extrovertierheit (Merkur/Uranus), die bürgerliche Mitte mehr Verträglichkeit (Venus/Neptun) und die Etablierten und Postmaterialisten mehr Offenheit zeigen (Lilith/Jupiter).

Auf der linken unteren Seite befinden sich häufiger Wasser und Erde, auf der rechten oberen Seite Feuer und Luft. Klassischerweise stehen sich die Elemente Erde und Luft auch als zwei Extreme gegenüber. Die Erde und ihre Planeten Chiron (Jungfrau), Venus (Stier) und Saturn (Steinbock) gelten als konservative und geduldige Lebensart, die bis auf Venus auf der äußeren linken Seite des Schichtungsmodells zu finden sind. Sie mögen keine Veränderung uns verändern ihr von Sicherheit geprägtes Weltbild selten (statistisch häufig konservative Wähler).
Die Luft mit Uranus (Wassermann) und Merkur (Zwillinge) entsprechen hingegen progressiver und vorwärts gerichteter Denkweise, die auf der äußersten rechten Seite zu liegen kommt. Menschen aus den entsprechenden Milieus wirken manchmal etwas abgehoben und wenig integriert. Lilith als Waageentsprechung ist ein wenig gemäßigter und sucht nach einem Ausgleich der notwendigen Erneuerungen. Hier befinden sich nach den Untersuchungen des Sinusinstituts auch die meisten Wähler der Grünen.
Das Element Wasser mit Neptun (Fische) und Pluto (Skorpion) ist wie die Erde eher konservativ und befindet sich auf der unteren Hälfte im linken Bereich. Es sind Wähler aus allen Parteien, die hier taktisch wählen und abschätzen, wer für sie und ihre Sorge nach einem sicheren Leben am besten Sorge tragen wird. Das Feuer und seine Planeten Mars (Widder), Jupiter (Schütze) und die Sonne (Löwe) sind hingegen in der rechten gemäßigten rechten Hälfte und hat oft Bezug zu Wählern des linken Spektrums. Sie sind für Neuerungen eher offen, neigen aber auch zu Geringschätzung der Sicherheitsbedürfnisse beim Gegenüber.
Die gesamte Einteilung entspricht der herkömmlichen Deutungsweise der Sternzeichen und ihrer Regenten mit der Erde und der Luft als größtmögliche Antipoden und dem Feuer und dem Wasser als ständig rangelnde, sich aber in vielem überschneidende Elementequalitäten.

Interessant wäre sicherlich auch eine Untersuchung, wie Astrologie von diesen einzelnen Milieus adaptiert wird und aus welchen Schichten Astrologen selber kommen. Da sie in einer Vielfalt von Berufen zuhause sind ist zu vermuten, dass sie einer relativ gleichmäßigen Verteilung folgen. Auch die Art der Astrologie, die sie betreiben, müsste sich aus ihrem Milieu ableiten. Zu vermuten ist, dass seriöse Astrologen vom Dachverband eher sich den etablierten und performenden Milieus zugehörig fühlen, während systemkritische Podcaster und Influencer mit esoterischem Schwerpunkt eher aus den konservativen und nostalgischen Milieus stammen. Auf diese Weise könnte man leichter die für einen passende Astrologieschule heraussuchen oder auch den passenden Berater.

Eigentlich müsste so ein Modell dreidimensional als Kugel angelegt sein und auch die Verbindungen von Materialisten und Etablierten, sowie Traditionellen und Expeditiven aufzeigen, die es durchaus gibt. Das Milieu der Bürgerlichen Mitte würde dann mit dem Element Wasser in die Mitte gezogen werden und sich die anderen Kategorien drumherum wölben, so dass sich die Extreme berühren. Diese Schnittstellen existieren durchaus auch in der Lebenspraxis. Es gibt immer wieder Organisationen wie jetzt etwa die Partei Sarah Wagenknechts, in der rechte Ansichten der Traditionalisten und Konsumorientierten auf linke Positionen des Postmateriellen und Experimentellen Milieus treffen (Merkur/Saturn und Lilith/Pluto-Themen). Auch die gut situierten Konservativ-Arrivierten besitzen Berührungspunkte zu dem mehr prekären Hedonistenmilieu, wenn sich etwa die moderate Elite beim Fußball mit ihren Fans aus dem unteren sozialen Schichten verbrüdert oder beim Extremsport Debatten über die Ausrüstung und Herausforderungen führt (Mars/Chiron und Saturn/Uranus-Themen).
Die Antike Ordnung
Das interessante an dieser Anordnung ist, dass sie auch der babylonischen Einteilung der sieben Wochentage entspricht. Sie bildet die Grundlage aller weiteren Formen der westlichen Astrologie und z.B. auch des hundertjährigen Bauernkalenders. Dabei wird nicht nur jedem Wochentag ein Planet nach der chaldäischen Reihe (Sonne, Merkur, Venus, Mond, Mars, Jupiter, Saturn) zugeordnet, sondern es entsteht auch eine Gegenüberstellung von jeweils zwei Planetenprinzipien im Sechsstern, wenn man die Sonne weglässt.

Diese Zuordnungen entsprechen den seit der Antike bekannten Modellen der Alchemie und Heiligen Geometrie. [7] Wie Band II besprochen, folgt die Benennung der Wochentage nach alten Gottheiten. Montag steht für den Mond, Dienstag (Mardi) für den Mars, (Mittwoch (Mercredi) für den Merkur, Donnerstag für den heidnischen Gott Donar und Jupiter Freitag für die Göttin Freya und die Venus, Samstag (Saturday) für den Saturn und Sonntag für die Sonne. Die zugrundeliegende Reihe ist den Umlaufzeiten der Planeten entsprechend: Mond (29 Tage), Merkur (88 Tage), Venus (225 Tage), Sonne (Erde, 365 Tage), Mars (687 Tage), Jupiter (11,87 Jahre) und Saturn (29,46 Jahre). [8]
Wenn man die Planeten zu einem Sechsstern ordnet, kommt es zu drei Polaritätsprinzipien, die als eine Urform psychologischer Matrizen dienen kann und die auch Rudolf Steiner ausführlich besprochen hat. (Siehe Klaus Schäfer-Blankenhorn, Die Pädagogik als Schlüssel zu einer neuen Astrologie, Auriga). Am besten beschreiben lassen sie sich aus pädagogischer Brille, wenn man sich vorstellt, was einem bestimmten Lerntypus helfen kann, seine Blockaden zu überwinden und den Gegenpol in sich zu entwickeln.

Extro Merkur <-> Saturn Intro (Gewissenhaftigkeit)
Direkt Mars <-> Venus Indirekt (Verträglichkeit)
Offen Jupiter <-> Mond verschlossen (Sensibilität)
Ordnet man jetzt jedem der Planeten ein Metall zu, so erhält man eine Reihe, die den Atomgewichten der Metalle entspricht (Zweierabstände der Planeten), so wie das aus der Antike um 700 v. Chr. belegt ist. Das bedeutet, dass früher schon ein Wissen über das absolute Gewicht dieser Substanzen existiert haben muss. Dazu brauchte man ja auch einfach nur die sieben Metalle in gleichgroße Formen gießen, sie ins Wasser legen und ihre Verdrängung beobachten.[9] Die Ordnungszahlen der Metalle sind Folgenden (abgerundet): Mars Eisen (55), Venus Kupfer (63), Mond Silber (107), Jupiter Zinn (118), Sonne Gold (197), Quecksilber Merkur (200), Saturn Blei (207).

Diese Kenntnisse spielen bis heute eine große Rolle für die Anfertigung von Heilsubstanzen und homöopathischen Mitteln. Sie beziehen sich aus der klassischen Lehre auf die sogenannten Chakren des Körpers, unsichtbaren Energiefeldern, die den sieben wichtigsten Drüsensystemen des Körpers entsprechen. Die Planetenzuordnungen der Chakren bilden sich aus den Dreierabstände der Planeten in der Folge der Wochentage. Es ist das Ziel aller alternativmedizinischen Interventionen, ein Gleichgewicht der Energieströme herzustellen und Blockaden sanft aufzulösen. Jeder Arzt des Mittelalters lernte Astrologie im Quadrivium und arbeitete mit diesen Formen der Zuordnungen.
| Mars | Rot Eisen | Wurzelchakra Vitalenergie | Keimdrüsen Sexualität | Erdung Angst | Krieger Impulsivität |
| Jupiter | Orange Zinn | Sakralchakra Emotional | Nebennieren Aktivierung | Freude Sucht | Weiser Verleugnung |
| Saturn | Gelb Blei | Solar Plexus Mental | Bauchspeichel Verdauung | Wille Schw. Ego | Gelehrter Starrsinn |
| Mond | Grün Silber | Herzchakra Astral | Thymus Wachstum | Mitgefühl Trennung | Heiler Aufopferung |
| Merkur | Blau Quecksil. | Kehlchakra Kausal | Schilddrüsen Stoffwechsel | Ausdruck Hemmung | Priester Zweifel |
| Venus | Indigo Kupfer | Drittes Auge Ätherisch | Zirbeldrüse Schlaf | Intuition Verwirrung | Künstler Eitelkeit |
| Sonne | Violett Gold | Krone Ketherisch | Hypophyse Steuerung | Sinn Leere | König Abgehoben |
Das der Mond dem Herzen entspricht und nicht die Sonne ist ja quasi der ‚vertauschten‘ Reihenfolge geschuldet, die sich aus der Anzahl der Umlauftage der Planeten ergibt. Eigentlich ist der Mond ja an der Stelle der Sonne vor Merkur und Venus einzuordnen und die Sonne an der Stelle der Erde (mit ihrem Mond), da sie scheinbar 365 Tage braucht, um die Erde zu umkreisen. Das wurde vielfach missverstanden und bot viel Raum für Spekulationen über den richtigen Sachverhalt. Darüber hinaus hat Steiner auch noch die Positionen von Merkur und Venus ausgetauscht, um seine Lehre vom ‚Speerträger‘ zu untermauern. In der anthroposopischen Medizin (Demeter, Veleda…) spielt die Alchemie noch eine große Rolle. In meinem Youtubevideo ‚Der Venus-Projektor‘ gehe ich ausführlich auf die Venus als Rolle der ‚Lichtbringerin‘ ein und den gnostischen Streit um die Rolle Merkurs und des ‚reinen Geistes‘. www. astrologie-abc.de/videos/venus-projektor.
Elementeblitz
Die Elementelehre spielte ebenfalls eine große Rolle in der antiken Astrologie und Philosophie in Verbindung mit der Temperamentenlehre, die als eine Vorstufe der Big Five betrachtet werden kann. Luft ist das feinstofflichste und am schwersten zu erringende aller Elemente. Insofern zeigt sein Fehlen allein schon ein starkes Streben nach Feinstofflichkeit an. Wenn ein Mensch beispielsweise Uranus und Merkur in exponierter Stellung im Horoskop hat, sowie Betonungen der Zeichen Zwillinge, Waage und Wassermann, so kann man davon ausgehen, dass er Zeit seines Lebens auf der Suche einem extrovertierten Selbstausdruck und einem unbeschwerten Zugang zur Welt sein wird. Die dazugehörige Frage in der Beratung wäre dann die, was diese Suche unterstützt und welche Qualitäten dem Menschen in der Festigung der Identität zur Verfügung stehen.

Das Element Luft wird in erster Linie durch das Element Erde gefördert. Denn aus den Gärungs- und Fäulnisprozessen des Lebens entstehen die Gase. Sauerstoff ist ein Produkt der Fotosynthese von Pflanzen (mit Zuhilfenahme des Elements Licht/Äther). Psychologisch gesprochen ist eine gute Herkunft und Bildung (Erde) die Voraussetzung für die Entwicklung kreativer und intuitiver Leichtigkeit (Luft).
Das Element Erde wiederum wird durch das Wasser befruchtet. Ohne Wasser kann nichts wachsen. Übersetzt auf die psychologische Ebene heißt das, dass das Denken ohne eine Gefühlsbasis nicht funktioniert. Ein Mensch, der nicht an seine tiefsten Wünsche herankommt, kann auch keine abstrakten Vorstellungen über die Welt gewinnen. Das ist auch ein Geheimnis erfolgreicher Pädagogik. Um einen Schüler für einen schwierigen Stoff zu begeistern ist es hilfreich, zunächst einen Zugang über das Gefühl herzustellen und die Lernaufgaben beispielsweise mit einer Geschichte einzuleiten oder einer persönlichen Betroffenheit. Wie die Elemente miteinander verknüpft sind, zeigt auch anschaulich die chinesische Elementelehre, die allerdings mit anderen Bedeutungen arbeitet. Übersetzt auf den europäischen Geist entsteht folgende Verbindung:

W -> E -> L -> F -> Ä
- Ohne Gefühle (Wasser) kein Denken (Erde). Gefühle sind die Grundlage von rationalen Entscheidungen zur Befriedigung der wirklichen Bedürfnisse. Ansonsten bleibt das Denken unkonkret und zerfasert. Gefühlskalte Menschen sind oft blockiert und haben Mühe, sinnvolle logische Schlüsse in sozialen Kontexten zu ziehen.
- Ohne Denken (Erde) keine Intuition (Luft). Um ein gutes Gespür für neue Situationen zu entwickeln, braucht es ein geübtes Denken. Ein Schachspieler hat tausende von Stellungen analysiert, bevor er eine Intuition für den richtigen Zug entwickelt. Ohne diese Basis von analytischem Wissen bleibt die Intuition flüchtig und beliebig.
- Ohne Intuition (Luft) keine Willensimpulse (Feuer). Das Element Feuer braucht die Luft (Sauerstoff), um nicht zu ersticken. Oder psychologisch übersetzt: Man muss Fehler machen können, um zu seinen ureigenen Willensentscheidungen zu kommen. Ohne das Ausprobieren von Ahnungen und dem intuitiven Entdecken der Welt, bleibt der Mensch sich selbst und seinen direkten Handlungsmotiven fremd. Er kann in der Folge kaum Impulse setzen und so Feedback über seine Motive erhalten.
- In der letzten Entwicklungsstufe ist noch das Element Äther dazwischengeschaltet. Die Gefühle (Wasser) brauchen vermittelt über das Element Äther geübte Willensimpulse (Feuer), um sich immer wieder neu orientieren zu können. Sonst verschwimmen sie zu einem ewig gleichen emotionalen Brei. In der Natur lädt sich das Wasser immer wieder durch Licht auf. Es wird wärmer, kondensiert und regnet wieder ab. Ohne einen solchen von der Wärme befeuerten Kreislauf würde das Wasser abstehen und faulig werden.
Dazwischen ist noch das Element Äther (Empfinden), was dem chinesischen Chi entspricht oder der von Wilhelm Reich postulierten Orgonenergie. Eine Ansammlung konzentrierter lichtvoller Lebensenergie, die das Wasser vitalisieren kann. Auch Rudolph Steiner ist ausführlich auf die Bewusstseinsfunktion des Empfindens eingegangen, das einem neutralen Erspüren spiritueller Sphären in reiner Präsenz entspricht. Es ist hier nicht der Platz, um auf die theoretischen Hintergründe einzugehen, aber dieses Chi ist der Grundfaktor der chinesischen Medizin. Es ist eine Kunst, es den schwachen Organen zuzuführen und so eine Harmonisierung der Körperkräfte zu erreichen. Reich sprach von blockierten Muskeln und Willensentscheidungen, die dazu beitragen, Gefühle zu unterdrücken. Ohne Zugang zu den Gefühlen kann aber auch keine Klarheit im Denken entstehen und ein Verstehen der Ursachen der Krankheiten und Blockaden. Der Kreis schließt sich.
Angstformen nach Riemann
Eine weitere gute Beschreibung von psychischen Grundqualitäten, die man mit der mittelalterlichen Temperamentelehre in Einklang bringen kann, lieferte Fritz Riemann in seinem Buch ‚Die vier Grundformen der Angst‘, das mehrere Millionen Mal verkauft wurde. Als Astrologe kannte er die Entsprechungen des Tierkreises, entschied sich aber, ohne astrologische Fachtermini zu schreiben. Seine Matrix beschreibt zwei Dimensionen der Angst: Einmal von Nähe und Distanz (Integrationsachse). Und ein weiteres Mal von Chaos und Notwendigkeit (Transformationsachse). Unschwer erkennen wir auf der Integrationsachse den Gegenpol von den altruistischen Energien von Planeten wie Venus und Neptun (Wasser), die nach Nähe suchen und den egoistischen Eigenschaften wie etwa von Sonne und Mars (Feuer) auf der anderen Seite, die Angst vor Selbsthingabe haben und sich abgrenzen.

Auf der Transformationsachse beschreibt Riemann das Gegenspiel von Ängsten um Notwendigkeiten, die unseren freiheitsliebenden Planeten Uranus und Merkur (Luft) entsprechen und der Angst vor Veränderung eschreiben, die leicht mit den erdbetonten Prinzipien von Saturn als Regent des Steinbocks, aber auch der Jungfrau, deren neuer Regent der Chiron ist, identifizierbar ist. Die Entsprechung zu den vier Elementen ist augenfällig. Es bleiben aber noch vier Planeten übrig. Sie lassen sich in zwei weitere Gegensatzpaare einteilen.
Es sieht vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnlich aus, wie die Zuordnung der Planeten hier vorgenommen wird. Diese vier Typen von Riemann entsprechen jedoch weitestgehend dem, was in den Big Five Persönlichkeiten zum Ausdruck kommt und was man bei der Zuordnung der Planeten als ‚höhere Oktave‘ bezeichnen kann. Also zwei wesensverwandte Prinzipien, die in gewisser Weise austauschbar sind und doch eigenständige Formen bilden. Es wird erstaunen, dass wir der Sonne beispielsweise als höhere Oktave des Mars begegnen werden, Pluto als höhere Oktave vom Mond und Lilith als höhere Oktave von Jupiter. Letztendlich wird über die Stimmigkeit eine Versuchsreihe entscheiden müssen, die an Forschungsergebnisse der Soziologie anschließt.

- Extrovertierte (Luft) Menschen besitzen demnach oft Betonung von Merkur und Uranus im Horoskop und Planeten in den Zeichen Zwilling und Wassermann. Sie agieren manchmal rechthaberisch und impulsiv. Sie sind aber auch sehr kreativ und meist herzlich optimistisch gestimmt. Ihr Angst bezieht sich darauf, in zu große Abhängigkeiten zu geraten, weil sie dann nicht mehr so spontan Anregungen folgen können. Sie wollen sich nicht auf Ziele anderer Menschen festlegen und scheuen Notwendigkeiten, was von der Außenwelt als hysterisch empfunden werden kann.
- Als Gegenpol auf der Riemannschen Transformationsachse dazu kann das Item Gewissenhaftigkeit (Erde) gesehen werden. Es wird astrologisch durch Saturn und Chiron beschrieben und durch Besetzungen in den Zeichen Jungfrau und Steinbock begleitet. Dieser Typus besitzt allgemein eine hohe Selbstkontrolle und ist zuverlässig, sorgfältig planend und gut organisiert. Es sind aber auch Menschen, die unter zwanghaften Ängsten leiden und Veränderungen scheuen. Damit können sie ihre organisatorischen Fähigkeiten nicht immer entfalten.
- Die zweite Achse des Riemannmodels ist die Integrationsachse mit dem Gegenpol von Nähe und Distanz. Menschen mit der Qualität der Zielstrebigkeit (Feuer) werden in der Astrologie durch Sonne und Mars angezeigt. Kein Zeichen im Tierkreis ist besser darin geübt, in direkter Weise Ziele anzusteuern, als Löwe und Widder. Sie halten sich dabei in einer gewissen Distanz zu den anderen Menschen und haben Angst vor Hingabe, weshalb Riemann diese Qualität auch mit schizoiden Dispositionen in Zusammenhang brachte. Ihre zur Schau gestellte Persönlichkeit ist ein Mittel zur Distanzierung. So können sie ihre Angst vor zu viel Nähe hinter einer öffentlich anerkannten Maske verstecken, was für die nähere Mitwelt verwirrend sein kann. Während sie ihre großen Visionen für eine bessere Zukunft entwerfen, haben sie Schwierigkeiten, sich tiefer auf andere einzulassen und ihre eigenen Schwächen zu reflektieren
- Neptun und Venus liegen auf der anderen Seite dieses Pols. Sie suchen in symbiotischer Weise die Nähe zu anderen Menschen und sind zusammen mit Planeten in den Sternzeichen Fische und Stier empathisch und mitfühlend. Sie haben aber auch Angst vor der Selbstwerdung und es ist für Partner nicht leicht, wenn sie der Anhänglichkeit nicht ohne Verletzungen entfliehen können. Von den Big Five wird hier das Item Verträglichkeit (Wasser) angesprochen. Diese Typen bringen Verständnis und Wohlwollen für ihre Mitmenschen auf und zeigen sich hilfsbereit, nachgiebig und kooperativ, auch wenn sie schlecht behandelt werden. Die Geborenen haben Angst vor ihren eigenen Aggressionen und wirken deshalb auch oft gehemmt. Deshalb passiert es ihnen leicht, dass sie von anderen ausgenutzt werden und ziehen sich leicht zurück. Wir sehen also immer ein Ringen um Ängste, die bei ihrer Überwindung die eigentliche Qualität des Temperaments zum Vorschein bringen.
Schließlich gibt es noch eine dritte Achse von Eigenschaften, die sich gegenüberliegen. Ich möchte sie die Befreiungsachse nennen. Die Merkmale werden durch das System von Riemann nicht mehr erfasst, könnten aber mithilfe der Big Five auch auf ihre Angstmuster hin rekonstruiert werden. Es bleiben die Items der Offenheit, die in der Astrologie mit den Sternzeichen Waage (Lilith) und Schütze (Jupiter) in Einklang gebracht werden können, sowie die Emotionalität (Neurotizismus) von Krebs (Mond) und Skorpion (Pluto).
- Offenheit entspricht den Planeten Lilith (Waage) und Jupiter (Schütze). Diese Typen sind offen für neue Erfahrungen und haben etwas gegen Ausgrenzung und Kleingeisterei. Sie haben eine hohe Toleranz gegenüber Andersdenkenden und können sich leicht an neue Umstände anpassen. Ihre Angst besteht daraus, als abgehoben in ihren Positionen empfunden zu werden. Und dabei zusehen zu müssen, wie sich eine Gesellschaft zur Intoleranz entwickelt. Sie suchen nach Bewunderung und Idolen und sind in ihrer Meinung leicht manipulierbar, wenn sie nicht lernen, den Gegenpol von Mond und Pluto zu integrieren und ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen.
- Ihnen gegenüber stehen die Merkmale des Neurotizismus (Sensibilität), der durch Krebs (Mond) und Skorpion (Pluto) vertreten wird. An ihnen werden die Charakteristiken der gesteigerten Sensitivität, aber auch Anspannung, Tauer und Unsicherheit sichtbar. In Stresssituationen wird nicht immer realistisch reagiert und es besteht eine Tendenz zu Depressionen. Positiv ist, das negative Emotionen ehrlich gezeigt werden und vor allem der von Lilith und Jupiter in seiner Großspurigkeit beeinflusste Mensch unverstellt und authentisch erscheinen kann. Wenn er es schafft, seine Ängste vor Passivität und Handlungslähmung zu überwinden, kann er sich mit seinen Bedürfnissen zeigen und auch andere animieren, dies ebenfalls zu tun. So entsteht ein Klima des Vertrauens und der Möglichkeit tieferer innerer Wahrnehmungen.
Jung’sche Bewusstseinsfunktionen
Wie aber bilden sich nun die Funktionen des Bewusstseins ab. Denken, Fühlen, Intuieren und wollen sind für den vor allem im Russland und Osteuropa weit verbreiteten Myers-Briggs-Persönlichkeitstest ausschlaggebend. Dieser und auch die Big Five-Persönlichkeitstests werden z.B. von Firmen und Institutionen dazu verwendet, um geeignete Teams zu bilden und eine ausgewogene Mischung an Charakteren in einer Gruppe herzustellen. Auch für Partnerschaftsbörsen oder den Einsatz personalisierter Werbung sind sie hilfreich. Um sie kompatibel mit der Astrologie zu machen, brauchen wir exakte Zuordnungen, so wie sie dem Horoskop am ehesten entsprechen.
C. G. Jung schuf mit seiner Typenlehre ein Modell, das die mittelalterlichen Einteilungen der Temperamente mit modernen psychologischen Erkenntnissen über Gehirnfunktionen verbinden sollte. Doch ist sein Konzept nie ganz einwandfrei rezipiert worden. Es bestehen nach wie vor Meinungsunterschiede bezüglich dessen, was genau mit den Begriffe Denken, Empfinden, Intuieren und Fühlen gemeint ist und ob nicht auch das Wollen in diese Kategorie gehört. Am einfachsten ist das Fühlen zu begreifen. Es kommt aus dem Bauch und ist ein langsamer Vorgang, der den anderen drei Funktionen des Intuierens, Denkens und (trockenen) Empfindens gegenübersteht. Dementsprechend wird er auch von den meisten Astrologen dem Wasser zugeordnet. Doch mit den anderen Funktionen sieht es nicht mehr so gut aus in der Eindeutigkeit. Hajo Banzhaf hat wieder eine andere Meinung und zweifelt die Zugehörigkeit des Fühlens zum Wasser an. Er schreibt:
„Überzeugend und unstrittig ist nur die klare Entsprechung von Denken und Luft, sowie Empfinden und Erde. Dagegen ist die Zuordnung von Feuer und Wasser nicht eindeutig. Einerseits spricht gerade die spontane, wertende Urteilsbildung für die Gleichsetzung von Feuer und Fühlen, andererseits sind feurige Qualitäten wie Unternehmungslust, Pioniergeist, der Mut, Neues zu wagen und etwa neue Produkte auf den Markt zu bringen klare Merkmale der intuitiven Funktion. Die Gleichsetzung von Intuition und Wasser liegt nahe, wenn man sieht, dass die Intuition als der richtige Riecher beschrieben wird, und dass dieser Typ eben gerade nicht wertet. Ferner ist die musische Seite des Wassermenschen sowohl als Künstler und Poet, wie auch als Muse eines geliebten Menschen ganz und gar kennzeichnend für die intuitive Funktion. Dem steht aber gegenüber, dass Wasser vortrefflich der Fühlfunktion entspricht, weil diese mit der echtesten Aufopferungsbereitschaft verbunden ist und in ihrer introvertierten Form geradezu als „Stille Wasser gründen tief“ beschrieben wird.“
Er schreibt weiter: „So nimmt es nicht Wunder, dass sich auch führende Jungianer in der Frage der Zuordnung dieser beiden Elemente nicht einig sind. Liz Greene, die bekannteste Astrologin aus diesem Kreis, setzt Wasser mit Fühlen gleich und Feuer mit Intuition, wohingegen die Amerikanerin Zipporah Dobyns dem Wasser die Intuition und dem Feuer das Fühlen zuordnet. Karen Hamaker-Zondag die in ihrem Buch Elemente und Kreuze die Elementartypen mit den Jung‘schen Typen gleichsetzt, folgt der Zuordnung von Liz Greene. Andere Jungianer, mit denen ich gesprochen habe teilen mehr die Sicht von Zipporah Dobyns. Bleibt als Resümee nur die Feststellung, die Edward F. Edinger in seinem Buch ‚Der Weg der Seele‘ trifft: „Obwohl die vier Elemente nicht haargenau mit den vier Funktionen gleichgesetzt werden können, besteht eine annähernde Parallelität.“[10]
Ich denke, es braucht einen ganz neuen Ansatz, der sich aus einer empirisch überprüfbaren Matrix ableiten lässt. So bin ich darauf gekommen, die Eigenschaften der Elemente noch einmal neu mit denen der Jahreszeiten zu kombinieren. So ergeben sich vier neue Kategorien von Zeichen, in denen zwei der regierenden Planeten jeweils einem Element zugehören, der Dritte aber nicht. Und jetzt wird es richtig interessant. Denn in dieser Matrix liegt die Erklärung für so manche Abweichungen, die bei der Zuordnung der Planeten zu den Elementen und mittelalterlichen Temperamenten immer wieder für Verwirrung sorgen.
| Frühling Vata 1/3 Leptosom | Sommer Pita 2/3 Athlet | Winter Kapha 3/3 Pykniker | Element Bedeutung | |
| Passiv kommunal | Venus Stier | Mond Krebs | Neptun Fische | Wasser, Sensibilität, Fühlen unbewusste Bilder, Kelche |
| Aktiv agentisch | Mars Widder | Sonne Löwe | Uranus Wasserm. | Feuer, Vernunft, Wollen bewusste Sprache, Stäbe |
| Aktiv agentisch | Merkur Zwilling | Lilith Waage | Jupiter Schütze | Luft, Sensitivität, Intuition bewusste Bilder, Schwerter |
| Passiv kommunal | Chiron Jungfrau | Pluto Skorpion | Saturn Steinbock | Erde, Verstand, Denken unbewusste Sprache, Scheib. |
Beispielsweise sind die drei Planeten, die der Kategorie passiv/kommunal angehören, Venus, Neptun und Mond. Doch gehören nur zwei dem Element Wasser an und die Venus ursprünglich der Erde. Sie ist unser Beziehungsplanet und wird normalerweise mit wässrigen, gefühlsbetonten Merkmalen beschrieben und nicht mit denen der rationalen Eigenschaften des Elements Erde. Liegt hier vielleicht einer Erklärung dafür vor, dass die von Gauquelin gefunden Eigenschaften für manche Planeten nicht passten?[11] In seinen umfangreichen Untersuchungen wurden Signifikanzen nur für die Planeten Merkur, Mond, Mars und Saturn gefunden, nicht jedoch für die Sonne, Venus, Uranus, Neptun und Pluto. Jupiter blieb neutral; besaß also weder positive noch negative Signifikanz zu den ihm zugeordneten Begriffen. Jupiter, Venus, Uranus und Pluto gehören aber zu den Planeten, die nun nicht in das Schema des Elements passen, das nach der vierten Matrix stimmen müsste. Uranus ist bei den Feuerplaneten Mars und Sonne, Venus bei den Wasserplaneten Mond und Neptun, Jupiter bei den Luftplaneten Lilith und Merkur und Pluto ist bei den Erdplaneten Saturn und Chiron. War Pluto nicht der Fürst der irdischen Unterwelt? Der Persephone erstarren ließ und dessen irdische Verharrungskraft uns aus eigenen Transiten nur zu gut bekannt ist?
Auf diese Weise sehen wir recht eindeutig, dass das Wollen eine eigene Funktion für die Feuerelemente bildet und die Planeten des Elements Erde im Denken vereint sind. Das Denken ist nichts anderes als eine verlängerte Zusammenfassung der Sinneseindrücke und dem, was C.G. Jung als Empfinden bezeichnete und dem Typus konkrete Sinneserfahrungen, Faktenbezogenheit und Lebenspraxis zuordnete. Also den reinen Input der Sinnenreize, die im Gehirn sodann zu einem Gesamteindruck verarbeitet werden, wobei das Denken eine Art Filter ist, nur die wesentlichen Informationen der Sinne zuzulassen.
Das Gehirn verarbeitet die unterschiedlichen Sinneneindrücke ja zu einem Ganzen, so dass wir grundsätzlich nicht von einem ‚direkten Sinneseindruck‘ sprechen können. Aus den Sehreizen werden Bilder, aus den Hörreizen Melodien, aus den Gerüchen Kompositionen usw. und ihre Gewichtigkeit hängt eng mit der inneren Verfasstheit und Vorlieben zusammen, so dass wir das wahrnehmen, was für uns momentan wichtig ist und nicht das, was objektiv ist. Wenn man die neuen Funktionstypen aus der letzten Matrix ableitet, dann erhalten wir ein eindeutiges Schema, dass der Einteilung unserer Kognitionen in sprachliche (linke Hemisphäre) und Bilder (rechte Hemisphäre), sowie bewussten (schnellen) und unbewussten (langsamen) Inhalten entspricht.
| Sprache/Ausdruck/Links | Vorstellung/Bilder/R. | |
| Wollen, Feuer Stäbe, Vernunft phonetische Bedeutung Mars, Sonne, Uranus | Intuition, Luft Schwerter, Sensitivit. direkter Eindruck Merkur, Lilith, Jupiter | Konkret, bewusst, schnell, Kopf |
| Denken, Erde Scheiben, Verstand grammatische Struktur Chiron, Saturn, Pluto | Fühlen, Wasser Kelche, Sensibilität mentale Simulation Mond, Neptun, Venus | Abstrakt, unbewusst, langsam, Bauch |
Und somit ergibt sich eine sinnvolle Korrespondenz zu einem Teil der Bewusstseinsfunktionen von C.G. Jung. Das Fühlen entspricht dem empathischen Element Wasser und den Planeten Mond und Neptun, sowie der Venus als Ausnahmeplanet. Das Wollen steht für das energische Element Feuer und die Planeten Sonne und Mars inklusive der manchmal überschießenden Energien des Uranus. Die Intuition wird durch das Element Luft belebt und den Planeten Lilith und Merkur, sowie dem gar nicht so feurigen Jupiter. Und das langsamere Denken wird schließlich wird durch die Erdplaneten Chiron und Saturn, einschließlich Pluto, vertreten. Damit ist ein langer Streit im Tarot gelöst, in welcher Weise die Stäbe, Kelche, Scheiben und Schwerter den Elementen und Kategorien von Jung entsprechen.
Alterspunkt
Für die Berechnung von Alterspunkte gibt es bisher zwei hauptsächliche Methoden in der Astrologie, die mit den Zahlen 6 (Huber) oder 7 (Döbereiner) arbeiten. So kommt man auf ein Lebensalter von 72 bzw. 84 Jahren für eine Umrundung. Diese Alterspunkte fangen am Aszendenten an und entwickeln sich bei Huber mit der Drehrichtung gegen den Uhrzeigersinn, bei Döbereiner in die entgegengesetzte Richtung. Viele Astrologen bekommen damit gute Ergebnisse, doch endgültig befriedigend ist diese Lösung für mich nicht, da Lebensabschnitte nicht gleich lang dauern; die Pubertät etwa ist länger ausgeprägt als die Latenz und diese wieder länger als die frühkindliche Phase. Zudem leben wir gewissermaßen ‘zwei Leben’, eines bis zum mittleren Erwachsensein, das stark von dem Umfeld abhängt, in das wir geboren werden und ein zweites, in dem wir aufgefordert sind, selbstverantwortlich zu handeln. C.G. Jung sagte, dass die erste Hälfte unseres Lebens der Natur gewidmet ist und die Zweite der Kultur.
Ich suchte nach einer geometrischen Lösung, in dem das Leben in diesen zwei Hälften aufeinander aufbauend abläuft. Und fand es in dem Symbol der Doppelspirale, das seit dem Neolithikum auf Felsenmalereien dargestellt wird. In der Doppelspirale enthalten ist der Goldene Schnitt, der in der Natur in vielfältiger Form zu beobachten ist. In jeder Spiralwindung wiederholt sich das Thema auf unterschiedliche Weise und lässt die Zeit gedehnt oder komprimiert erscheinen. Enthalten ist auch das Prinzip der Ausdehnung und Zusammenziehung in umgekehrter Form – der Wiederholung des Gelernten in umgedrehter Reihenfolge und erinnert an unser Gedächtnis, dass sich die Dinge der nahen Vergangenheit nur kurz behält und dafür die für es wesentlichen Dinge der fernen Vergangenheit fest abspeichert, falls sie die Prüfung durch den Filter des Kurzzeitgedächtnisses bestanden haben. Wenn man die Spiralform aufwindet und auf einen Kreis projiziert, erhält man die Altersspirale, die zweimal die Fibonacci Reihe (3,5,8,13,21) abbildet.

Nun kann man überlegen, ob man diesen rückwärtigen Tierkreis mit der Sonne in Haus 5 beginnen lässt, oder mit dem Mond in Haus 4 als erster Planet des Schnitts der Parallelzeichenregenten. Ich habe mich entschieden, die Einteilung nach den Altersabschnitte bei 0 -1 Jahre mit der Sonne zu beginnen, in der unsere Grundpersönlichkeit erscheint. Die Sonne entspricht dem ersten Lebensjahr, in dem sich die Grund-Persönlichkeit entwickelt. Diese wird sich nicht mehr viel ändern im Leben. Was in diesen Jahren nicht angelegt und im Gehirn verschaltet ist, wird viel schwerer zu erwerben sein. Besonders wichtig sind die liebevollen Rückmeldungen von Eltern und anderen Betreuungspersonen, das neugeborene Leben vollständig in seinen Bedürfnissen und Entäußerungen anzunehmen.

| Lebens-phase Planet | Zeitverhältnis Psychische Funktion | Dichotomien von Erikson | Prinzipien der Altersstufe |
| Säugling Sonne 0-1 | Eigenzeit Selbst, Ego Idealisierung | 1 Grundvertrauen versus Misstrauen und Stichwort 0-2 | Behütende Person, Hoffnung vs Rückzug, Einbindung, Kontinuum |
| Toddler Mond 1-3 | Periodik Unbewusst, Es Regression | 2 Autonomie versus Scham und Zweifel Idolismus 2-4 | Weitere Bezugsperson, Ordnen der Bedürfnisse Zuneigung vs Zwang, Emotionale Kompetenz |
| Spielzeit Merkur 3-5 | Synchronizität Modelllernen I Imitation | 3 Initiative versus Schuldgefühl Legalismus 4-6 | Kernfamilie plus Spielgefährten, Impuls vs Hemmung, Sensomotorik |
| Einschulung Venus 5-8 | Rhythmus Gemüt Sublimierung | 4 Kompetenz vs Minderwertigkeits-gefühle 6-10 Moralismus | Nachbarschaft, Schule Bedarf vs Trägheit, Längerfrist. Reziprozität und Aushandeln, Revier |
| Latenz Mars 8-13 | Momentum Libido Ausagieren | Keine zusätzliche Unterscheidung | Peer-Groups Action vs Chillen Auffangen von Fremdeinflüssen |
| Pubertät Neptun 13-21 | Ewigkeit Rückbindung Verschmelzung | 5 Identitätsfindung versus Rollendiffusion Formalismus 10-20 | Partner, Sexualität, Wettbewerb, Exklusivit. Treue vs Zurückweisung Selbstfindungsprozesse |
| Twen Uranus 21-34 | Wandlung Individuation Reaktionsbild. | 6 Intimität vs Isolation Totalismus 20-40 | Umstellung des Körpers, Finden der eigenen Aufgaben, Entdeckung neuer Horizonte |
| Limbus Saturn 34-37 | Taktung Gewissen Internalisierung | Keine zusätzliche Unterscheidung | Erfassung der gesell-schaftlichen Zwänge, Einordnung in neue Rollenmuster |
| Junus Jupiter 37-42 | Zeitgeist Habitus Kompensation | Keine zusätzliche Unterscheidung | Arbeitsteilung und gemeinsamer Haushalt, Fürsorge vs Abweisung, neue Weltanschauung |
| Midlife Pluto 42-50 | Höhe/Tiefpunkt Schatten Abspaltung | Keine zusätzliche Unterscheidung | Überwinden von Krisen, Aufbau neuer Verhältnisse Transformation |
| Verwirklich. Lilith 50-63 | Synergie Gemüt Projektion | 7 Schaffenskraft und Generativität vs Stagnation Elitismus 40-60 | |
| Third Age Chiron 63-84 | Prozesshaftigk. Über-Ich Rationalisierung | 8 Ich-Integrität vs Verzweiflung Autoritismus ab 60 | Enkel, ‘Die Menschheit’, Menschen meiner Art’, neue Selbstbeschäftigung |
| Greis Sonne 84 – 118 | Allgegenwart Selbst, Ego Idealisierung | Stufe 9 bei Joan Erikson Befreiung vs Nichtloslassen | Rückblick auf das Leben Externe Verweise, Weisheit, Ausein-andersetzung mit Tod |
Es folgt die Phase des Mondes mit 1-3 Jahren und der Erwerb von Vertrauen ins Leben. Die ersten beiden Stufen von Erikson sind sozusagen ‘vorindividuell’ und entsprechen den Zeichen Krebs und Löwe, die keine Eigenunterscheidung haben. Der eigentliche Beginn des Lebens ist für ihn mit ca. 4 Jahren anzusetzen, wenn wir die Sprache erlangt haben und unsere Umwelt aktiv reflektieren können. Das entspricht unserem Symbol des Merkurs in der Astrologie. und die Phase des Merkurs mit 3-5 Jahren, wo vor allem unsere emotionalen und kognitiven Fähigkeiten trainiert werden. Ab 5 Jahren werden unsere Beziehungen zu anderen Menschen als unseren Eltern und Geschwistern wichtiger, was der Venus und dem Zeichen Stier entspricht.
Die Abschnitte entsprechen der Folge der Fibonaccizahlen 2, 3, 5, 8, 13 und 21. Sie werden zweimal durchlaufen, so dass wir am Ende wieder im 5. Haus im Altersabschnitt von 84 – 118 Jahren landen. Diese Zuordnung dürfte einsichtig sein. Da die Astrologie ein multikomplexes Modell ist, in der die Aufeinanderfolge der Zeichen und Planeten nicht zufällig ist, sondern eine eigene Geschichte erzählt, verweist jede Deutung eines Planeten in einem Zeichen automatisch auch auf das ihm vorgestellte Zeichen. Denn so erscheinen die entscheidenden Wechseljahre auch an den vier Achsen des Horoskopes. Mit Merkur und dem Alter von drei Jahren lernen wir sprechen und betreten am IC den 1. Quadranten, der für den Erwerb der vitalen Ebenen von Venus und Mars steht. Der erwachte Geist wird quasi in der Weltenmitternacht geboren. Der Planet Merkur hat in der Astrologie eine Funktion, die ihn für das Symbol des Anfangs prädestiniert. Er steht esoterisch gesehen für das ‘geistige Erwachen’ und den ‘vollständigen Menschen’, da sein Symbol alle drei ‘Kräfte’ enthält, das materielle (Kreuz), das geistige (Kreis) und das Seelische (Mond).
Mit 13 Jahren werden wir geschlechtsreif und übertreten symbolisch den Aszendenten als Mensch, dessen vollen vitalen Kräfte im 1. Quadrant entwickelt wurden und bereit ist für die transpersonellen und gesellschaftsgemäßen Erfahrungen des IV. Quadranten. Der Aszendent bekommt jetzt auch die ihm gemäße Bedeutung in diesem Altersmodell. Denn das 13. Lebensjahr ist auch das Alter, an dass sich das Gehirn Zeit des Lebens am besten erinnert. Deshalb zielt ja auch die Werbung auf diese Käufergruppe, für die eine lebenslange Produktbindung erreicht werden soll. Wer das Pech hatte, in der frühen Pubertät von einer ideologischen Gruppe beeinflusst zu sein, wird diese Eindrücke sein ganzes Leben lang mit sich herumtragen müssen.
Ein weiterer Wendepunkt steht am MC mit 37 Jahren an, wenn unser Körper sich noch einmal hormonell umstellt und anfängt, Kräfte zu sparen. Wir stehen in diesem Alter auf dem Höhepunkt unserer geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte. Am Deszendenten schließlich sind wir in dieser Symbolik dann 63 Jahre alt und beginnen den letzten Lebensabschnitt.
Jeder Quadrant steht für eine Lebensphase. Die ersten drei Häuser bilden die Kindheit bis 13 Jahre ab (Merkur, Venus und Mars in Quadrant I). Es folgt in Quadrant IV, beginnend in Haus 12, die nebulöse Pubertät mit 13-21 Jahren (Neptun) und die voller kreativer und auch eigensinniger Ereignisse erlebte Postadoleszenz von 21-34 Jahren (Uranus). In Haus 10 tritt mit ca. 34 – 37 Jahren eine Transformation der Körperfunktionen ein, die eine Auseinandersetzung mit den Normierungen der Gesellschaft und der Begrenztheit der individuellen Ressourcen zu tun hat (Saturn, Haus 10). Diese Entwicklungsabschnitte entsprechen den Phasen 5 und 6 des Modells von Erikson.
Der 3. Lebensabschnitt von 37 – 63 Jahren entspricht dem seelischen Quadrant III. (Erikson differenziert auch diese Altersstufe in den letzten beiden Stufen 7 und 8 nur einmal aus). Bis zu diesem Alter sind alle wesentlichen Nervenbildungen abgeschlossen, aber die Persönlichkeitsbildung und Lernfähigkeit geht auf einer epigenetischen und narrativen Ebene weiter. Die nachfolgenden Phasen haben immer auch mit der Lebensphase zu tun, die der Opposition des Hauses entspricht. Im 9. Haus Jupiter (37 – 42 Jahren) etwa werden wir mit Themen konfrontiert, die schon im 3. Haus mit Merkur (3 -5) angelegt wurden und nun zur Reife einer gefestigten Weltanschauung gebracht werden können.
Astrologisch entsprechend geraten wir mit Pluto in der nächsten Phase der Lebensmitte (42-50) in eine Sinnkrise und knüpfen auf der Suche nach einer Lösung an die Erfahrungen unserer ersten Beziehungserlebnisse der Venusphase (5-8) an. Lilith führt uns sodann bei bewältigter Midlifecrisis im Alter von 50-63 auf unser Kernidentität zurück und hilft uns, unsere Kräfte auf das Wesentliche zu reduzieren und die Marskräfte aus der Opposition zu mobilisieren. Wir lernen, freier auch auf Menschen anderer Anschauungen zugehen können sollten und legen den Fokus ab nun mehr auf das Miteinander als das Gegeneinander zu legen. Wir geben noch einmal alles und erleben die Umwelt im 7. Haus gereinigt durch die plutonische Krise auf eine ganz neue Art und Weise.
Es bleibt in Quadrant III die Phase von 63-84, in der wir gemäß der Symbolik von Chiron und Jungfrau sehr gewissenhaft unsere weiteren Aufgaben ausführen. Als Großelternteil, der man zu dieser Zeit häufig ist, erwarten die Kinder von uns aber nicht nur Zuverlässigkeit, sondern auch Wohlwollen und Güte als wohltuende Abwechslung zu der Erziehung der Eltern. Es entwickelt sich oft eine Altersmilde und Großzügigkeit angesichts der Unausweichlichkeit des Todes. Der letzte Lebensabschnitt ab 84 in Haus 5 ist eine Zugabe, die auch heute nur für wenige in voller Kraft erreicht wird. Immer noch haben wir dann etwas von unserer Persönlichkeit zu lehren und weiterzugeben.
| Sonne Ideal-Ich Übertragung Medienastrolog. | O – 1 Jahre Eliten Management Führungsautorität | Jet-Set, Eliten, Führungseinh., Adel, High Society, Leitung Hierarchie | Typus, Charakter, Ausdruck, Haltung, Mentalität, Begabung, Persönlichkeit, Idealtypus, Rolle, Archetyp, Wesen, Gestalt, Identität, Ausdruck, Maske, Persona, Gebärde, Prägnanz, Vermögen, |
| Mond, Es Einbettung Regression Psycho. Astrol. | 1-2 Jahre Indigene Hüter Fürsorgeautorität | Sicherungssystem Randgruppe Soziale Projekte, Sozialpädagogik | Bedarf, Bedürfnis, Geborgenheit, Gemeinschaft, Wurzel, Heimat, Bindung, Cocooning,, Begehren, Hoffnung, Wunsch, Vorliebe, Sehnsucht, Symbiose, Dependenz, Gefolgschaft, Softskills |
| Merkur, Gedächtnis Modelllernen Fantasieren Astrosophie | 3-5 Jahre Performer Influencer Alltags-diskurs | Philosophie, Sprache, Literatur, Rhetorik, Zeichensysteme Symbolismus, Programmierung | Zeichen, Mem, Symbol, Repräsentation, Merkmal, Symptom, Abbild, Allegorie, Stil, Mittel, Eigenschaft, Agens, Paraphrase, Entsprechung, Analogie, Parabel, Fiktion, Utopie, Mythos, Gleichnis, Metapher, Sage, Verweis, Attribut, Vergleich, Begriff, |
| Venus Bedürfnisver. Sublimierung Erlebte Astrol. | 5-8 Jahre Bürgerliche Mitte Muse Weibl. Quali | Kunst, Theater, Musik, Spiel, Wellness, Yoga, Körperkultur, Mode, Erotik | Stimmung, Empfinden, Erleben, Erwartung, Vorstellung, Genuss, Verlangen, Ästhetik, Eindruck, Sinnlichkeit, Liebreiz, Sensibilität, Anhaftung, Affinität, Gestaltung, Gefühl, Wahrnehmung, Savoir Vivre, Berührung |
| Mars, Wille Antriebsüber. Entladung Astrodrama | 8-13 Jahre Hedonisten Aktivist Männl. Quali. Animus | Sport, Militär, Management, Abenteurer, Pioniere, Rivalitäten | Ambition, Impuls, Entschluss, Absicht, Motiv, Ziel, Intention, Streben, Trieb, Instinkt, Interesse, Potential, Wille, Leistung, Engagement, Fähigkeit, Qualität, Qualia, Agens, Geschick, Entladung, Reflex, Affekt |
| Neptun, Geist Rückbindung Konfluenz Esoter. Astrol. | 13 – 21 Jahre Nostalgische Bystander Gruppengeist Spirit | Wertegesell-schaft, Religion, Gemeinschaft, Soziales Netz, Ethikkommission | Dauer, Kontinuität, Kohärenz, Harmonie, Meditation, Ewigkeit, Einheit, Symbiose, Essenz, Spiritualität, Geist, Seele, Einheit, Fülle, Vollkommenheit, Heiligtum, Ursprung, Bonding, Kontinuum, Gestaltvollendung, |
| Uranus, Kompl Individuation Reaktionsbild. Wirtschaftsastro | 21 – 34 Jahre Expeditive Entwickler Individuum Genius | Unternehmertum Start-Ups, Vereine, Gründergruppen Expertensysteme Technologie | Erneuerung, Umbildung, Veränderung, Wandlung, Entwicklung, Werden, Dynamik, Lösung, Deutung, Kreation, Idee, Schöpfung, Progressivität, Bewegung, Transformation, Moderne, Spezialisierung |
| Saturn, Gewisse Über – Ich Internalisierung Organis.Astrolo | 34 – 37 Jahre Traditionelle Bewahrer Milieunormen | Staaten, Organisation, Verwaltung, Regierung Strukturierungs-maßnahmen | Ordnung, Habituation, Sitte, Gewohnheit, Ritus, Tradition, Gesichtspunkt, Trivia, Gewissen, Regel, Norm, Prinzip, Konvention, Generalisierung, Routine, Arbeit, Gebrauch, Nutzen, Dienst, Zweck, Sache, Praxis, Anwendung, Notwendigkeit, Sachverhalt, |
| Jupiter, Habitus Kompensation Mundanastrolog | 37 – 42 Jahre Liberal-Intellektuelle Förderer Milieuwerte | Politik, NGO, Mentoring Lobbyismus, Fundraising, Genossenschaft Verbände | Wert, Überzeugung, Glaubensmuster, Intuition, Tugend, Einstellung, Meinung, Anschauung, Position, Zeitgeist, Sinn, Ideal, Gesinnung, Weltanschauung, Dogma, Glaube, Lebensstil, Geschmack, Common Sense, Epoche, Tendenz, Wertschöpfung, |
| Pluto, Schatten Hintergrunder Abspaltung Hermet. Astrol. | 42 – 50 Jahre Konsumorien Gatekeeper Underground | Justiz, Polizei, Geheimdienste, Sicherheitsdienst Versicherungen, TÜV, Gangs, Kulte | Kontrast, Ambivalenz, Paradox, Schatten, Gegensätzlichkeit, Anachronismus, Widerstand, Konversion, Gegenteil, Untergrund, Gegenkultur, Andersheit, Abweichung, Dualismus, Polarität, Devianz |
| Lilith, Gemüt Integration Projektion System. Astrol. | 50 – 63 Jahre Sozial-Ökologische Vermittler Mainstream | Pädagogik, Nachhilfe, Lernsysteme, Weiterbildung, Didaktik, Mediat. | Dialog, Gleichwertigkeit, Synergie, Synthese, Beidseitigkeit, Miteinander, Partizipation, Teilhabe, Ausgleich, Gegenseitigkeit, Zirkularität, Äquilibrium, Homöostase, Reziprozität, Rekursivität, Spiegelung, |
| Chiron, Über-Ich Differenzier. Intellektual. Astronomie | 63 – 84 Jahre Konservativ Etablierte Gatekeeper Wissensdisk. | Wissenschaft, Ingenieurskunst, Schulmedizin, Maschinenbau Erkenntnistheorie Forschung | Reflexion, Denken, Erkenntnis, Abstraktion, Wahrnehmung, Abstraktion, Urteil, Argument, Logik, Prozess, Mechanismus, Strategie, Vorgang, Ablauf, Kausalität, Prozedere, Theorie, Schablone, Struktur, Gesetz, Muster, Skript, Frame, Modell, Hypothese, Komplex, Ursache, Erklärung |
Regenten, Erhöhungen, Freuden
Die Anwendung der Astrologie auf Ereignishoroskope nennt man Stundenastrologie. Ihre Praxis ist die Königsdisziplin unserer Wissenschaft, weil sie die höchste Form an Abstraktionsvermögen und die Erfahrung der Auswertung von tausenden Horoskopen braucht. Sie kann unabhängig von dem Wissen um Geburtszeiten und Orten erfolgen, weil es um den Zeitpunkt der Fragestellung geht und damit um das Hier&Jetzt der aktuellen Zeitqualitäten. Da diese sich von Tag zu Tag nur geringfügig verändern sind die Positionen der Planeten in den Dekanaten und ihre Beziehungen zueinander besonders wichtig für eine angemessene Differenzierung. Daraus leitet sich, wenn auch in stark vereinfachter Form, die heutige gebräuchliche Form der Zeitungshoroskope ab.
Die ägyptische Astrologie kannte seit dem frühen ersten Jahrtausend v. Chr. 36 Dekanate und ordnete die alten Planeten so zu, dass sie jeweils ein Zeichen der Regentschaft besaßen, ein Zeichen der Erhöhung und ein Zeichen der Freude. Die Doppelstunden des Tages wurden nach komplizierten Regeln von jeweils einem oder zwei Planeten regiert. Es ist heute an der Zeit, das System der Regentschaft, der Erhöhungen und der Freuden fertigzustellen und jedem Dekanat genau einen Planeten zuzuweisen, so dass wir 12 Regenten haben, 12 Erhöhungen und 12 Freuden.
Die Regentschaft und die Zuordnung von Lilith zu Waage und Chiron zu Jungfrau habe ich in Band I der Astrologischen Soziologie ausgeführt. Man kann auch jeden beliebigen anderen Himmelskörper oder mathematischen Punkt den Regenten von Waage und Jungfrau einsetzen. Es geht um das allgemeine mathematische System und die Frage, wie sich 12x12x12 Symbole den 36 Dekanaten so zuordnen lassen, dass sie einer inneren Symmetrie folgen, wie sie auch Teil eines genetischen Programms sein könnte.
Dabei gibt es verschiedene Regeln zu beachten. Natürlich darf es nicht zu einer Wiederholung einer Kombination kommen. Auch dürfen sich keine Dualplaneten paaren und auch nicht gegenüberstehen. Als Dualplaneten habe ich die Geschwister von Sonne/Mond, Venus/Mars, Jupiter/Saturn, Uranus/Neptun, Lilith/Pluto, sowie Merkur/Chiron verortet. (Man kann aber für Lilith und Chiron auch erstmal Platzhalter x und y sich vorstellen, wenn man mit dieser Zuordnung nicht einverstanden ist. Frei sind in jedem Fall die Plätze von Jungfrau und Waage.) Geht man von dieser Voraussetzung aus, dann verbieten sich einige Zuordnungen der neuen Planeten als Erhöhungen und Freuden von selbst. Beispielsweise kann Neptun z.B. nicht im Zeichen Jungfrau erhöht sein, weil er dort gegenüber von seiner Regentschaft in dem Zeichen Fische steht. Auch im Zeichen Wassermann kann er nicht erhöht stehen, weil dort sein Dualplanet Uranus herrscht und er auch in Nachbarschaft zu seiner Regentschaft in Fische zu liegen käme.

Die nächste Ausschließung betrifft die Parallelzeichenregenten. Sie bilden das alte Gerüst der Astrologie und sind auch in Band I der Astrologischen Soziologie ausführlich beschrieben. Die Planeten wurden in der babylonischen Astrologie den Sternzeichen so zugeordnet, dass Sonne und Mond in Löwe und Krebs ihr bestes Licht verbreiteten und dann alle anderen fünf Planeten jeweils zwei Zeichen unter ihren Schutz nahmen. In der neueren Zeit wurden dann sukzessiv die alten Regenten durch die neuen ersetzt, so dass Neptun statt Jupiter im Zeichen Fische landete, Uranus statt Saturn im Wassermann und Pluto statt Mars im Skorpion. Gewissermaßen ist der neue Planet in dieser Definition nur eine andere Färbung des alten Planeten und so könnte man schließlich auch die Lilith als nichts anderes als eine ‚umgemodelte‘ Waagevenus betrachten und den Chiron als einen ‚umgemodelten‘ Jungfraumerkur.
Ein erstes Problem stellt die alte Doppelherrschaft von Merkur als Regent und Erhöhung in Jungfrau dar. Merkur ist zwar nun nicht mehr der Regent, aber man möchte verhindern, dass weder die alten noch die neuen Planeten in einem Parallelzeichen landen, weil sie dort nur eine andere Färbung mitbrächten und nicht die volle neue Kraft. Das heißt, dass der Neptun nicht im Schützen, also im Zeichen des Jupiters, irgendeine Funktion ausüben darf und umgekehrt auch der Jupiter nicht im Zeichen Fische. Das fällt etwas schwer, weil wir den Jupiter als alten Regenten der Fische immer mitdenken. Aber genau aus diesem Grund kann er keine zusätzliche Funktion erfüllen, ohne das Prinzip des Neptuns zu schwächen.
Auch der Uranus kann nicht im Zeichen Steinbock erhöht sein, weil er ja nur eine Abwandlung des alten Steinbocksaturns ist und dort in Widerspruch mit seiner neuen Aufgabe im Wassermann käme. Entsprechend darf Merkur auch nicht im Zeichen Jungfrau erhöht sein, weil er schon im Parallelzeichen Zwilling regiert. Es ist ohnehin nicht einsichtig, warum er nach dem alten System sowohl in Jungfrau regierte als auch erhöht stand. Scheinbar bestand schon damals eine Diskontinuität, die nicht anders zu lösen war, als diese unbefriedigende Verdopplung durchzuführen.
Stellen wir die Erhöhungen und Freuden nach dem alten System dar, ergibt sich folgende Ordnung: Sonne ist klassisch erhöht in Widder, Mond in Stier, Jupiter in Krebs, Merkur in Jungfrau, Saturn in Waage, Mars in Steinbock und Venus in Fische. In Freude stehen klassisch: Merkur in Widder, Mond in Zwillinge, Venus in Löwe, Mars in Jungfrau, Sonne in Schütze, Jupiter in Wassermann und Saturn in Fische.

Auch die weiteren Zuordnungen ergeben sich aus zwingender Logik, so dass wir zu folgendem Schema gelangen.
Der Quincunxstern
Das Quincunx ist ein Aspekt im Horoskop, dem eine gewisse Unklarheit unterstellt wird. Es beinhaltet unvereinbare Energien, weil es zu einem Zeichen anderer Qualität und anderen Elements verweist. Dadurch sind aber auch Lernprozesse und Wachstumsmöglichkeiten angedeutet. Der Aspekt ist ganz leicht zu deuten, wenn man die den Tierkreiszeichen entsprechenden Abwehrmechanismen kennt.
Die Abwehrmechanismen der Psyche haben den Sinn, uns in besonders belastenden Situationen und bei traumatisch erlebten Ereignissen zu helfen, kritische Inhalte des Bewusstseins handhabbar zu machen. Das Ganze hat eine gewisse Systematik, die in dem von mir so bezeichneten Quincunxstern zum Ausdruck kommt. Genauso wie man den Tierkreis Zeichen für Zeichen durchmessen kann, kann man ihn auch in zwölf Quincunxe (150 Grad-Winkel) abschreiten.
Die Richtung ist dabei rückwärts durch den Tierkreis. Damit ist die Suche des Quincunx auf das Gegenzeichen ausgerichtet, das auf den nächsten Schritt im Tierkreis erfolgt. Quasi eine indirekte erste Annäherung durch die unverbindliche Betrachtung der Gegenposition.
In der Psychoanalyse sind z.B. die drei Zeichen Widder, Jungfrau und Skorpion besonders wichtig. An der Spitze der Yodfigur liegt der Widder mit seinen ‚wilden Trieben‘. Diese müssen sublimiert werden, um in das Zeichen Stier zu gelangen. Auf einem Umweg über den Skorpion, also das rückwärtige Quincunx, kann die latente Gewaltneigung erstmal abgespalten werden (Skorpionprinzip), um dann im Gegenzeichen Stier in kultivierter Form als Kunst oder sozial verträgliche Aktion zu erscheinen. Das ist ja auch der Grundgedanke der Psychoanalyse von Freud, der einen Skorpion AC hatte, Mond und Saturn in Haus 8 und die Venus im Widder.
Das zweite Quincunx der ‚analytischen‘ Yod-Figur ist das von Jungfrau zu Widder. Auch hier kann die Jungfrau in das nächste Zeichen Waage über den Umweg des Widders gelangen. Die quengelige und pedantische Jungfrauenergie behindert den harmonischen Kontakt, den die Waage anstrebt. Also muss die Jungfrau erstmal mit ihren Rationalisierungstendenzen aufräumen und die Abwehr durch Intellektualisierung überlisten, indem sie einfach mal ‚ausagiert‘ (Widder). Durch das spontane Tun kommt sie aus dem Kopf heraus und damit automatisch in einfachen Kontakt mit Menschen und so landet sie schließlich beim Gegenzeichen Waage. Freud hatte die Venus auch in Haus 6, das der Jungfrau zugeordnet wird. Zudem steht die Lilith in Jungfrau und bildet tatsächlich ein Quincunx zu dieser Venus. Über sie läuft also der gesamte Sublimierungsprozess und die Identifikation Freuds mit Kulturleistungen und Ergründung der unbewussten Sphären.

In dem Video ‚Das Quincunx einfach erklärt‘ habe ich anhand der Horoskope von Tom Cruise, J.K. Rowling und Jean-Paul Sartre ein paar der Mechanismen deutlich gemacht.
•Jungfrau → Widder Rationalisierung → Ausagieren
Die übertriebene Rationalisierung der Jungfrau in einem Klima von einseitig wissenschaftlich, rationalen Denkweisen kann manchmal nur durch spontanes Ausagieren begegnet werden. Einfach mal machen, um aus dem Denken herauszukommen, den Impulsen der Libido folgen und sich selbst spüren.
•Wassermann → Jungfrau Reaktionsbildung → Rationalisierung
Wer sich zu sehr von Widersprüchen seiner Mitmenschen konfrontiert sieht, sollte mal gründlich darüber nachdenken, auf welchen Grundlagen sein Handeln beruht und verstehen versuchen, wie die unzuverlässige Gespaltenheit auf Unbeteiligt wirkt. Und ein konsistentes Weltbild entwickeln.
•Krebs → Wassermann Regression → Reaktionsbildung
Wenn man in einer Umgebung ist, wo Leute sich ihr Schneckenhaus verkrochen haben und infantile Sachen machen, kann man versuchen, einfach mal das Gegenteil von dem zu machen, was man ansonsten macht oder was von anderen erwartet wird. Dann tauen sie auf und wollen auch etwas erleben.
•Schütze → Krebs Kompensation → Regression
Wo ein Klima der Übertreibungen und ideologischen Weltanschauung herrscht, die nicht mehr förderlich sind, kann es helfen, sich von Aufgaben zurückzuziehen und ganz banale Dinge zu machen, die emotional befriedigend sind. So wird die Verflachung der Ideologien am besten sichtbar.
•Stier → Schütze Sublimierung → KompensationV
Kultiviertes Mitmachen und Anpassung an Werte funktioniert in einer Gesellschaft manchmal nicht mehr. Dem stierhaften Schöneweltgedusel kann dann am besten begegnen, indem man sich auf große Abenteuer begibt und nicht so sehr die Folgen bedenkt, sondern die Wirkung spürt. Das legt die Langeweile des Kulturbetriebs offen
•Waage → Stier Projektion → Sublimierung
Wer in einer Welt gelandet ist, wo die Schuld nur noch im Außen gesucht wird kann sich auf einer einfachen Ebene wieder beginnen, sich in einen mehr selbstreflektierten Kulturbetrieb einzubringen und wieder lernen mehr eigene Verantwortung zu übernehmen. So wird die Oberflächlichkeit entlarvt.
•Fische → Waage Konfluenz → Projektion
Wer sich zu sehr mit anderen in symbiotischer Weise verschmolzen hat, sollte sich distanzieren, indem er anfängt, den anderen maßvolle Kritik zu geben. Und so die Banden vorsichtig eine nach der anderen zu lösen, ohne ungerecht zu werden. Dann können die tieferen Ebenen wieder besser wahrgenommen werden.
•Löwe → Fische Idealisierung → Konfluenz
Die übertriebene Identifzierung mit Vorbildern kann zu einem Zustand der Unangreifbarkeit der idealisierten Menschen werden. Dann ist es hilfreich, sich mit mehr authentischen aber vielleicht nicht so tollen Wesen zu verbünden und mit ihrer Hilfe sich reinen, spirituellen Wahrheiten anzunähern. Und der eigenen.
•Steinbock → Löwe Introjektion → Idealisierung
Wenn zu lange Regeln nicht hinterfragt worden sind und die Welt erstarrt, ist es Zeit für neue Ideale. Charismatische Menschen können einem helfen, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen und sich mit kreativer Leichtigkeit wieder passenderen Normen zuzuwenden und ein neues Ich-Ideal aufzubauen.
Zwillinge → Steinbock Fantasieren → Introjektion
Wer in eine Phantasiewelt hineingeraten ist, in der die Realität sich aufzulösen beginnt, sollte mit einfachen Handlungsnormen wieder neu anfangen und Verantwortung übernehmen für Konkretes. So entlarven sich die Phantasiegebilde mit der Zeit von selbst. Es entsteht eine neue Leichtigkeit.
•Skorpion → Zwillinge Verleugnung → Fantasieren
Wenn Stücke der Realität von der Umgebung komplett ausgeblendet werden, weil ihre Inhalte zu belastend sind, kann man sich durch spielerisches Ausprobieren den traumatischen Situationen nähern. Mythen und Märchen helfen, tief verschüttete Inhalte aufzudecken und zu verstehen.
•Widder → Skorpion Ausagieren → Verleugnung
Wer nur noch blind um sich schlägt und wem alles zu viel ist, der sollte bestimmte Bereiche seines Lebens ganz ausklammern und sich konsequent etwas Neuem zuwenden, das weniger belastet. Das können auch ‚verbotene‘ oder mit Tabu belegte Inhalte sein. Die wieder neue Impulse freisetzen.
Der Venus-Projektor
Die Venus als Regentin des Stiers und des 2. Hauses steht astrologisch nicht nur für Kultur und Ästhetik, sondern auch für das Suchbild in unseren Beziehungen. Der Andere ist das Spiegelbild unerfüllter Sehnsüchte, deren illusionären Charakter man überwinden kann und so etwas über sich selbst lernt. Mit Venus finden wir uns selbst und etwas über unsere Bindungsängste und Bedürfnisse heraus. Indem wir uns für einen anderen Menschen ganz öffnen, wird uns auch viel über unsere eigenen Fehler und Macken, aber auch unsere Fähigkeiten bewusst. Das Schöne in sich zu sehen, sich wertschätzen zu können und seine Liebesfähigkeit zu entfalten, ist der Schlüssel zu einem besseren Leben und einer friedlichen Gesellschaft. Wie kommen wir zu der Deutung des Venusprinzips?
Der beratende Astrologe, Psychotherapeut und Psychoanalytiker als Entscheidungsberater sollte eine Sensibilität für komplexe und chaotische Ereignissen entwickeln und spüren, wie sich dies auf die Beziehungsfähigkeit des Klienten auswirkt. Dabei geht es auch um die Haltung der Umwelt zu abweichenden Handlungsmuster. Viele meiner astrologischen Beratungen drehen sich um reale oder hypothetische Partner, deren Reaktionen auf die Muster des Klienten verstanden sein will. Muster, die sich wiederholen und in der Gesellschaft spiegeln. Man kann sie nur schwer direkt ansprechen, weil es häufig mit Scham besetzte Themen sind. Man zeigt nicht gerne seine eigene Bedürftigkeit und wenn, dann will man darin nicht eine erneute Verletzung erfahren. Jeder beratende Astrologe, Psychotherapeut und Psychoanalytiker sollte sein Venusprinzip ‚gut entwickelt‘ haben und einfühlsam mit den Selbstenthüllungen seiner Klienten umgehen können. Um den Französischen Soziologen Georges Davy zu zitieren: „Darin liegt eine große Chance für Wachstum, wenn also der andere für mich ein Du wird, ist es mir unmöglich, mich auf mich selbst zurückzuziehen, folglich entfalte ich mich; wenn ich aufhöre mich zusammenzuziehen, höre ich auf, mich zu deformieren“ (Davy 1964: 258).

Es ist nach meiner Erfahrung der genaueste Aspekt der Venus zu einem Planeten, der uns neben der allgemeinen Hauptbetonung des Horoskops einen Hinweis auf unsere Beziehungsfähigkeit und damit unser Selbstbild gibt. Unter Aspekten werden hier alle Mehrfachen des 30Grad-Winkels gewertet, also auch Halbsextil und Quincunx. Ich nenne ihn Venus-Projektor und möchte seine Filterfunktion am Beispiel von Analytikern und Therapeuten im nächsten Kapitel zeigen. Wir wählen unsere Partner neben der Entsprechung der Gesamtbetonung des Horoskops auch speziell nach diesem Planeten aus, weil wir so uns am besten einbringen können. Und damit formt sich auch unser Weltbild. Der Projektorplanet ist nicht nur das Suchbild unserer Beziehungen, sondern auch der Schlüssel zu unseren inneren Qualitäten, wie es früher in der klassischen Astrologie dem Daimon, Almuten oder Genius zugeschrieben wurde. Unsere Identität formt sich dadurch, dass wir uns in den Bezug zur Welt setzen. Einer kulturellen Welt, die durch unsere Reaktion auf die anderen Menschen entsteht. Das ist das Formende des Prinzips der Venus und aller ihrer Aspekte.
Hier muss auch mit der Legende gebrochen werden, dass die Waagevenus eine besondere Beziehungsfähigkeit besitzt. Menschen mit Venus oder anderen Planeten in Waage neigen viel zu sehr zu Projektionen, als dass ihnen ein gutes Geschick im Bindungsverhalten unterstellt werden kann. Im Namen der Harmonie schließen sie viel zu schnell Kompromisse, um zu wirklich guten Beziehungen zu gelangen. Wenn wir die alten Regenten konsequent durch Neue ersetzen und der Venus den Hauptanteil im Stier nahelegen, dann ist dort auch ihr Geschick mit dem Gegenüber veranlagt. Stiermenschen haben allgemein die Fähigkeit, gut mit allen Menschen auszukommen. Bei Waagemenschen muss eine gleichwertige Ebene vorhanden sein, damit sie sich wohl fühlen. Und das entspricht eher dem modernen Prinzip der Lilith, die ich als Regentin der Waage verorte. Sie kann ohne ein gleichberechtigtes Milieu nicht in ihre Kraft kommen. Venus hingegen schafft erst die Grundlagen, auf denen der Mensch seine eigenen Bedürfnisse kennenlernt.
Zu einer Beziehung gehören immer zwei. Das macht die Deutung von Venusaspekten nicht so einfach. Wenn der einen starke Venus/Saturn Bezug hat und nach konservativen Rollenbildern sucht und der Partner einen Bezug zu Uranus und Freiheit, dann muss daraus eine Mitte gefunden werden. Beziehung ist astrologisch gesehen immer ein Kompromiss von zwei Horoskopen. Wenn wir nur die eine Seite betrachten, dann können wir zu keiner sinnvollen Aussage gelangen. Der Projektorplanet macht ein Angebot an den anderen, in das er seine Matchingraster einklinken kann. Jede Beziehung ist eine Art chemische Reaktion, wie C.G. Jung es formulierte. Und darum kann auch nicht auf jeden jede therapeutische Methode passen. Sie muss dem Suchbild des Klienten entsprechen und dieser sein Suchbild auch schon ein Stück weit integriert haben, um sich auf den Prozess einzulassen, der dieses Bild dann unweigerlich verändern wird. Ähnliche Venusstellungen und Projektorenplaneten kommen in meiner Praxis bei Partnerhoroskopen so gut wie nie vor. Wir suchen im Partner die Herausforderungen der Andersartigkeit, an denen unsere Beziehungsfähigkeit wachsen kann und wir neue Seiten an uns schätzen lernen.
Es kann aber immer nur einer zu einer Zeit seinen Part leben und deshalb ist es die Kunst der Partnerschaft, sich abzuwechseln, Kompromisse zu machen und aktiv den anderen zu stützen, sobald man selbst erfüllt ist. Wenn Venus unaspektiert steht, dann sind Beziehungen nicht von so großer Wichtigkeit, es entsteht allerdings auch manchmal eine Leere, die mit Genussmitteln oder oberflächlichen Beziehungen kompensiert wird. So bilden sich mit der Zeit Gemeinsamkeiten aus, auf deren Basis Vertrauen entsteht. Die Projektionen lassen nach und es treten die wirklichen Bedürfnisse in den Vordergrund. Und darum geht es auch in der Therapie. Durch den Aufbau einer verlässlichen Beziehung können schwierige Themen angesprochen und aus verschiedenen Perspektiven hinterfragt werden. Wenn es gelingt, die Projektionen in Entäußerungen wirklicher Impulse umzuwandeln, dann kann auch Heilung geschehen.

Die Venus als Regentin des Stiers ist der Gral der marsianischen ErobererInnen, AktivistInnen und Pioniere, die in ihrer leidenschaftlichen Suche nach einem Gegenüber zum Schlüssel eigener Genussfähigkeit und Geselligkeit findet. Männliches und weibliches Prinzip ergänzen sich und stoßen sich gleichzeitig in ambivalenter Weise ab, wenn sie keine höhere Synthese eingehen und sich der unterbewussten Abwehrmuster nicht bewusstwerden. Heilung bedeutet im psychoanalytischen Sinn das Wiederfinden oder Entwickeln einer spontanen Freude am Leben, in der spielerische Sinnlichkeit und offene Leidenschaft in allen Situationen möglich sind. Ohne die Unterdrückung der spontanen Impulse und vermeintlichen negativen Seiten der Persönlichkeit. Dahin gibt es viele Wege. Der ‘heilige Gral der Behandlung’ war für jeden Analytiker ein anderer. Die Einbindung in die ‘psychoanalytische Herde’, wie das angenehme Setting in einer kulturell vertrauten Umgebung ist aber allen gemeinsam und wesentlich für den Erfolg der Behandlung.
Wenn die Venus im Stier die kultivierte Seite des Tierkreises symbolisiert, den Hof von Arthus, dann ist Mars im Widder der ‘edle Ritter’, der diese Kultur und den Zugang zum Bewusstsein der eigenen Kultur und Anschauung ergründen möchte, um die ‘Manneskraft’ des Fischerkönigs (oder seine Lebensenergie) wieder zu erwecken. Die emanzipatorische Qualität kann nur über die Liebe und Ausgeglichenheit venusischer Eigenschaften entwickelt werden. So repräsentiert sie den Gral, den alle Therapeuten suchen, den Schlüssel zur Libido und Ausgangspunkt aller ‘Analytikerhoroskope’. Die Venus ist die Muse der Künstler und der Geist der Kultur, für den die Helden aller Zeiten kämpfen und im Kampf sich selber im partnerschaftlichen Pendant finden sollten. Die Venus mit ihrer Anziehungskraft hilft, die Marsenergie zu entwickeln, Antriebskraft herzustellen und Durchsetzung für die eigenen Ziele zu erreichen, auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Menschen. Dies war das Geheimnis der Alchimisten und der Eingang zum Heiligtum, in dem aus der inneren Bleiesschwere transformierendes Gold gemacht werden konnte und die Unio Mystica vollzogen, um den Schlüssel zum wahren seelischen Potential zu finden.
Wer Venus sagt, muss auch Mars sagen. Mars ist klassisch der Komplementärplanet der Venus und fordert ihre Eigenschaften im Besonderen heraus. Jede Beziehungsanbahnung erfolgt über eine Aktivierung der marsianischen Impulsenergie, und das heißt auch, dass zu jeder Liebe am Anfang Mut gehört, sich zu überwinden und sich auf das Unbekannte einzulassen. Doch ist es heute nicht mehr so klar, wie dieses Verhalten von Mars konkret in der Praxis auszusehen hat. Es gibt nach der sexuellen Revolution der 68er, die auch eine Folge der Pioniere der Psychoanalyse war, eine andere Bedeutung der Planeten als noch vor 100 Jahren. Denn unsere Beziehungen wandeln sich mit dem Zeitgeist und mit ihnen der Blickwinkel der Astrologie. Beziehungen sind heute frei wählbar, nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch zwischen den Schichten, die es zwar weiterhin gibt, die aber nicht mehr die determinierende Rolle für die Entfaltung des Einzelnen spielen. Es ist durchaus möglich, dass eine mehrfach geschiedene reiche Astrologin aus gutem Hause mit einem einfachen Arbeiter zusammen ist. Oder eine kaufmännische Angestellte mit zwei Künstlern. Oder eine Musikerin mit einem Verwaltungsbeamten, der sich für eine Frau hält. Alles ist möglich. Ob die Menschen dabei glücklicher sind, sei dahingestellt. Die Frage ist eher, ob sie es jemals waren, wenn sie sich der Illusion hingaben, das Glück in einer Struktur zu finden und die Spontanität des Hier & Jetzt verloren.
Wertematrix
Die Astrologie beschreibt historisch verschiedene Typen, wie sie auch in der Persönlichkeitsforschung beschrieben werden. Mit Hilfe von Tests werden diese Typen in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft und Wirtschaft ermittelt und zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. Sie entstehen aus der sozialen Praxis und bilden sich in einem Sprachgebrauch von Werturteilen ab, den die Astrologie seit Jahrtausenden mitprägt.
Alle Sprachen kennen ca. 120 Wertbegriffe, die sich jeweils paarweise gegenüberstehen, wie etwa Mut und Vorsicht, Freiheit und Vernunft oder Ordnung und Komplexität. Sie haben kulturell unterschiedliche Bedeutungen und werden persönlich abgewandelt zu einer Persönlichkeit geformt. Schon bei Aristoteles in der Nichomachischen Ethik erwähnt wurden sie zuletzt von Schulz von Thun zu einer Kommunikationstheorie formuliert.
Die Sozialen Archetypen sind doppelt negierende Begriffspaare, die den 60 möglichen Kombinationen der 12 Sternzeichen und ihrer Planetenregenten entsprechen. Sie korrelieren mit den gängigen Persönlichkeitstypen der „Big Five“ – wie in dem 2017 in 2. Auflage erschienen Buch „Soziale Archetypen – Planetenmatrix entschlüsselt“ von mir beschrieben.

Ausblick
In den vier Bänden der Astrologischen Soziologie werden die Grundlagen der Soziologie in ein Verhältnis zur Astrologie gesetzt. Besonders ein wertneutrales Urteil scheint mir wichtig zu sein und eine offene Haltung bezüglich aller Wissenssysteme. Astrologie verhält mich zur Esoterik wie die Soziologie zur Spiritualität und Religion. Sie untersucht die unterschiedlichen Glaubenssysteme vertieft die praktischen Erlebensinhalte.
Noch ist sie weit von einer universitären Lehre entfernt. Es fehlen die Systematisierungen ihrer Wissenskontexte, die Anbindungen an konkrete, soziale Lebensbereiche und die Validierung ihrer Methoden. Doch immerhin kann man Astrologie in verschiedenen Ländern der Erde wie in Wales, Mexiko, Amerika studieren. In Indien und China gehört die traditionelle Lehre zum Lebensalltag vieler Menschen. Es wäre interessant zu untersuchen,, welche Synthesen moderner spiritueller Praktiken mit alten Glaubenssystemen möglich sind und wie sich diese auf das Finden einer modernen Identität auswirken können.
Im nahenden Informationszeitalter wird der Mensch einen Sinn finden müssen, der ihn sowohl mit seinen Ursprüngen verbindet, als auch mit den neuen Kommunikationsformen in den sozialen Medien und den Cybertechnologien. Dazu habe ich auch einen Vortrag auf Youtube geladen.
Eine neue Ära – Plutoingresse in Wassermann

Astrologische Soziologie könnte sich allgemein mit folgenden Themen befassen:
•Rollenbegriffe in Vereinen, Gruppen und Milieus (Planeten)
•Lebensräume vs Systemanforderungen (Häuser, Quadranten)
•Idealtypen nach Max Weber (Sternzeichen)
•Soziale Verflechtungen, Interaktionismus (Aspekte)
•Herkunft und Prägung (Häuserwanderung)
•Gesellschaftsplanung (Transite und Progressionen)
•Typologien und Zeitgeschehen (Elemente und Qualitäten)
- Der generalisierte Andere (Freud, Mead, Durkheim)
- Soziales Handeln, Sinn und Werturteilsfreiheit nach Max Weber
- Dichotomie von Gemeinschaft und Gesellschaft n. Tönnies
- Soziologische Systemtheorie von Niklas Luhmann
- Narrationsanalyse und Biographiearbeit
- Anthropologie, Rituale und Totems (Durkheim)
- Identität, Bewusstsein und Emotionale Intelligenz (Gehirnforschung)
- Geomantie, Alchemie, Heilige Geomantie, Naturheilkunde, Homöopathie
- Tarot, Kabbala, Gnosis, Lebensbaum, Symbolon
Meine astrologischen Erkenntnisse habe ich in einer soziologischen Theorie formuliert. Einen Einblick in das Buch können sie bei Google werfen.
In der Soziologie Heute sind bisher sieben Artikel von mir erschienen, die sie auch hier auf der Homepage lesen können.
Empfohlen sind auch meine Vorträge auf Youtube (Astrologie ABC), meine Bücher und Beiträge in der Astrologie Heute und im Meridian. sowie die vier Bände der Astrologischen Soziologie.
[1] Der Frauenanteil ist wie in allen Sozialwissenschaften überproportional hoch auch unter den Ausbildern, Vortragenden und Autoren.
[2] http://www.jochengebauer.info/index.htm
[3] Lewis R. Goldberg, Personality Topics in Honor of Jerry S. Wiggins: A Special Issue of Multivariate Behavioral Research
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Lexikalischer_Ansatz
[5] http://www.typentest.de/blog/2012/03/big-six-statt-big-five-das-hexaco-modell/
[6] Die Kategorien hängen naturgemäß stark vom Gegenstand der Untersuchung und seiner Absicht ab.
[7] Jack Lindsay: The origins of alchemy in Greco-Roman Egypt. London 1970
[8] Aus einem Vortrag von Wolfgang Fischer vor der Astrologischen Gesellschaft Frankfurt.
[9]www. en.wikipedia.org/wiki/Metals_of_antiquity
[10] Hajo Banzhaf, Die vier Elemente in Astrologie und Tarot, 1994, Goldmann
[11]https://www.astro.com/astrowiki/de/Michel_Gauquelin